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Riesa

Bürgermeister radelt fast 1.000 Kilometer

Radfahrer aus drei Orten waren dieser Tage in Deutschland unterwegs. In Gröditz erwartet sie nun eine Überraschung.

Die Radsportler bei einem Stopp im bayerischen Burgkunstadt. Hier übernachteten Jochen Reinicke (hintere Reihe, r.) und seine Mitfahrer.
Die Radsportler bei einem Stopp im bayerischen Burgkunstadt. Hier übernachteten Jochen Reinicke (hintere Reihe, r.) und seine Mitfahrer. © privat

Gröditz. Nach knapp 1.000 Kilometern haben es die Radler am Sonnabend endlich geschafft – und erreichen gegen 13 Uhr den Dreiseithof in Gröditz. Zuvor machen sie aber noch einmal in Koselitz halt und genießen bei Temperaturen um die 30 Grad Celsius ein erfrischendes Eis. „Darauf freuen sich schon alle“, berichtet der Gröditzer Bürgermeister Jochen Reinicke (parteilos).

Der Stadtchef ist bereits seit vergangenem Wochenende mit 30 anderen Radlern aus der französischen Stadt Jarny Richtung Gröditz unterwegs. Die Tour führte die Gruppe auch über Linkenheim-Hochstetten in Baden-Württemberg. Anlass für den Ausflug ist die Partnerschaft zwischen den drei Städten. 

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Bereits seit 50 Jahren sind Gröditz und Jarny freundschaftlich verbunden, mit Linkenheim-Hochstetten besteht die Beziehung ebenfalls schon mehrere Jahrzehnte. Für die Beteiligten Grund genug, sich aufs Rennrad zu schwingen. Mal wieder.

„Wir haben eine ähnliche Tour bereits vor sieben Jahren gemacht“, erinnert sich der Gröditzer Bürgermeister Jochen Reinicke. „Viele, die damals dabei waren, haben nun gesagt, dass sie die Strecke gern noch einmal fahren würden.“ Bei der Tour mit dabei sind vor allem die Mitglieder der Radsportvereine der drei Städte. Der älteste Teilnehmer ist ein 83-jähriger Franzose. Er ist laut Jochen Reinicke mit einem E-Bike unterwegs.

Doch wer in weißen Fahrradshirts, bedruckt mit den deutschen und den französischen Flaggenfarben, durch halb Deutschland fährt, erregt so oder so Aufsehen: „Wir werden immer wieder angesprochen und gefragt, was wir hier machen“, berichtet Reinicke. „Die Menschen interessieren sich sehr für die Hintergründe unseres Ausflugs.“

© SZ Grafik / Sylvia Tietze

Und tatsächlich ist die bunte Truppe aus Deutschland und Frankreich nicht nur auf Tour, um sich sportlich zu betätigen. In jeder der drei Städte machen die Radler einen Stopp – und die drei Bürgermeister Jacky Zanardo (Jarny), Michael Möslang (Linkenheim-Hochstetten) und Jochen Reinicke unterzeichnen eine gemeinsame Charta.

Mit dieser verpflichten sich die drei Partnerstädte zur Bewahrung europäischer Werte wie Freiheit und Demokratie und zur Verfestigung der deutsch-französischen Freundschaft. „Wir wollen nach Außen hin zeigen, dass wir zusammenstehen“, sagt der Gröditzer Rathauschef Jochen Reinicke.

Die Kleidung der Radfahrer lässt die Gruppe ohnehin schon wie eine eingeschworene Truppe wirken. Und trotzdem gibt es auch unter guten Freunden ein paar Geheimnisse. Denn während die Radfahrer aus Jarny und Linkenheim-Hochstetten gemeinsam mit den Gröditzern auf Wald-, Feld-, Rad- und Bergwegen unterwegs sind, ahnen sie noch nicht, dass nach Ankunft in der Röderstadt ein großes Fest auf sie wartet. „Wir haben das als Überraschung geplant“, sagt der Gröditzer Bürgermeister Jochen Reinicke. „Derzeit wissen sie noch nicht, was sie bei uns erwartet.“

So sollen die Radfahrer am Sonnabend gegen 13 Uhr unter Trommelwirbel im Dreiseithof empfangen werden. Für den Abend ist dann ab 17 Uhr ein Festakt im großen Saal geplant. Anschließend gibt es ein kulturelles Programm mit Livemusik und Buffet, das sich ganz um die 50-jährige Partnerschaft zwischen Jarny und Gröditz drehen wird.

Doch schaffen es die Radfahrer überhaupt rechtzeitig in die Röderstadt? „Unsere letzte Etappe ist rund 70 Kilometer lang und führt von Grimma nach Gröditz“, erklärt Jochen Reinicke. Der Stadtchef schätzt die Strecke auf circa drei Stunden. Da man meistens schon gegen 8 Uhr losfahre, lasse sich auch der Besuch im Eiskaffee in Koselitz ohne Zeitdruck einbauen.

Allgemein sei die Tour sehr entspannt und harmonisch gewesen, verrät Reinicke. „Nach den ersten Etappen hatten sich alle eingefahren, und es lief immer besser“, so der Gröditzer Bürgermeister. Tag für Tag war die Truppe an die zehn Stunden unterwegs, radelte im Schnitt weit über 100 Kilometer pro Etappe.

„Doch die Temperaturen waren in Ordnung und die Strecke angenehm zu fahren“, berichtet Jochen Reinicke. Außerdem hätten die Beteiligten während der Fahrt viele spannende Gespräche führen können. Und wenn ein Radfahrer mal gar nicht mehr konnte, ist er einfach in einen der drei Begleitbusse gestiegen und hat die Beine hochgelegt.

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