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Riesa

„Es war ein tolles Gefühl“

Ralf Hänsel ist und bleibt Zeithainer Bürgermeister. Statt das Wahlergebnis zu analysieren, will er lieber nach vorne blicken.

Die Werbeaktion scheint sich gelohnt zu haben: Der Zeithainer Bürgermeister Ralf Hänsel war zuletzt unter anderem in "Nikopol" unterwegs, um für seine Wiederwahl zu werben. Am Ende konnte er rund 93 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.
Die Werbeaktion scheint sich gelohnt zu haben: Der Zeithainer Bürgermeister Ralf Hänsel war zuletzt unter anderem in "Nikopol" unterwegs, um für seine Wiederwahl zu werben. Am Ende konnte er rund 93 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. ©  Sebastian Schultz

Zeithain. Die Aufregung war am Ende doch größer als gedacht: Obwohl Zeithains Bürgermeister Ralf Hänsel (parteilos) ohne Gegenkandidat zu seiner Wiederwahl angetreten war, wurde er am Sonntag etwas unruhig. „Man denkt zwar immer, dass es schon klappen wird, wenn nur ein Kandidat auf dem Zettel steht“, so Hänsel. „Aber wenn mehr als die Hälfte der Wähler einen anderen Namen auf den Zettel schreibt, ist man nicht gewählt.“

Doch von einem solchen Ergebnis war Zeithain am Sonntag meilenweit entfernt. Insgesamt 93,2 Prozent der Zeithainer stimmten laut vorläufigem Wahlergebnis für eine weitere Amtszeit des bisherigen Gemeindechefs. Für Ralf Hänsel ein Moment der Freude. „Es war ein tolles Gefühl, als mich der Leiter des Gemeindewahlausschusses anrief und mir das Ergebnis mitteilte“, so der alte und neue Bürgermeister.

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Der Anruf von Bürgeramtsleiter Holger Koßwig erreichte Hänsel in der Sportgaststätte in Gohlis. Dort saß der 48-Jährige mit seiner Frau und diversen Vertretern des Gemeinderates beisammen und wartete auf die Zahlen zur Wahl. Später überbrachte auch Landrat Arndt Steinbach (CDU) seine Glückwünsche.

Doch das Wahlergebnis kam auch mit einem Wermutstropfen: Lediglich 35 Prozent der knapp 4 800 wahlberechtigten Zeithainer schritten am Sonntag zur Wahlurne und gaben ihre Stimme ab. Für Ralf Hänsel aber keine Überraschung. „Ich hätte es vorher ungefähr so geschätzt“, sagt Hänsel. „Immerhin war es ein heißer Sommertag und es gab nur einen Kandidaten.“ Für solche Fälle sei die Wahlbeteiligung keine Seltenheit. Hänsel verweist auf andere Wahlen in der Umgebung. In Nünchritz war der amtierende Bürgermeister Gerd Barthold (CDU) im Jahr 2014 ebenfalls als einziger Kandidat zu seiner Wiederwahl angetreten. Barthold holte damals 98 Prozent der Stimmen, zur Wahl gingen aber nur 30 Prozent der wahlberechtigten Nünchritzer.

Ein Dankeschön für die Mitarbeiter

Ralf Hänsel plädiert nun dafür, das Wahlergebnis nicht endlos zu analysieren, sondern nach vorn zu blicken. „Man kann es nie allen recht machen“, sagt der 48-Jährige. „Aber da die Prozentzahlen in allen Wahlbüros ungefähr gleich verteilt waren, ziehe ich keine negativen Schlüsse, dass sich zum Beispiel ein Ortsteil vernachlässigt fühlen würde.“

Seinen Erfolg verdankt der Zeithainer Bürgermeister seinen Worten nach insgesamt drei Säulen. Neben seiner Frau und seiner Familie seien auch der Gemeinderat und die Mitarbeiter in der Gemeinde für ihn eine bedeutende Unterstützung. „Für mich ist es immer auch eine Teamleistung“, meint Hänsel. „Wenn wir in der Gemeinde alle ein gemeinsames Ziel vor Augen haben, können wir viel erreichen.“

Offiziell beginnt Hänsels neue Amtszeit am 1. September. Dann will der alte und neue Bürgermeister eine große Runde geben. Dabei sollen nicht nur die Rathaus-Mitarbeiter, sondern alle Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung mit dem Gemeindechef zusammenkommen und auf die neue Amtszeit anstoßen.

Die Ziele sind indes bereits gesteckt. Ralf Hänsel hat schon vor der Wahl deutlich gemacht, wo er mit Zeithain in den kommenden Jahren hin will: Besonders der Straßen- und Wegebau sowie die bessere Vermarktung der Gemeinde sollen künftig im Mittelpunkt stehen. Auch den Vereinen soll verstärkt unter die Arme gegriffen werden.

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