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Bürgermeisterin ist zum zweiten Mal Mama

Jonsdorfs Orts-Chefin Kati Wenzel hat vorige Woche einen Sohn zur Welt gebracht - und kümmert sich schon wieder um unaufschiebbare Amtsgeschäfte.

Jonsdorfs Bürgermeisterin Kati Wenzel - hier auf einem Foto von ihrem Amtsantritt - hat vorige Woche ein Baby bekommen - und saß am Dienstag schon wieder am Schreibtisch.
Jonsdorfs Bürgermeisterin Kati Wenzel - hier auf einem Foto von ihrem Amtsantritt - hat vorige Woche ein Baby bekommen - und saß am Dienstag schon wieder am Schreibtisch. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Der kleine Willi ist gerade mal eine Woche alt - und muss schon für ein paar Stunden am Tag auf seine Mama verzichten. Am Montag vergangener Woche hat Kati Wenzel ihren zweiten Sohn zur Welt gebracht. An diesem Dienstag sitzt Jonsdorfs Bürgermeisterin (Freie Wähler) schon wieder an ihrem Schreibtisch im Gemeindeamt.

Der zweite Sohn der Jonsdorfer Bürgermeisterin: Willi Krause, geboren am 27. Juli, auf dem Foto für die SZ-Babygalerie.
Der zweite Sohn der Jonsdorfer Bürgermeisterin: Willi Krause, geboren am 27. Juli, auf dem Foto für die SZ-Babygalerie. © Holger Peschel

Es sind wichtige und unaufschiebbare Amtsgeschäfte, die die 38-Jährige jetzt nicht liegen lassen will. Vor allem um die finanzielle Lage der gemeindeeigenen Kur- und Tourismus-Gesellschaft will sie sich jetzt schnellstmöglich kümmern. Das Kind sei ja nicht geplant gewesen, sagt Kati Wenzel, als ob sie sich bei den Jonsdorfern dafür entschuldigen müsste. "Da will ich meinen Job schon mit allen Kräften weiter gut machen."

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Der Jonsdorfer Bürgermeister-Job ist wegen der geringen Einwohnerzahl in der Gemeinde ohnehin kein hauptamtlicher. Während andere ehrenamtliche Amtskollegen zuerst ihrem Beruf nachgehen und nach Feierabend Bürgermeister sind, hatte Kati Wenzel zum Amtsantritt im Dezember 2019 ihre Arbeit als Bankkauffrau gekündigt. Sie wollte keine Bürgermeisterin "nur nebenbei" sein. 

Und das wolle sie auch jetzt mit dem Baby nicht, sagt sie. Weil sie als Bürgermeisterin im Ehrenamt keinen Anspruch auf eine bezahlte Elternzeit hat, will sie sich die Aufgabe mit ihrem Mann teilen. Wenn die Bürgermeisterin im Amt ist, ist der kleine Willi beim Papa und dem inzwischen vierjährigen Bruder.

Herber Schlag beim Problemfall Eishalle

Die ersten Arbeitsstunden schon eine Woche nach der Entbindung sind am Ende doch länger als geplant: Kati Wenzel hat gerade erfahren, dass die Sparkasse das bereits zugesagtes Sponsoring für die Jonsdorfer Eishalle vorige Woche zurückgezogen hat - mit der Begründung, kein Geld mehr in eine Einrichtung geben zu wollen, die von einer Insolvenz bedroht ist.

"Das ist ein herber Schlag für uns, der die Situation nun noch schlimmer macht", sagt die Bürgermeisterin. Dabei wolle die Gemeinde in den kommenden Monaten alles tun, um die finanzielle Lage der GmbH wieder zu verbessern. "Wir sind in die Öffentlichkeit gegangen, um darauf aufmerksam zu machen, dass wir als Gemeinde jetzt Hilfe brauchen", sagt sie. Schließlich wolle niemand, dass die Eishalle geschlossen wird. Kati Wenzel will jetzt auch schnellstmöglich mit dem Landrat sprechen. 

Die Corona-Krise hatte die Einnahmen der Kur- und Tourismusgesellschaft, zu der neben der Eishalle, das Gebirgsbad, die Waldbühne und die Tourist-Information gehören, auf einen Tiefstand einbrechen lassen. Geplante Einnahmen aus Eintrittsgeldern sind ebenso in großem Maße ausgeblieben wie die Einnahmen aus der Kurtaxe, weil Gäste nicht kommen konnten. Weil die GmbH aber eine 100-prozentige Tochter der Gemeinde ist, gibt es für die Einrichtungen keine Corona-Hilfen wie beispielsweise für private Unternehmen oder Vereine.

 Kati Wenzel drängt zur Eile. Sie hat noch viel zu tun. Und zu Hause wartet jetzt auch noch ein Baby.

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