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Für mehr Sicherheit sucht der neue Bürgerpolizist Andreas Stange in Rothenburg den "direkten Draht" zu den Menschen.

Andreas Stange ist der neue Bürgerpolizist von Rothenburg.
Andreas Stange ist der neue Bürgerpolizist von Rothenburg. © André Schulze

Jürgen Wohlmanns Fußstapfen sind groß. Acht Jahre lang hatte er sich als Bürgerpolizist um die Sicherheit der Rothenburger gekümmert. Seit ein paar Tagen ist Andreas Stange nun "der Neue", obwohl er eigentlich schon seit Anfang des Jahres in der Neißestadt ist. Sein erster Eindruck: Die Aufgabe bietet unterschiedlichste Einsatzfelder und die Chance, Ansprechpartner für alle Sicherheitsbelange der Menschen hier zu werden.

Andreas Stange möchte in seinem Polizeidienst noch einmal etwas völlig Neues machen. "Jahrelang war ich Streifenpolizist, habe bei unzähligen Einsätzen die verschiedensten Situationen erlebt. Das Gebiet war groß, der Kontakt zu den Menschen eher zufällig. In Rothenburg werde ich nun alles viel kompakter, direkter erleben", blickt er auf die kommende Zeit voraus.

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Als Streifenpolizist "Mädchen für alles"

Ursprünglich hatte der Polizeihauptmeister aus Petershain Maurer gelernt, war erst nach dem Armeedienst zur Polizei gegangen, "weil mich die Technik dort interessierte". Noch heute weiß er, wann er seinen ersten Dienst antrat: Es war der 1. April 1988 - "kein Aprilscherz", sagt Stange und lacht dabei. Als junger Polizist erlebte er die Zeit vor und nach der Wende mit. Beobachtete, was sich 1989 auf den Nieskyer Straßen tat. Denn die damalige Kreisstadt war sein Einsatzgebiet. "Ich weiß noch, wie die Menschen im Flur des Volkspolizeikreisamtes Schlange standen, um endlich die Genehmigung für ihre Westreise zu bekommen."

Mit dem neuen System zog auch bei Andreas Stange kurzzeitig Unsicherheit ein. "Ich wusste ja nicht, ob ich Polizist bleiben durfte." Schnell stellte sich heraus, dass seine Zukunft im Streifendienst liegen würde. "Das hat mir über all die Jahre sehr viel Spaß gemacht. Ich war 'Mädchen' für alles. Die Vielfalt ist ja gerade das Interessante an diesem Beruf." So wurde Stange zu Unfällen und Familienstreitigkeiten gerufen, erlebte aber auch Strangulierungen, musste Verkehrstote begutachten. "Eben alles, was das Leben zu bieten hat und nicht 'vergnügungssteuerpflichtig' ist."

Am Polizeistandort in der Südstraße hält Andreas Stange seine Sprechtage ab: Dienstag und Donnerstag können die Rothenburger hier ihre Probleme schildern.
Am Polizeistandort in der Südstraße hält Andreas Stange seine Sprechtage ab: Dienstag und Donnerstag können die Rothenburger hier ihre Probleme schildern. © André Schulze

So wurde der Dienst für ihn auch nie zur Routine. "Ich musste mich immer wieder neu reindenken, mit der jeweiligen Situation klarkommen." Zu den Menschen fand er einen guten Draht, erlebte aber auch, wie sich das Verhältnis zwischen Teilen der Bevölkerung und der Polizei veränderte. "Es gibt leider immer Leute, die mit keinem auskommen wollen, die stänkern müssen und die Arbeit der Beamten ignorieren." Das Verhalten mancher sei respektloser geworden, weniger im ländlichen Raum. "In Görlitz merkt man das viel krasser."

Bisher war Stange zusammen mit einem Kollegen als Duo unterwegs. Im Polizeiposten Rothenburg wird er künftig Einzelkämpfer sein. Das habe er natürlich gewusst, meint der 55-Jährige. Deshalb überwiegt auch seine Freude über den neuen Wirkungskreis: "Ich denke, der Spruch vom 'Freund und Helfer' hat auf dem Lande noch seine Gültigkeit. In der Stadt heißt es eher, mein Freund, ich werd' dir helfen." Ein Lächeln kann er sich dabei nicht verkneifen.

Bürgerpolizist mag die Abwechslung

Seit Januar waren der frühere und der neue Rothenburger Bürgerpolizist gemeinsam unterwegs, um den Übergang so gut wie möglich zu gestalten. "In dieser Zeit habe ich mich natürlich bei verschiedenen Leuten vorgestellt - bei der Bürgermeisterin zum Beispiel oder in den beiden Schulen." Stange hofft, dass ihn die Bevölkerung in ihre Probleme einbezieht. "Ich rechne mit allem. Wegen Corona hat die Grenzkriminalität zwar nachgelassen. Aber in den letzten Wochen hat man gemerkt, dass Brücken und Fluss wieder passierbar sind." Diebstahl, Einbruch, Autoklau - all das wird Andreas Stange in Rothenburg beschäftigen. Seine Tage an der Neiße stellt er sich sehr abwechslungsreich vor. "Ich werde den Hinweisen der Bürger nachgehen, Vernehmungen durchführen, in Ermittlungen einbezogen sein. Oft plant man den Tag schon im Voraus - und dann kommt es doch ganz anders als gedacht." Diese Spontanität ist es, die der Bürgerpolizist beruflich auch in Rothenburg weiter ausleben möchte.

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