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Neue Bürgerpolizistin für Weinböhla

Michaela Gruner hat die Bürgersprechstunde kaum wiedereingeführt, da musste sie sie schon wieder streichen.

Polizeioberkommissarin Michaela Gruner ist die neue Bürgerpolizistin der Gemeinde.
Polizeioberkommissarin Michaela Gruner ist die neue Bürgerpolizistin der Gemeinde. © Norbert Millauer

Das Privileg einer Bürgerpolizistin, mehr Zeit für die Bürger zu haben, bleibt im Moment ganz schön auf der Strecke, gibt Manuela Gruner zu. Dafür arbeite sie derzeit noch enger mit dem Ordnungsamt in Weinböhla zusammen. Man geht verstärkt gemeinsam auf Streife und kontrolliert, ob sich alle an die Ausgangsbeschränkungen und Verordnungen halten.

Seit Anfang des Jahres ist die 36-Jährige die neue Bürgerpolizistin für die Gemeinden Weinböhla und Niederau. Schulen und Kitas besuchen, Kontrollrunden mit dem Ordnungsamt und lärmende Jugendliche vom Spielplatz werfen: Auf Verbrecherjagd ist Michaela Gruner meist nicht mehr. Eine Polizistin ist sie weiterhin, mit allen Aufgaben, die der Streifendienst mit sich bringt. Aber „mit dem Privileg, mehr Zeit für den Bürger zu haben“, sagt die Polizeioberkommissarin.

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Einmal pro Woche gab es wieder eine Sprechstunde im Rathaus in Weinböhla. Immer donnerstags von 13 bis 16 Uhr. Allerdings erst wieder, wenn die Coronakrise überstanden ist. Häufig geht es dabei um Geschwindigkeitsbegrenzungen, die nicht eingehalten werden oder Streitigkeiten unter Nachbarn. „Oder um Anliegen des allgemeinen Sicherheitsempfindens“, so Michaela Gruner. Die Sprechstunden seien gut besucht. Eine Terminvereinbarung ist vorher nicht nötig.

Auch die Jugendlichen, die sich im Ort an mehreren Stellen regelmäßig treffen, dabei Lärm machen und ihren Müll liegenlassen, waren schon Thema. Michaela Gruner hat sich selbst ein Bild gemacht, mit einigen Jugendlichen gesprochen. „Diese waren einsichtig“, sagt sie. Dennoch sollten Anwohner, die sich gestört fühlen, abwägen, ob sie das Gespräch mit den Jugendlichen suchen. „Gerade wenn erkennbar ist, dass Aggressionspotenzial vorhanden oder Alkohol im Spiel ist.“ Wer sich massiv beeinträchtigt fühlt, sollte die Polizei rufen. Der Streifendienst sei bereits sensibilisiert. Fährt öfter an beliebten Treffpunkten wie der Nassauhalle oder am Spielplatz Südstraße vorbei.

Auf Streife mit dem Ordnungsamt

Dass sie Polizistin werden will, habe für sie schon früh festgestanden, sagt Michaela Gruner. Nach dem Abitur habe sie sich in allen Bundesländern beworben. Schließlich begann sie 2004 in Rheinland-Pfalz ihr Studium, arbeitete dann zunächst bei der Bereitschaftspolizei und wechselte 2012 in den sogenannten Polizeivollzugsdienst in Sachsen, fuhr Streife im Revier Dresden-Mitte, seit 2016 in Meißen. Dann wurde die Stelle des Bürgerpolizisten für Weinböhla und Niederau frei. Seit Februar ist Michaela Gruner im Ort unterwegs. Läuft einmal pro Woche mit dem Ordnungsamt Streife, ist im Polizeiwagen unterwegs oder ermittelt im Revier.

Vor allem aber ist sie Ansprechpartner für die Einwohner, Gewerbetreibende sowie private und staatliche Einrichtungen. Nicht immer kann sie helfen. „Eine Rechtsberatung dürfen wir nicht geben“, sagt sie. „Aber ich versuche immer, Möglichkeiten aufzuzeigen, weiter zu vermitteln und zu helfen.“ Dann landen manche Fälle beim Ordnungsamt oder auch mal beim Friedensrichter.

Auch in Sachen Prävention ist sie in Schulen oder Kitas unterwegs, stellt die Arbeit der Polizei vor. Sie bringt den Kindern zum Beispiel bei, wie man eigene oder fremde Sachen behandeln sollte, was man mit Wut im Bauch machen kann und wie man sicher im Straßenverkehr unterwegs ist . Dabei hilft der Polizistin Poldi. Der Kinderpolizist erklärt kindgerecht, wie man sich in verschiedenen Situationen verhält. Und natürlich ist bei ihren Besuchen der Streifenwagen immer der Renner.

„Es ist ein extrem breites Spektrum“, so die Weinböhlaerin über ihre Aufgaben. Auch ohne Sprechstunde und Präventionsmaßnahmen, sei sie weiterhin telefonisch für die Einwohner erreichbar. Und sie hofft, dass bald der normale Arbeitsalltag wieder einzieht. „Wenn wir alle noch ein bisschen durchhalten und uns weiterhin an die Regeln halten, sollte auch das bald möglich sein.“

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