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Bundespolizei jetzt mit Kamera auf Streife

Die Körperkameras sollen Pöbler und Straftäter abschrecken. Nach Tests kommen die Hightech-Geräte in Sachsen erstmals in den Dauereinsatz.

©  dpa/Kay Nietfeld

Die Bundespolizei-Inspektion Dresden setzt als erste Polizeibehörde in Mitteldeutschland auf Körperkameras im regulären Streifendienst. Ab Montag sollen die als Bodycams bezeichneten Hightech-Geräte an den Uniformen der Beamten Bild und Ton aufnehmen.

Die sichtbar getragenen Videokameras sollen unter anderem die Sicherheit von Polizisten verbessern. Die Technik wird bereits durch andere Polizeibehörden in der Bundesrepublik genutzt, beispielsweise durch die Landespolizei Hessen.

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Der Dresdner Bundespolizei-Chef Rico Reuschel sagt, er freue sich über die innovative Technik, weil diese "zu mehr Sicherheit der Dresdner Bürgerinnen und Bürgern sowie meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beiträgt“.

Getestet hat die Bundespolizei auch ein Modell, das auf der Schulterklappe befestigt wird. Zum Einsatz kommen jetzt aber andere Modelle mit eigenem Bildschirm.
Getestet hat die Bundespolizei auch ein Modell, das auf der Schulterklappe befestigt wird. Zum Einsatz kommen jetzt aber andere Modelle mit eigenem Bildschirm. © dpa

Die bisherigen Erfahrungen mit der Einsatztechnik seien durchweg positiv. Potentielle Gewalttäter werden abgeschreckt und Beweise können gerichtsverwertbar dokumentiert werden.

In einer Erprobungsphase hatte die Bundespolizei zunächst knapp 40 Kamerasysteme getestet, unter anderem auch Kleinstkameras auf Schulterklappen. Durchgesetzt hat sich nun der Hersteller Motorola mit seinem Modell Si500. Das kann gleichzeitig Bild und Ton aufnehmen sowie als Funkgerät genutzt werden. Dem ursprünglichen Plan zufolge wollte die Bundespolizei bis zum Jahresende rund 1.100 Kameras an ihre Dienststellen ausliefern. Ende kommenden Jahres sollen dann alle Dienststellen mit über 2.000 Bodycams ausgerüstet sein.

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Der besondere Clou bei der Motorola-Kamera ist ein kleiner Bildschirm, in dem sich das Gegenüber selbst sehen kann und soll. Dazu leuchtet eine rote Lampe. Das kann in aufgeheizten Momenten deeskalierend wirken, solange das Gegenüber nicht betrunken ist oder unter Drogeneinfluss steht. Die Bundespolizei hofft, dass geringschätziges Verhalten gegenüber Beamten damit abnimmt.

Sachsen will 2020 den Regelbetrieb mit Bodycams aufnehmen, das Bundesland Hessen nutzt diese schon seit Jahren.

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