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Bundesstraße 97 zum Schuljahr offen

Seit Anfang Juli laufen in Spreetal die Arbeiten zur Gefahrenminimierung an der Straße – sie liegen in der Zeit.

Normalerweise ist die B 97 auch hier, nahe dem Spreetaler See (rechts), viel befahren – nicht so aber im Moment. Der Straßenbereich in der Kurve verläuft über Grund, um dessen Stabilität es nicht zum Besten steht.
Normalerweise ist die B 97 auch hier, nahe dem Spreetaler See (rechts), viel befahren – nicht so aber im Moment. Der Straßenbereich in der Kurve verläuft über Grund, um dessen Stabilität es nicht zum Besten steht. © Foto: Gernot Menzel

Von Yannick Witschas

Spreetal. Die alte Flutkippe des Tagebaus Grube Brigitta ruft sich in Erinnerung. Auch unter einem Teil der Bundesstraße 97 liegt bis in eine Tiefe von ungefähr 50 Metern unverdichtetes Material. Experten sehen die Gefahr von sogenanntem Setzungsfließen: Wenn das Grundwasser steigt und den Boden sättigt, kann jede Menge in Bewegung geraten – und solche Rutschungen will natürlich keiner. Um das Setzungsfließen zu vermeiden, wird seit der Rutschung 2010 bei Bergen der Porenwasserdruck an der B 97 durch ein System zur dauerhaften Setzungsmessung kontrolliert.

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Außerdem wurde im Zuge der Untersuchungen wegen der bestehenden Zweifel an der Standfestigkeit des Kippenbodens eine Geschwindigkeitsbeschränkung angeordnet. Seit dem Sommer 2011 ist maximal Tempo 30 erlaubt. „Zur Vermeidung von Initialimpulsen durch beispielsweise Lkw-Unfälle sowie zur Wahrung der Reaktionsmöglichkeiten der Verkehrsteilnehmer ist die Verringerung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit bei den betroffenen Straßenabschnitten erfolgt“, so damals die zuständige Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Außerdem sicherte man Ende 2013 die Straße mit Drainagen aus sogenannten Geodrains, welche den Abbau von Porenwasserüberdrücken bewirken. Auf diese Weise soll das Entstehen von Bodenverflüssigungen im Kippenbereich auch unter der Straße verhindert werden. Die Kunststoffdrainagen leiten das aufsteigende Wasser durch ihren ummantelten Filz in das benachbarte Erdreich ab. Dennoch musste nach einem erneuten Grundwasseranstieg eine mittelfristige Lösung her. Zur Erhöhung der geotechnischen Sicherheit zwischen dem Abzweig der Staatsstraße 130 nach Burgneudorf und der Landesgrenze Sachsen/Brandenburg, an der Tieflage F, wird nun die bestehende Anlage aus Vertikaldrainagen mit weiteren Drainageelementen verdichtet, verlängert und auf der Nordostseite der B 97 durch eine neue Anlage ergänzt. Diese Maßnahme dient laut LMBV dem funktionalen Erhalt der bereits eingebauten Sicherungselemente und stellt eine mittelfristige Sicherung dar. Denn das grundlegende Problem beseitigt sie nicht: Kippe ist Kippe. Insgesamt werden beidseitig der B 97 rund 1.800 Stück Vertikaldrainagen mit einer Gesamtlänge von gut 27.300 Metern eingebaut. Zunächst sperrte man Anfang Juli den Straßenabschnitt halbseitig, um notwendige Vorarbeiten wie das Holzen sowie das Installieren und Einbinden von zusätzlichen Porendruckwassergebern zu erledigen. Auch eine Sondierung beziehungsweise Widerstandsmessung zur wissenschaftlichen Untersuchung der Gefahren als Grundlage für den Ausbau der Drainagen war nötig. Außerdem wurde ein Probefeld errichtet, um die Leistungsfähigkeit des in den Niederlanden bestellten Spezialgerätes sicherzustellen. Dabei kam es durch die notwendigen Kernbohrungen zur Überprüfung des Boden-Aufbaus unter der Straße zu Wartezeiten. Der Straßenabschnitt ist seit Ende Juli komplett gesperrt. Der Abteilungsleiter Projektmanagement Ostsachsen der LMBV, Karsten Handro, ist mit dem Fortgang der Dinge aber zufrieden: „Wir liegen gut in der Zeit und sind zuversichtlich, die Straße Ende August wieder freigeben zu können.“Für langfristige Lösungen steht die LMBV mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr im Kontakt. Eine dauerhafte Sicherung der B 97 ist durch abschnittsweisen Ersatzneubau vorgesehen.

Das rot-weiße Trägergerät kam mit Begleitung direkt aus den Niederlanden und stampft nun die Drainagen in den Kippen-Boden.
Das rot-weiße Trägergerät kam mit Begleitung direkt aus den Niederlanden und stampft nun die Drainagen in den Kippen-Boden. © Foto: Yannick Witschas

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