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Bundeswehr: Corona-Einsätze in Sachsen beendet

Insgesamt leisteten im Freistaat 200 Soldaten Unterstützung im Pandemie-Kampf. In anderen Bundesländern braucht man ihre Hilfe weiterhin.

Urlauber, Fleisch, Senioren: Der Einsatz deutscher Soldaten während der Corona-Krise, hier in Rheda-Wiedenbrück, wurde 2020 immer wieder von Kommunen angefordert.
Urlauber, Fleisch, Senioren: Der Einsatz deutscher Soldaten während der Corona-Krise, hier in Rheda-Wiedenbrück, wurde 2020 immer wieder von Kommunen angefordert. © David Inderlied/dpa

Dresden. Im Freistaat laufen derzeit keine Bundeswehr-Einsätze im Kampf gegen Corona mehr. Das gab ein Sprecher des Landeskommandos Sachsen auf Anfrage von Sächsische.de bekannt. Demzufolge unterstütze die Bundeswehr aktuell nur, indem sie Lagerräume für medizinische Versorgungsgüter bereitstelle. Das sei in Leipzig, Dresden und Frankenberg der Fall.

Insgesamt hatten von Ende März bis Ende Mai 200 Soldaten, die an einem der zehn Bundeswehrstandorte in Sachsen stationiert sind, beim Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus geholfen. Insgesamt gab es drei Hilfseinsätze. 

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Am ehesten in öffentlicher Erinnerung geblieben sein dürfte die Unterstützung bei den Grenzstaus in Görlitz. Polen hatte Mitte März die Grenzen zu Deutschland geschlossen, worauf Pendler und LKW-Fahrer teils länger als 24 Stunden ausharren mussten, um ins Nachbarland zu kommen. 

Daraufhin hatte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer entschieden, mehr als 50 Soldaten der Bundeswehr an die Neiße zu schicken, um die Wartenden mit Essen, Wasser und Decken zu versorgen. Unter anderem waren Teile der Panzerdivision aus Frankenberg vor Ort. 

Soldaten mussten plötzlich ins Pflegeheim

Von April bis Juni unterstützten sächsische Soldaten außerdem das Gesundheitsamt in Delitzsch dabei, Corona-Infektionsketten nachzuverfolgen. Über mehrere Monate, von April bis Mai, war die Bundeswehr auch in Radeberg im Einsatz.

Hier hatte Bürgermeister Gerhard Lemm (SPD) das Landeskommando um Hilfe gebeten, nachdem sich in einem Pflegeheim vierzig Bewohner mit Covid-19 angesteckt hatten und acht von ihnen verstorben waren. Sechs Soldaten, ebenfalls in Frankenberg stationiert, arbeiteten im Schicht-System mit. „Desinfektionsaufgaben und sonstige Unterstützungsleistungen“ seien hier getätigt worden, teilt die Bundeswehr mit.

In Berlin ist Bundeswehr weiter gefordert

Zu den Kosten für die Einsätze äußert sich das Landeskommando nicht. Allgemein heißt es, die Amtshilfekosten würden den Landesregierungen nach dem Abschluss der Einsätze in Rechnung gestellt.

Die Ministerien seien es auch, die darüber entschieden, wie viele Personen wie lange zur Unterstützung vor Ort eingesetzt werden. In Sachsen waren zum 31. Juli rund 3.300 Soldaten stationiert.

Anders als im Freistaat greifen andere Bundesländer auch weiterhin auf die Hilfe der Bundeswehr im Kampf gegen Corona zurück. Nach Sprecher-Angaben laufen im gesamten Bundesgebiet momentan 80 Amtshilfeeinsätze, seit Beginn der Pandemie waren es über 400. 

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