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Bundeswehr-Oberst reist durch 200 Jahre Militärgeschichte

Der Chef des Landeskommandos sah sich gestern die Ausstellung zur Garnison an. Dabei ging es auch um die Zukunft des Vereins.

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Von Carina Brestrich

Löbau. Aufnahmeanträge für Vereine hat Oberst Michael Knop schon viele bekommen. Seit gestern hat er einen mehr. Und zwar einen vom Verein Garnison Löbau. Knop ist Kommandeur des Landeskommandos Sachsen und kam gestern nach Löbau, um sich durch die Militärausstellung führen zu lassen. Für den Verein ist es ein passender Zeitpunkt, solch hohen Besuch aus Dresden im früheren Stabsgebäude in der Jägerstraße zu empfangen. Schließlich hat die Garnison dieses Jahr gleich zwei Jubiläen zu feiern: Die Grundsteinlegung für die Kaserne vor 100 Jahren und Gründung der Offiziershochschule vor 50 Jahren.

Dass Knop solche Ausstelllungen wie die in Löbau besucht, ist keine Seltenheit. Das Landeskommando Sachsen, welches er führt, ist zuständig für die Zusammenarbeit der Bundeswehr mit den zivilen Behörden in gesamten Freistaat. So ist es auch Ansprechpartner für die Staatsregierung im Katastrophenfall, so wie kürzlich bei der Flut. Aber auch Kontakte zu Vereinen wie der Garnison Löbau gehören dazu.

Bevor es für den aus Dresden angereisten Oberst schließlich durch das Löbauer Militärmuseum ging, stand gestern allerdings noch ein weiterer Termin auf dem Programm: Im Honigbrunnen trafen sich er und der Vorsitzende des Vereins Garnison Löbau, Danilo Baumgarten, mit Landrat Bernd Lange (CDU). Thema des Gesprächs war die Zukunft des Vereins und der Ausstellung. Die Garnison Löbau ist wesentlich vom Landkreis abhängig, da der Verein die Räume mietfrei nutzen kann. Der Kreis aber möchte das Gebäude verkaufen. „Wir haben uns über mehrere Lösungen unterhalten“, sagte Danilo Baumgarten. Genaueres könne man jedoch noch nicht sagen.

Einfluss auf die Entscheidung hat das Landeskommando jedenfalls nicht. Vielmehr geht es darum, die Entwicklung wohlwollend zu begleiten und den Verein mit Know-How zu unterstützen, so Knop: „Der Verein muss auf Füße gestellt werden, die tragfähig sind.“ Erst dann könne die Ausstellung die Geschichte auch für Generationen und nicht nur für wenige Jahre erlebbar machen. „Es ist toll, was der Verein mit dieser Ausstellung geschafft hat“, sagte der Oberst. Und davon sollten die Menschen so lange wie möglich etwas haben.