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Bunte Töppen

Warum die Dynamo-Profis durch die Farbenpracht ihres Schuhwerks auffallen.

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© Lutz Hentschel

Von Sven Geisler

Ede Geyer schimpfte schon vor Jahren: „Seit es diese bunten Schuhe gibt, silber, blau und so weiter, da glauben manche Spieler, die laufen von ganz alleine, wie der kleine Muck. Die hab’n doch ’n Ritzel an der Dattel.“ Wie würde der Dresdner Meistertrainer heute erst granteln, wenn er die Farbenpracht des Schuhwerks der Dynamo-Profis sieht. Orange dominiert, Grün und Gelb liegen im Trend, auch Pink und Lila. Oft kombiniert, neonleuchtend und mit auffälligen Schnürsenkeln.

Thorsten Schulz zuckt mit den Schultern. „Den klassischen schwarzen Schuh gibt’s nicht mehr.“ Der Ausrüster mag es auffällig und fordert, dass die Spieler die bunten Töppen tragen. „Dass ich irgendwann mal mit grünen Schuhen auflaufe, hätte ich mir selber nicht zugetraut“, meint Schulz und schmunzelt. Dafür musste er sich dann auch von seinen früheren Kollegen des VfR Aalen aufziehen lassen, die beim Testspiel als Zuschauer auf der Tribüne saßen.

Aber letztlich ist ihm die Farbe egal. „Es ist ein gutes Modell. Wichtig ist, dass mein Gegenspieler den Schuh nur von hinten sieht.“ Schulz hat sich für das kleinere Übel entschieden, also gegen Violett, was sich in der Kombination mit Schwarz-Gelb nicht nur aus optischen Gründen eigentlich ausschließt. Trotzdem trägt ausgerechnet Cristian Fiel die Farbe des Konkurrenten aus dem Erzgebirge. Allerdings würde er die niemals fürs Spiel schnüren. „Mein Vater hat mir von klein auf eingebläut, ich solle durch Leistung auf dem Platz auffallen und nicht durch die Farbe der Schuhe“, erzählt der Spanier augenzwinkernd. „Und auf seine alten Tage muss ich mir keinen Ärger mehr mit meinem Vater einhandeln.“ Deshalb hat er noch ein beinahe herkömmliches Modell: schwarz mit roten Hacken.

Sogar Ede müsste die Farbenpracht wohl zähneknirschend akzeptieren, denn das ist längst keine Modeerscheinung, sondern Strategie der Hersteller. Thorsten Schulz unterstellt ihnen eine nette Absicht. „Ich glaube“, meint der Abwehrspieler, „sie wollen damit mehr Frauen für unseren Sport begeistern.“ Wenn das klappt, sei es doch in Ordnung. Wobei: „Mehr als 30 000 passen bei uns sowieso nicht rein.“