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Bunter Völker-Mix zum Markt der Kulturen

Mit lautem Paukenschlag machte der Markt der Kulturen am vergangenen Sonnabend schon von Weitem auf sich aufmerksam. Die Trommelgruppe der Schule zur Lernförderung hatte gerade ihren Auftritt. Im Rhythmus tanzte das begeisterte Publikum und schlenderte im Takt von Stand zu Stand.

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Von Anne Radecker undFranziska Sommer

Mit lautem Paukenschlag machte der Markt der Kulturen am vergangenen Sonnabend schon von Weitem auf sich aufmerksam. Die Trommelgruppe der Schule zur Lernförderung hatte gerade ihren Auftritt. Im Rhythmus tanzte das begeisterte Publikum und schlenderte im Takt von Stand zu Stand.

Über 60 gab es zu bestaunen. Neben dem „Eine Welt Laden“ aus Pirna ist auch das „Amnesty international“-Team angereist. Ebenso trug der Kreisschülerrat zur Bildung auf dem Markt bei. „Wir haben ein Quiz entwickelt, bei dem die Besucher an verschiedensten Ständen Fragen beantworten müssen“, so Daniel Franke. Darunter, was Empanadas seien. Die Neugierde wurde geweckt, und die Suche nach den gefüllten Teigtaschen gestaltete sich als Abenteuer, neue Gaumenfreuden zu entdecken.

Weniger Platz als ein Dackel

Zudem präsentierten sich auch Hilfsorganisationen zum Markt der Kulturen. „Wir sind ein Netzwerk aus verschiedenen caritativen Einrichtungen wie beispielsweise der Arbeiterwohlfahrt“, sagt Anke Loose von der AG Hilfe für Behinderte Menschen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. „Damit wollen wir eine effektive Zusammenarbeit erreichen.“ Organisiert werden Veranstaltungen, wie etwa eine Behindertendisko. Gegenüber wurden die Besucher mit Süßem verwöhnt. „Wir kommen hier vor allem über unseren Kuchen mit den Leuten ins Gespräch“, sagt Marianne Thum von der Opferberatung Dresden. „Gemeinsam mit der AG Asylsuchende informieren wir darüber, was einer asylsuchenden Person zusteht.“ Johannes Günther von der AG sitzt in einem mit gelbem Klebeband gekennzeichneten 4,5 Quadratmeter kleinen Zimmer. Hinein passen nur ein kleiner Tisch, ein Stuhl und eine Matratze. „Einem Dackel stehen im Vergleich dazu sechs Quadratmeter zu.“ Beengt fühlt er sich heute dennoch nicht. „Es kommen immer wieder Leute zu mir, da geht es für den einen Tag schon“, sagt er.

Mehr Platz hatten dagegen die Fußballfans. Am Rathaus erfreute das Dynamo-Dresden-Fanprojekt mit „fair play“ die Kinder und klärte über Vorurteile gegen Fußballfans auf. „Wir wollen zeigen, dass Fans nicht unbedingt gewaltbereit sein müssen“, so Torsten Rudolph.

Generell bot die Feiermeile einen bunten Mix aus Völkern und Kulturen. „Der Markt der Kulturen ist als Zeichen für Demokratie und Vielfalt zu verstehen“, so Sebastian Reißig von der Aktion Zivilcourage. Um mit Parteien, die demokratische Ziele verfolgen, ins Gespräch zu kommen, ist es für die Veranstalter des Marktes selbstverständlich, dass auch diese mit Ständen vertreten sind. Am Nachmittag wurde außerdem die Ausstellung „Menschen in Europa auf dem Weg“ eröffnet. Die Fotos sind bis Anfang Juni im Foyer des Rathauses zu sehen.

50 fleißige Helfer

Nach dem abendlichen Konzert der Prager Band „Prague Ska Conspiracy“ und der Apparatschik - Russendisko ziehen die Veranstalter von der AG Markt der Kulturen ein erstes Fazit: „Der Tag verlief rund, das Wetter hat wunderbar mitgespielt und die Organisation war noch nie so professionell.“ Besonders den über 50 Helfern, welche bereits am Freitag zum Aufbau, bis hin zum Abbau am Sonntag zum Gelingen beitrugen, widmet die Arbeitsgruppe ein dickes Lob.