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Burgteichschüler wollen unbedingt umziehen

60 Schüler und Eltern erinnern die Stadträte an ihren Beschluss. Eine Entscheidung fällt frühestens Ende Februar.

© SZ Thomas Eichler

Von Mario Heinke

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Am Transparent, das Kevin Haftmann und Steve Grunewald von der 10. Klasse der Burgteichschule in die Höhe halten, müssen alle Stadträte auf dem Weg zur Sitzung vorbei laufen. „Haltet euer Versprechen“ steht darauf, eine eindringliche Erinnerung der Schüler, deren Umzug schon einmal verschoben worden ist. Philipp Richter, ebenfalls aus der 10. Klasse, hat sein Skateboard unterm Arm und sagt: „Ich kämpfe hier für meinen Bruder, der in die 5. Klasse geht“. Die Zehntklässlerin Laura Proft fügt hinzu: „Schon in der 5. Klasse hieß es, dass wir in die Schliebenschule ziehen sollen.“ Sie ist dagegen, dass es nun nochmals zu einer Verschiebung kommt. Die Äußerungen der Schüler zeigen, dass die vor einer Woche bekannt gewordenen Pläne der Stadtverwaltung, den Umzug der Burgteichschule ins Schliebenschulzentrum noch einmal zu verschieben, in der Burgteichschule gar nicht gut ankommen. Rund 60 Schüler, Eltern und Lehrer versammelten sich deshalb gestern vor dem Rathaus, um ihrem Unmut freien Lauf zu lassen. Das Problem der Demonstranten: Die Umzugspläne standen gestern gar nicht auf der Tagesordnung. Ein Teil der Protestler begab sich um 17 Uhr in den Bürgersaal, um in der öffentlichen Fragestunde trotzdem ihr Anliegen vorzubringen. Eine Stunde harrten Schüler und Eltern geduldig aus, bevor die Fragestunde begann. Jan Heidrich, ein Schüler aus der 9. Klasse, ging ans Mikrofon und fragte, ob ein Stadtrat den Mut habe sich zu äußern.

Oberbürgermeister Arndt Voigt (Freie Bürger) erklärte dem Schüler zunächst, dass er nicht die richtige Frage gestellt habe, weil das Thema erst im März im Stadtrat behandelt werden soll. Stadtrat Thomas Zabel (CDU) stieß in das selbe Horn und bemerkte, dass es sich verbiete, jetzt zum Thema zu reden, da dies nur populistisch und unsachlich wäre. Zahlreiche Räte nutzen ungeachtet der Belehrung die Möglichkeit darauf hinzuweisen, dass es einen gültigen Beschluss des Stadtrates zum Umzug der Burgteichschule in das Schliebenschulzentrum gibt und sich daran nichts geändert habe. Dazu muss man wissen, dass die neuen Pläne der Verwaltung in die Öffentlichkeit gelangten, ohne dass die Stadträte vorher darüber informiert worden waren. Die Räte erfuhren, wie jeder andere Bürger, aus der Zeitung oder dem Internet, was die Stadtverwaltung vorhat. So soll die Burgteichschule nicht wie geplant 2017 in die Schliebenschule ziehen, sondern in dem maroden Plattenbau verharren, bis die Parkschule saniert ist. Die Parkschule sollte stattdessen 2017 in die Schliebenschule ziehen und dort dauerhaft bleiben, um einen weiteren Umzug zu vermeiden. Der Grund für die geänderten Pläne ist die dringend notwendige Sanierung der Parkschule. In den letzten Monaten gab es dort massive Probleme mit der elektrischen Anlage, deshalb will die Verwaltung die Innensanierung 2017 angehen.

„So geht man nicht mit Menschen um“, kommentierte Stadtrat Klaus Zimmermann (SPD) den Vorgang und bekam dafür viel Beifall aus den Besucherreihen. Annekathrin Kluttig (Zittau kann mehr) bat den Oberbürgermeister, die unangenehme Situation für die Schule schnell aufzulösen und beantragte, anders als geplant, bereits in der Februarsitzung eine Entscheidung herbeizuführen. Oberbürgermeister Voigt hält das für möglich, wenn man das Thema zuvor in den Ausschüssen behandelt habe.

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