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Burgteichschule soll länger im Plattenbau bleiben

Bisher sollte sie in das bald sanierte Schliebenschulzentrum ziehen. Doch die Stadt hat plötzlich andere Pläne.

© SZ Thomas Eichler

Von Mario Heinke und Thomas Mielke

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In der großen Pause am Freitag hat Veronika Kushmann die Katze aus dem Sack gelassen: Die Burgteichschule soll nicht wie geplant 2017 in die Schliebenschule ziehen, sondern später in die Parkschule, wenn diese saniert worden ist. Die Parkschule hingegen soll 2017 in die Schliebenschule ziehen und dort dauerhaft bleiben. Das sehen die aktuellen Pläne der Stadtverwaltung vor. Am Donnerstag vergangener Woche ist die Schulleiterin der Burgteichschule von Hauptdezernent Thomas Mauermann darüber informiert worden. Ein Schock für die Direktorin, die aus ihrem Unmut keinen Hehl gemacht haben soll. „Seither habe ich gehofft, dass die Stadt noch eine andere Lösung findet“, verrät Veronika Kushmann. Die Hoffnung erfüllte sich nicht. Am Freitag informierte sie deshalb die Lehrer über die veränderten Umzugspläne. Die sorgten im Lehrerkollegium für Bestürzung und Betroffenheit.

Der Personalrat rief deshalb sofort eine außerordentliche Personalversammlung ein. Sieben Klassen der Burgteichschule wurden vorzeitig nach Hause geschickt. „Die ausgefallenen Stunden holen wir nach“, verspricht Frau Kushmann. In der Versammlung brachten die Lehrer ihre Enttäuschung zum Ausdruck. Seit vielen Jahren arbeiten sie in der Plattenbauschule unter sich ständig verschlechternden äußeren Bedingungen. Die Aussicht auf den Umzug in die sanierte Schliebenschule im Jahre 2017 sorgte immerhin dafür, dass sie die teils widrigen Umstände in der maroden Burgteichschule hinnahmen. Begeistert arbeiteten die Lehrer viele Stunden mit dem Planungsbüro AIZ zusammen, um die Ausstattung der neuen Schule bis ins Detail zu planen. Die Raumaufteilung und -ausstattung sollten zum Schulkonzept der Unesco-Schule passen. Kommt es nun so, wie die Verwaltung es plant, wäre diese ganze Arbeit umsonst gewesen. Veronika Kushmann hält das für völlig inakzeptabel.

Am Montagnachmittag haben Thomas Mauermann und Ralf Höhne von der Stadtverwaltung bei einer eilig einberufenen Versammlung vor dem Lehrerkollegium, Mitgliedern des Fördervereins und Elternvertretern die Gründe für die geänderte Umzugsplanung erläutern. Die SZ hat nachgefragt. Demnach ist der Grund für die geänderten Umzugspläne tatsächlich die dringende Sanierung der Parkschule. Sie ist zwar nach der Wende von außen, aber eben nicht von innen renoviert worden. In den letzten Monaten ist der Sanierungsbedarf – vor allem an der Elektrik – so groß geworden, dass die Verwaltung die Innensanierung 2017 angehen will. Das war zu der Zeit, als die Umzugspläne für die Burgteichschule erarbeitet worden, nicht abzusehen, sagt Oberbürgermeister Arnd Voigt (Freie Bürger). Zudem will die Verwaltung die Sanierung nicht bei laufendem Schulbetrieb ausführen lassen – zu schlecht sind die Erfahrungen laut Voigt und Mauermann bei den Bauarbeiten an Lessing- und Weinauschule in den letzten Jahren gewesen.

Die Verwaltung lehnt auch ab, dass die Parkschule während der Sanierung in die zuvor freigezogene Burgteichschule ausweicht. Zum einen gibt es sehr wahrscheinlich Probleme mit der Betriebserlaubnis. Die Burgteichschule genießt zwar Bestandsschutz. Zieht aber eine neue Schule ein, könnte der verloren gehen. Darüber hinaus sieht Mauermann die Verwaltung zu sparsamem Handeln verpflichtet: Wenn die Burgteichschule in Zittaus Süden zieht und die Parkschule in den Westen und zurück, sind das drei zu bezahlende Umzüge. Wenn zunächst nur die Parkschule umzieht, die Burgteichschule wartet und dann an den Ring zieht, sind das nur zwei Umzüge, die Kosten verursachen.

Als „eine fixe Idee“, kritisiert Torsten Mengel die neuen Pläne der Stadt. Der Rechtsanwalt ist Mitglied im Förderverein der Burgteichschule und hält die Pläne für unausgegoren und keineswegs für endgültig. Eltern und Lehrer wollen jetzt das Gespräch mit den Stadträten und alternative Lösungen suchen. Denn letztendlich entscheidet der Stadtrat, ob die Pläne der Verwaltung umgesetzt werden. Das sieht auch der Hauptdezernent so. Wenn sich der Zittauer Stadtrat dieses Themas annimmt, wird er entscheiden, welche Variante tatsächlich umgesetzt wird.

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