merken
PLUS Bischofswerda

Burkau ohne Philipps – ein Verlust fürs Dorf

Der Sonderpostenmarkt ist ein Magnet. Bürgermeister Hein sucht Alternativen – und wirbt bei Discountern für den Ort.

Dieses Foto, das vor Öffnung des Marktes am frühen Morgen entstand, nimmt die Zukunft vorweg: Ab dem Herbst wird der Kundenparkplatz am Sonderpostenmarkt in Burkau wohl leer bleiben.
Dieses Foto, das vor Öffnung des Marktes am frühen Morgen entstand, nimmt die Zukunft vorweg: Ab dem Herbst wird der Kundenparkplatz am Sonderpostenmarkt in Burkau wohl leer bleiben. © Steffen Unger

Burkau. Im Herbst ist Schluss. Dann zieht der Sonderpostenmarkt Thomas Philipps vom Burkauer Gewerbegebiet nach Bischofswerda um. Viele im Dorf sind deswegen sauer. „Wegen einer Rolle Geschenkpapier muss man dann nach Bischofswerda fahren“, kommentierte eine Burkauerin kürzlich auf der Facebookseite der Bischofswerdaer SZ. Auch auf dem Kundenparkplatz vor Ort hält sich die Begeisterung in Grenzen. „Burkau ist von uns nicht weit“, sagt ein älteres Ehepaar, das seine Einkäufe gerade in seinem Auto mit Kamenzer Kennzeichen verstaut. Ob sie künftig auch nach Bischofswerda kommen? „Das wird die Zeit zeigen“, sagen sie. Für die Bischofswerdaerin Astrid Mühlmann ist der bevorstehende Umzug dagegen ein Gewinn: „Dann muss ich nicht mehr bis nach Burkau fahren, um für meinen Garten einzukaufen“, sagt sie.

Thomas Philipps ist seit der Eröffnung 1993 ein Kundenmagnet in Burkau – nicht nur für die Bewohner der Gemeinde. Der Sonderpostenhandel ist zwar kein Lebensmittelmarkt, er bietet aber auch ein Sortiment an Waren des täglichen Bedarfs – von Haushaltschemie, Hygieneartikeln und Kosmetika bis zu einem begrenzten Angebot an Lebens- und Genussmitteln. Wer von den Burkauern beim Einkauf im Umland etwas vergessen hat, fährt oft schnell noch zu Philipps, sagt Bürgermeister Sebastian Hein (CDU). „Fürs Dorf ist der Wegzug ein Verlust“, sagt er.

TOP Immobilien
TOP Immobilien
TOP Immobilien

Finden Sie Ihre neue Traumimmobilie bei unseren TOP Immobilien von Sächsische.de – ganz egal ob Grundstück, Wohnung oder Haus!

Ohne den Sonderpostenmarkt wird in Burkau nicht gleich der Versorgungsnotstand ausbrechen. Mehrere Bäckereien aus dem Umland unterhalten im Ort Filialen. Es gibt mehrere Fleischer, einen Getränkehandel, eine Drogerie, deren Inhaber zugleich Dienstleistungen wie einen Paketshop anbietet, und mit der Genusswerkstatt sogar einen Markt für Delikatessen. Ersatz für den Sonderpostenmarkt könnte ein Discounter bringen, sagt Sebastian Hein. Nicht erst, seitdem die Umzugspläne von Philipps öffentlich sind, sei die Ansiedlung eines Verbrauchermarktes in Burkau ein Thema für ihn, sagt der Bürgermeister. Schon in den vergangenen Jahren habe er mit mehreren Handelsketten gesprochen und für den Standort in der Gemeinde an der Autobahn geworben. Bislang ohne Erfolg. Aber Sebastian Hein will nicht aufgeben. Ein langer Atem kann sich auszahlen, wie das Beispiel Großharthau zeigt. Dort kämpften Bürgermeister, Verwaltung und Gemeinderat mehr als 20 Jahre für einen Verbrauchermarkt. Erfolgreich. Seit diesem Frühjahr ist Norma da.

Standort für Discounter noch offen

Wo sich mal ein Discounter in Burkau ansiedeln könnte, ist noch offen. Die Frage des genauen Standortes hänge von den Gesprächen mit einem künftigen Investor und Betreiber ab, sagt Sebastian Hein.

Weiterführende Artikel

Philipps zieht von Burkau nach Bischofswerda

Philipps zieht von Burkau nach Bischofswerda

Für den Sonderpostenmarkt wird die Schiebock-Passage umgebaut. Das hat Auswirkungen für einige andere Mieter.

Die Halle im Gewerbegebiet an der Säuritzer Straße, wo Thomas Philipps verkauft, dürfte nach dem Umzug erst einmal leer bleiben. Das Gebäude befindet sich im Eigentum der Handelsgesellschaft. Man beabsichtige einen Verkauf der Immobilie, sagte Uwe Speckmann, Leiter Expansion und Objektverwaltung in der Firmenzentrale. Dort betrachte man „Bischofswerda langfristig als den sichereren und attraktiveren Standort“, sagte Uwe Speckmann. „Wir haben in Burkau einen großen Kundenstamm, von dem wir hoffen, dass er uns auch in Bischofswerda die Treue hält. Und wir sind überzeugt, am künftigen Standort neue Kunden, auch aus dem Oberland und der Region Neustadt, gewinnen zu können.“ Im Oktober, spätestens im November 2019 will der Sonderpostenmarkt im Einkaufszentrum Schiebock-Passage das neue Geschäft eröffnen.

Mehr zum Thema Bischofswerda