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Bus fährt nicht mehr direkt ins Zentrum

Manch einer möchte auf dem Boulevard einkaufen – kommt aber schlecht dorthin. Ein Kunde kauft nun lieber woanders ein.

Von Anne Uhlig und Britta Veltzke

Bis vergangenen Dezember ist Jürgen Kunath immer gerne von Glaubitz aus, wo er mit seiner Frau wohnt, nach Riesa zum Einkaufen gefahren. Dann aber kam der Fahrplanwechsel.

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Es wurden zwei zusätzliche Fahrten zwischen Busbahnhof und Goethestraße eingerichtet. Dafür hält der Bus mit der Nummer 450 aus und nach Großenhain seitdem nicht mehr an der Goethestraße und damit auch nicht mehr in der Nähe der Hauptstraße, die gerade im hinteren Teil unter zu wenig Laufkundschaft leidet.

Nun müssten der 74-jährige Jürgen Kunath und alle anderen Fahrgäste, die zur Riesaer Hauptstraße wollen, vom Busbahnhof aus laufen oder aber in einen anderen Bus umsteigen.

„Für junge Leute ist das sicher kein Problem, aber gerade für Senioren ist die Tour ohnehin schon schwer, und wenn dann noch ein Umstieg mit all den Einkäufen auf der Rückfahrt dazukommt, fährt man eben seltener oder geht einfach woanders einkaufen“, so der Rentner. Jürgen Kunath fährt zum Einkaufen neuerdings lieber nach Großenhain anstatt nach Riesa. Warum die Linie 450 nicht mehr an der Goethestraße hält, erklärt Jens Unger von der Verkehrsgesellschaft Meißen: „Durch den letzten Fahrplanwechsel ist eine Überschneidung mit dem Riesaer Stadtverkehr entstanden. Wir haben mit der Verkürzung also nur Parallelverkehr abgebaut“, sagt er.

Mit der Maßnahme wurde verhindert, dass die Linie 450 dem Stadtbus immer direkt hinterherfährt. Auch wenn es für Fahrgäste unbequemer ist, am Bahnhof umzusteigen, sei diese Lösung um einiges ökonomischer für das Verkehrsunternehmen. Außerdem sei der Busparkplatz, nach Angabe der Verkehrsgesellschaft Meißen, seit seinem Umbau eine sehr günstige und zentrale Umsteigemöglichkeit, die auch genutzt werden sollte. Fahrgäste, die nicht ganz so gut zu Fuß unterwegs sind, sehen das scheinbar anders.