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Löst sich der Busfahrplan-Streit im Gebirge?

Vor allem in Oybin hatte sich Unmut an den neuen Linien geregt - nun gab es Verhandlungen und Kompromisse. Einige Fragen sind aber noch offen.

Bus und Bahn besser zusammenbringen und dennoch die Nutzer mitnehmen - das soll auch im Zittauer Gebirge mit dem neuen Fahrplan klappen.
Bus und Bahn besser zusammenbringen und dennoch die Nutzer mitnehmen - das soll auch im Zittauer Gebirge mit dem neuen Fahrplan klappen. © Rafael Sampedro

Die Angst, abgehängt zu werden, hat sich vor einigen Wochen in der Gemeinde Oybin breit gemacht, nachdem erste Details zum neuen Busfahrplan-Konzept bekannt wurden: Weniger Direktverbindungen nach Zittau, mögliche Schwierigkeiten beim Schülerverkehr - das sahen die Gemeinderäte und eine Bürgerinitiative ab dem Spätsommer mit dem neuen Fahrplan auf sich zukommen und haben deshalb vernehmliche Kritik geübt.

Nun, nach den ersten detaillierten Gesprächen mit dem Landkreis, gibt sich Oybins Bürgermeister Tobias Steiner (SPD) zuversichtlich. "Wir sind auf einem guten Weg und haben in einigen Punkten Kompromisse erreicht", sagt er. Einer dieser Punkte ist die jetzige Linie 7, die Direktverbindung von Lückendorf nach Zittau, die so nicht mehr eingeplant war. "Sie wird es wieder geben - viermal am Tag", fasst Steiner die Ergebnisse zusammen. Gespräche gebe es zudem auch noch zur Verbindung zwischen Oybin und Zittau über Olbersdorf und den Wunsch nach einer Verbindung über die Grenze nach Tschechien. Dass es da noch einige Hürden gibt, sieht Steiner durchaus. Er sieht aber auch sachliche und bereitwillige Kooperation beim Kreis.

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Großschönau sieht Vorteile für Naturpark

Bei seinem Amtskollegen aus Großschönau, Frank Peuker (SPD), klingt die Einschätzung ähnlich. Auch er hatte zunächst skeptisch auf das per Internet-Vortrag vorgestellte Grundgerüst des Busfahrplanes geblickt. So hatte er beispielsweise ebenfalls die lange gewünschte Verbindung von Großschönau nach Varnsdorf (Warnsdorf) - Seifhennersdorf - Rumburk (Rumburg) bis Ebersbach gehofft, die der Kreis aber bei den Planungen für den Nahverkehr nicht herstellen kann.

Inzwischen konstatiert auch Frank Peuker eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem Kreis - und schätzt Vorteile durch neue Angebote wie die Linie über Großschönau - Waltersdorf - Jonsdorf: "Hier ergeben sich attraktive Querverbindungen im Naturpark Zittauer Gebirge, teilweise im Stundentakt", betont er. Einige Details hat auch Peuker noch im Visier - zum Beispiel mit Blick auf die Großschönauer Oberschule oder die Haltestelle am Skiheim, die nach den Bauarbeiten an der Hauptstraße in den kommenden zwei Jahren noch einmal neu diskutiert werden sollte. Er ist zuversichtlich, dass man auch hier mit dem Kreis Lösungen finden werde.

Lösungen zu finden, darauf hofft man auch in Olbersdorf: Im Gemeinderat hieß es lobend, dass man zusätzliche Fahrten in den Ferien und auch die neue Linienführung in Richtung Großschönau und Trixi gut finde. Allerdings sieht die Gemeinde weiterhin Nachbesserungsbedarf bei den reduzierten Fahrten an Vormittagen während der Schulzeit und auch bei den Angebotskürzungen bei Verbindungen nach Oybin und Jonsdorf vor allem abends.

Auch aus Jonsdorf kommt Kritik

Ein Ausdünnen der Verbindungen in ihre Gemeinde, nach Jonsdorf, kritisiert auch Bürgermeisterin Kati Wenzel (Freie Bürger) öffentlich. Vor allem kann sie nicht verstehen, warum die Grundschüler aus Oybin und Lückendorf, die in die Jonsdorfer Grundschule gehen, nicht mehr direkt dahin gebracht werden müssen, sondern nun in Olbersdorf einen Zwischenstopp einlegen und auf den Anschlussbus warten müssen.

Dass noch am Fahrplan gearbeitet wird, bestätigt der Landkreis auf Nachfrage. Auch Bürgerhinweise und -kritik erreichen den Kreis dazu: Beispielsweise von einer Oderwitzerin, die sich kürzere Wartezeiten für den Anschlusszug Richtung Cottbus und Berlin erhofft, wenn sie von Oderwitz aus nach Norden verreist. Zudem fragt sie sich, ob die Umsteigezeiten bei Schienenersatzverkehr überhaupt funktionieren werden. Beim Landkreis hält man sich dazu noch bedeckt: "Es besteht weiterhin interner Abstimmungsbedarf mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr und anderen Gremien zu grundlegenden Aspekten", teilt Sprecherin Julia Bjar auf Anfrage mit. Sie stellte jedoch in Aussicht, dass es Mitte Juni weitere Informationen dazu geben werde.

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Update, 3. Juni, 10.20 Uhr: In einer früheren Version dieses Textes haben wir fälschlicherweise berichtet, dass die Grundschüler aus Oybin und Lückendorf in die Oybiner Grundschule gebracht werden würden. Richtig ist, dass sie die Jonsdorfer Grundschule besuchen. Das haben wir korrigiert. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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