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Busfahrennur mit Jacke

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Von Christoph Scharf

Nicht nur Autofahrer hatten mit den sibirischen Temperaturen zu kämpfen. Auch an den Fahrgästen bei Regiobus ging sie nicht folgenlos vorüber. „Es ist doch nicht kundenfreundlich, dass ich mit Mütze, Handschuhen und Jacke bis zum Hals geschlossen sitzen muss – täglich eine Stunde – nur weil es keine Heizung gibt“, schreibt eine Bautzenerin an die SZ. „Wo soll der Sparzwang noch hinführen?“

Peter Bitterlich vom Unternehmen Regiobus bestreitet, dass die niedrigen Temperaturen in den Bussen etwas mit einer Sparpolitik zu tun hätten. „Selbstverständlich wird bei uns ordentlich geheizt.“ Der Fahrgastraum werde vom Kühlwasser des Motors erwärmt – allerdings sei das bei Temperaturen, die teils unter 20Grad minus lagen, problematisch. „Im normalen Stadtbus sind 90Kubikmeter Luft zu erwärmen, im Gelenkbus gar 135: Das lässt sich in 20Minuten einfach nicht warm bekommen“, sagt Bitterlich.

Da nicht genug Platz da sei, um alle Busse über Nacht drinnen unterzubringen, hätten Glas und Metall bei Betriebsbeginn die selbe Temperatur wie draußen. „Die Kollegen haben schon um dreiviertel drei früh angefangen zu heizen. Aber bei der ersten Tour ist es trotzdem noch nicht mollig warm – dafür müssten wir den Motor die ganze Nacht durch laufen lassen.“

Spätestens bei der zweiten Tour sollte die Temperatur wieder deutlich gestiegen sein. „Und eine geschlossene Jacke kann man im Winter auch im Bus verlangen – im Auto ist es schließlich bei minus 20Grad auch nicht sofort warm.“