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Dippoldiswalde

Busse bleiben wegen Warnstreik stehen

Im Osterzgebirge fuhr bis auf wenige Ausnahmen keine Linie. Die Fahrgäste mussten auf Alternativen setzen.

Weit und breit kein Busfahrer. Aber wenigstens ein Plakat informiert, warum sich am Mittwoch am Busbahnhof Glashütte kein Rad drehte.
Weit und breit kein Busfahrer. Aber wenigstens ein Plakat informiert, warum sich am Mittwoch am Busbahnhof Glashütte kein Rad drehte. © Foto: SZ/Franz Herz

Menschenleer sind am Mittwochmorgen der Busbahnhof in Dippoldiswalde oder der in Glashütte kurz vor 8 Uhr. In Glashütte stehen zwei Busse an den Steigen. In der Windschutzscheibe erklären große Plakate der Gewerkschaft Verdi mit zwei Worten, was los ist: „Heute Warnstreik!“

Selbst die elektronische Anzeigetafel in Glashütte bleibt dunkel. Nicht einmal die Züge der Städtebahn zeigt sie an, obwohl diese sowohl in Richtung Altenberg als auch nach Heidenau pünktlich um 7.45 Uhr abfahren. Die Anzeige wird aus der Zentrale des Regionalverkehrs Dresden gesteuert, der bestreikt wird. Daher fällt auch die Information zu den Zügen aus.

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Die Gewerkschaft Verdi hat für Mittwoch zur Arbeitsniederlegung aufgerufen, um höhere Löhne durchzusetzen. Die Tarifverhandlungen laufen derzeit. Betroffen ist fast das gesamte Verkehrsangebot des Regional- und Stadtverkehrs im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Das betrifft neben den Regionalbuslinien auch einige Elbfähren.

In Dippoldiswalde, wo sich um 8.15 Uhr normalerweise Busse aus dem ganzen Osterzgebirge treffen und viele Fahrgäste umsteigen, herrscht am Mittwoch Ruhe. Hier steht nicht ein Bus. Es gibt auch keinerlei Informationen dazu, warum die Fahrten alle ausfallen. Plakate sind nicht zu sehen.

Eine Frau stützt sich auf ihre Gehhilfe und fragt: „Streiken die heute wohl?“ Sie kommt vom Arzt und wollte jetzt eigentlich den Dippoldiswalder Stadtbus nach Hause nehmen. Nun muss sie sich zu Fuß auf den Weg machen.

Doch ein Bus biegt ein. Er gehört der Firma Eitner in Colmnitz und fährt auf der Linie 382 nach Dorfhain. Der Fahrer sagt: „Ich muss fahren. Wir sind ein Privatunternehmen.“ Es steigt aber niemand zu. Die Warnung vor dem Streik hat offenbar gewirkt. Mögliche Fahrgäste haben Termine umverlegt oder sich alternative Fahrtmöglichkeiten organisiert.

Zur selben Zeit versammeln sich zahlreiche Beschäftigte am Betriebshof der Regionalverkehr Sächsische Schweiz-Osterzgebirge GmbH in Pirna. Erfreut konstatieren dort die Streikorganisatoren, dass ihnen die Fahrer zu hundert Prozent gefolgt waren und kein einziger Bus den Hof verließ.

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