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Bussibär und Auqareluis ziehen zusammen

Die alte Schule ist nach aufwendiger Sanierung zu einem Heim für Krippen-, Kindergarten- und Hortkinder geworden.

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Von Ines Witt-Klotz

Punkt neun Uhr stehen die Kindergartenkinder bereit zum Wandertag. Eine Gruppe will in den nah gelegenen Wald, eine andere wird den Ort erkunden. Mit den Krippenkindern geht es an die Elbe und die ganz Kleinen dürfen, in ihren Wagen auf der Terasse platziert, den großen Baggern und Radladern im Hof zuschauen. Hier beginnen die ersten Arbeiten zur Neugestaltung der Außenanlagen. Die alte Schulküche soll auch noch abgerissen werden. Die Finanzierung übernimmt die Gemeinde.

„Den Umbau der ehemaligen Mittelschule Merschwitz zur Kindertagesstätte konnten wir zu etwa 50 Prozent mit Fördermitteln realisieren. Wir wollten das schöne, ortsbildprägende Gebäude aus dem Jahr 1901 erhalten und nun ist es eine tolle Einrichtung geworden“, sagt Bürgermeister Gerd Barthold. Er ist froh, dass das Zusammenwachsen der beiden Einrichtungen Bussibär (Seußlitz) und Aquarelius (Merschwitz) so gut vorangeht: „Sie hatten über ein Jahr Zeit, den Zusammenschluss vorzubereiten. „Das hat auch gut funktioniert. Wir haben gemeinsam schon sehr langfristig an unserem Konzept für das neue Haus gearbeitet. Unsere Ideen wurden bei der Planung berücksichtigt und unsere Vorstellungen von der funktionellen und farblichen Gestaltung umgesetzt. Dafür sind wir der Gemeinde sehr dankbar“, sagt Kathrin Schubert, Leiterin der neuen Einrichtung.

Es gehe ihnen allen erstaunlich gut, Kinder und Eltern seien rundum zufrieden, so die Einschätzung von Andrea Krömer, stellvertretende Leiterin. Ihr war der Abschied von der schönen Villa am Seußlitzer Schloss schwer gefallen: „Wir waren dort viele Jahre zu Hause und die Lage war herrlich. Aber das neue Gebäude mit seiner schönen Gestaltung, den hellen und großzügigen Räumen und den modernen Sanitäranlagen ist zum Wohlfühlen.“ Sie schätzt die vielen Spielmöglichkeiten, die Turnhalle, in der sich die 62 Kindergartenkinder auspowern können und die zentrale Lage. Für die 30 Hortkinder ist die Bushaltestelle direkt gegenüber ideal und auch für viele Eltern ist der Weg in den Kindergarten kürzer geworden. Die 28 Krippenkinder haben im Erdgeschoss einen in sich geschlossenen Bereich.

Das neue Haus ist nicht nur baulich gut gelungen. Hier wird auch ein neues Konzept umgesetzt, das von der Einteilung in Gruppenräume abweicht. In der Kita Merschwitz gibt es Funktionsräume, in denen sich die Kinder ihren Interessen entsprechend frei bewegen können. Jede Erzieherin betreut einen Funktionsraum, in dem sie sich mit „ihren“ Kindern auch zurückziehen kann.

In der Cafeteria gibt es ab 7.30 Uhr das gemeinsam vorbereitete Frühstück. Danach können sie sich im Atelier, Sportraum, dem Bau- und Kuschelzimmer aufhalten oder sich in die Lese- oder Schlafhöhlen zurückziehen. Die Räume sind über mehrere Etagen verteilt.

Natur und Kreativität

Deshalb hat jedes Kind eine Karte mit Foto, die es am jeweiligen Aufenthaltsortanpinnt. So wissen auch die Eltern beim Abholen schnell, wo sie ihr Kind finden. „Wir Erzieherinnen beobachten die Kinder und geben ihnen dort Hilfe, wo sie es brauchen. So können wir individuell fördern. Bei aller Offenheit unserer Räume und der Angebote gibt es immer auch Individualität“, erklärt Schubert. Da zum Konzept der Aufenthalt und die Bewegung an der frischen Luft gehört, wünscht sie sich einen schnellen Baufortgang der Außenanlage. Bei der Gestaltung kommen auch die 10 000 Euro zugute, die die Einrichtung bei einem Wettbewerb von Super-RTL gewonnen hat.