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Café Kugel ist das neue "Neiß"

Sarah Merker erweitert das Lokal in der Görlitzer Weberstraße zum Restaurant. Das zieht viel Neues nach sich.

Im Sommer sitzen Gäste vom Neiß gern im Garten. Sarah Merker und ihr Mann Enrico Merker laden dazu ein.
Im Sommer sitzen Gäste vom Neiß gern im Garten. Sarah Merker und ihr Mann Enrico Merker laden dazu ein. © Nikolai Schmidt

Nur wenig hat sich im Äußeren vom Café Kugel verändert. Dafür umso mehr drinnen im Lokal in der Weberstraße 10 in Görlitz: Der Tresen steht in einem anderen Raum. Ein Raumteiler gewährt Einblick in die völlig neue, große Küche. Das Lokal trägt einen anderen Namen: Neiß. Der bezieht sich zum einen auf die nicht weit entfernt fließende Neiße und zum anderen soll er ein Fingerzeig zum ebenso ausgesprochenen englischen "nice" sein:  schön, angenehm gut. Und das Lokal hat ein neues Konzept.

Ein Blick in die Speisekarte gibt Aufschluss darüber. "Wir sind jetzt ein Restaurant", erklärt Enrico Merker (37). Er ist der Restaurantleiter, seine Frau Sarah Merker (34) die Inhaberin vom Neiß. Jetzt werden nicht nur Kaffee,  selbst gebackener Kuchen und Imbiss angeboten, sondern auch eine Abendkarte. 

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Corona verschob den Start des neuen Konzepts

Anfang April wollten Sarah Merker und ihr Team mit dem Restaurantbetrieb starten. Corona machte einen Strich durch die Rechnung. Mitte Mai wurden schließlich die ersten Gäste zum Abendessen begrüßt. Sie können hier Speisen wählen, die es abends in keiner anderen Gaststätte in Görlitz gibt: Neiß bietet ausschließlich vegetarische und vegane Küche an.

Verantwortlich dafür ist Konrad Lehel. Er ist der neue Küchenchef. Der gebürtige Kodersdorfer, der jetzt in Görlitz lebt, absolvierte seine Kochausbildung im Hotel Tuchmacher in Görlitz, um danach in verschiedenen, auch Sterne-Küchen in Deutschland zu arbeiten. Die internationale Küche sowohl einfach als auch raffiniert mit der deutschen zu verbinden, hat er sich auf seinen Speiseplan geschrieben.

Bio- und Demeter-Produkte

Dabei kann der Küchenchef nicht nur auf frische Zutaten aus der Region zugreifen. Obst, Gemüse, Kräuter und vieles mehr kommen aus Bio- oder Demeter-Erzeugung. Die Gäste der ersten Wochen sind angetan davon. "Etwa die Hälfte sind tatsächlich Vegetarier oder Veganer", erzählt Enrico Merker. Die andere Hälfte seien Menschen, die sich gern auf Neues einlassen und einen Abend auf Fleisch verzichten können. 

Sarah und Enrico Merker wünschen sich, dass die Görlitzer selbst das vegetarische und vegane Angebot stärker wahrnehmen. An lauen Sommerabenden können die Gäste dabei im rustikalen Hinterhofgarten sitzen - umgeben von Blumen und jeder Menge Heil- und Gewürzkräutern. Noch fehlen dem Gastwirtspaar die Touristen, die nach dem Corona-Lockdown erst nach und nach wieder Lust am Reisen finden. Wie in anderen Görlitzer Lokalen machen Touristen auch im Neiß einen großen Teil der Gäste aus.

Hilfe vom Staat

Das Ehepaar Merker will aber nicht klagen. Mit der Soforthilfe vom Staat konnten Fixkosten beglichen werden. Während das Neiß lange geschlossen und alle Mitarbeiter in Kurzarbeit waren, hielt sich Merkers zweites Lokal, Jakobs Söhne, mit Lieferservice über Wasser.

Jetzt ist das Neiß in die Vollen gestartet. Acht Stunden täglich ist geöffnet:  Dienstag bis Sonnabend, jeweils 14 bis 22 Uhr,  Sonntag 10 bis 18 Uhr. Mehr Stammpersonal wurde eingestellt, die Gäste können kommen, Neues entdecken und Corona zumindest eine Weile vergessen.  

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