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My Home is my Caravan

Normales Wohnmobil? Nein, danke! Mit ihren speziellen fahrbaren Unterkünften sorgen diese Urlauber für Aufsehen. Teil 5 der Camping-Serie.

Manfred Hauer und Sima Primik besitzen ein sehr besonderes Fahrzeug, mit dem sie schon auf der ganzen Welt unterwegs waren.
Manfred Hauer und Sima Primik besitzen ein sehr besonderes Fahrzeug, mit dem sie schon auf der ganzen Welt unterwegs waren. © Marion Doering

Sachsen. Für die Urlauber ist Camping nicht nur ein Trend, sondern ihre große Leidenschaft. Mit ihren Gefährten fallen sie auf Campingplätzen und Wohnmobilstellfächen gleich ins Auge. Wir haben mit den Bewohnern der außergewöhnlichen Fahrzeuge gesprochen.

Neun Meter Luxus im Wohnbus

Renate Treis und Dieter Haase haben in ihrem Wohnbus genug Platz. Das große Fahrzeug ist im Innenraum luxuriös ausgestattet.
Renate Treis und Dieter Haase haben in ihrem Wohnbus genug Platz. Das große Fahrzeug ist im Innenraum luxuriös ausgestattet. © Marion Doering

Die Größe ihres Wohnmobils ist mit den Jahren immer weiter gewachsen. Nun, für den Ruhestand, haben sich Renate Treis und Dieter Haase einen 9,2 Meter langen Wohnbus angeschafft. Das Fahrzeug ist mit allem ausgestattet, was das Camper-Herz begehrt. "Wir haben eine geräumige Dusche, eine eigene Toilette, einen großen Wassertank und sogar eine Solaranlage auf dem Dach", sagt Haase. 

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Das Handwerk macht selbstbewusst
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In keinem anderen Bundesland ist das Handwerk so stark wie in Sachsen. Jedes vierte Unternehmen gehört hier zur Wirtschaftsmacht von nebenan.

Er ist stolz auf seinen Luxus-Camper. "Wenn man so wie wir bis zu sechs Monate unterwegs ist, möchte man einfach einen gewissen Komfort." Da ein Wohnbus dieser Größe bis zu 250.000 Euro kostet, spart das Ehepaar aus der Nähe von Köln gerne bei den Stellplätzen. "Wir stehen oft bei Bauern und Winzern auf dem Hof. Wenn man in deren Hofläden tüchtig einkauft, lassen die einen das kostenlos machen." In Dresden haben die Rentner auf dem Stellplatz neben dem Finanzministerium geparkt. 

Im Dachzelt aus Leidenschaft

Brigitte Hielscher und ihre Töchter Silja (oben) und Linnea (unten) machen auf dem Campingplatz Dresden-Mockritz Urlaub.
Brigitte Hielscher und ihre Töchter Silja (oben) und Linnea (unten) machen auf dem Campingplatz Dresden-Mockritz Urlaub. © Marion Doering

Brigitte Hielscher und ihre beiden Töchter Silja und Linnea sind wahre Dachzelt-Enthusiastinnen. Ihr Modell ist bereits 34 Jahre alt und bietet für bis zu vier Personen Platz. Es hatte schon drei andere Besitzer und gehört nun seit elf Jahren den Hielschers. Am liebsten sind die drei Frauen damit in Skandinavien unterwegs. "Der Süden ist nichts für mich. Ich fühle mich in Schweden und Norwegen einfach wohler", sagt Brigitte Hielscher. Das Zelt hat sie auf einen Citroen Berlingo XL gebaut.

"Man ist damit super flexibel, muss nicht auf dem Boden schlafen und bekommt genug frische Luft. Im Wohnmobil wäre es mir zu stickig." Mit ihrer Leidenschaft ist die Familie nicht alleine. Jedes Jahr treffen sich bis zu 18.000 Dachzeltliebhaber zu einem Festival. In diesem Jahr hätte die Veranstaltung nahe Hamburg stattfinden sollen. Allerdings fiel sie, wie viele andere, der Corona-Pandemie zum Opfer. 

Flexibilität XXL: Pickup mit Wohnaufsatz

Walburga und Robert Bachert stehen mit ihrem Wohnaufsatz auf einem Dodge Pickup auf dem Busstellplatz im Ostragehege.
Walburga und Robert Bachert stehen mit ihrem Wohnaufsatz auf einem Dodge Pickup auf dem Busstellplatz im Ostragehege. © Marion Doering

Im Alltag nutzen Robert und Walburga Bachert ihren Dodge Pickup ohne den Aufsatz. Dann bietet das Auto eine geräumige Ladefläche. Für die Reisen bringt das Ehepaar seine mobilen Räumlichkeiten auf dem großen Wagen an. "Ich finde diese Flexibilität einfach klasse", so Robert Bachert. Es gäbe auch noch größere Aufsätze, für die man dann aber auch einen noch größeren Pickup benötigt. "Uns reicht diese Größe aus", sagt der 68-Jährige.  

Seit 14 Jahren sind die beiden bereits mit ihrem Aufsatz unterwegs und dabei ganz schön herum gekommen. "Wir waren besonders viel in Skandinavien unterwegs. Zum Beispiel am Bolmensee in Schweden. Wir sind aber auch schon in Norwegen gewesen und hoch bis zum Nordkap gefahren", erzählt Walburga Bachert. In Dresden wollen sie sich gerne die Stadt ansehen und später das Elbsandsteingebirge erkunden. Bis es soweit ist, haben die beiden erstmal auf dem  Busstellplatz im Ostragehege eine Abstellmöglichkeit gefunden. 

Der Jugendtraum vom eigenen VW-Bus

Janina Buhlmann und Lina Thomann (rechts) haben es in ihrem ausgebauten T4 sehr gemütlich.
Janina Buhlmann und Lina Thomann (rechts) haben es in ihrem ausgebauten T4 sehr gemütlich. © Marion Doering

Mit ihrem VW T4 haben sich Janina Buhlmann und Lina Thomann einen kleinen Jugendtraum erfüllt. "Wir haben ihn durch einen Zufall gefunden und weil er recht günstig war, einfach spontan gekauft", berichtet Lina Thomann. Die beiden jungen Frauen haben ihren Bus selbst Stück für Stück ausgebaut. "Alle Möbel wurden von uns speziell für ihn angefertigt", sagt Janina Buhlmann. 

Insgesamt 4.000 Euro kostete ihr Traum vom eigenen VW- Bus. Für Luxus, wie beispielsweise eine Toilette oder Dusche, ist im T4 kein Platz. "Wir haben aber eine kleine Kühlbox für Lebensmittel." Bevor sie in Dresden angekommen sind, waren die beiden in der Sächsischen Schweiz unterwegs. "Als nächstes fahren wir nach Leipzig und Magdeburg", so Buhlmann. Weil der alte Dieselmotor für die meisten Innenstädte nicht zugelassen ist, haben die Frauen immer zwei kleine Räder dabei. 

Im umgebauten Militärfahrzeug rund um die Welt

Über neun Tonnen bringt der Steyr von Manfred Hauer und Sima Primik auf die Waage.
Über neun Tonnen bringt der Steyr von Manfred Hauer und Sima Primik auf die Waage. © Marion Doering

Mit ihrem Steyr können Manfred Hauer und Sima Primik bis zu vier Wochen an einem Ort stehenbleiben. In die Tanks des umgebauten Militärfahrzeuges passen 450 Liter Wasser und 700 Liter Diesel. Ganze 9,2 Tonnen ist der Koloss schwer. Mit ihrem Gefährt ist das Paar bereits auf der ganzen Welt unterwegs gewesen, zuletzt  für ein halbes Jahr in Marokko und Mauretanien. 

Nun wollten die Österreicher eigentlich in die Türkei, von dort aus in den Iran und die Arabischen Emirate. Auf Grund der Corona-Pandemie müssen sie nun in Europa Urlaub machen. "Jetzt besuchen wir halt unsere liebsten Nachbarn, die Deutschen. Danach geht es vielleicht nach Italien und Frankreich. Mal sehen, wie die Lage sich entwickelt", so Hauer. Eins steht aber mit Sicherheit fest. Den gemeinsamen Ruhestand will das Paar an so vielen verschiedenen Orten wie möglich verbringen. 

Drei Generationen im Retro-Wohnwagen

Fanny und Rico Jarick sitzen mit Tochter Lotta vor ihrem Eriba Wohnwagen auf dem Campingplatz Mockritz.
Fanny und Rico Jarick sitzen mit Tochter Lotta vor ihrem Eriba Wohnwagen auf dem Campingplatz Mockritz. © Marion Doering

Mit ihrem Eriba Wohnwagen im Retro-Look ist die Familie Jarick derzeit in und um Dresden unterwegs. Während die Großeltern gemeinsam mit einem Enkel in Wohnwagen schlafen, nächtigen Fanny und Nico mit dem zweiten Kind im Zelt. Außerdem fahren Eltern und Kinder mit dem Rad von Campingplatz zu Campingplatz, während Oma und Opa mit dem Auto unterwegs sind. Die Corona-Pandemie hat die Pläne der Familie nicht beeinflusst. 

"Wir hatten unseren Urlaub von Anfang an so geplant", sagt Nico Jarick. Der Wohnwagen der Großeltern sei noch neu. "Sie haben ihn 2019 gekauft. "Das ist wirklich ein top Wagen. Wir wurden schon öfter auf ihn angesprochen." Zu ihrem nächsten Stop in Kamenz wird die Familie jedoch mit dem Zug fahren. "Die letze Tour war schon ganz schön anstrengend für die Kinder. Das wäre also einfach zu weit für die beiden." 

Dieses Wohnmobil ist bald ein Oldtimer

Sylvia und Markus Düster haben ihr 29 Jahre altes Hymer Wohnmobil auf dem Caravanstellplatz am Finanzministerium abgestellt.
Sylvia und Markus Düster haben ihr 29 Jahre altes Hymer Wohnmobil auf dem Caravanstellplatz am Finanzministerium abgestellt. © Marion Doering

Ganze 29 Jahre ist das Wohnmobil der Familie Düster schon alt. "Nächstes Jahr bekommt es ein Oldtimer-Kennzeichen", berichtet Markus Düster stolz. Seit acht Jahren ist das Hymer Wohnmobil in seinem Besitz. "Für diese Größe ist es einfach optimal ausgestattet. Wir haben hier drin alles, was man braucht, sogar eine Dusche und eine Toilette." Sechs Meter lang und gut zwei Meter breit ist sein Modell. Die Familie kommt aus Landshut in Bayern. 

Für mehr Flexibilität haben die Düsters ihre Räder eingepackt. "Wir lieben es spontan zu sein und haben uns erst gestern dazu entschieden, dass wir gerne nach Dresden fahren möchten." Auch der 16-jährige Florian Düster fährt noch gerne mit dem Wohnmobil und seinen Eltern in den Urlaub. "Bis jetzt komme ich immer gerne mit." In Dresden ist die Familie auf dem Parkplatz nahe des Finanzministeriums zentrumsnah untergekommen. 

In der Serie "Die neue Lust am Camping" sind bereits erschienen:

Teil 1: Der neue Boom auf Sachsens Campingplätzen

Teil 2: Camping wird immer komfortabler

Teil 3: Hier sind Camper willkommen

Teil 4: Campen in der freien Natur - wo ist das erlaubt?

Teil 5: My Home is my Caravan

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