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Campingplätze sind gefragt

In der Region sind die Dauerplätze voll. 2017 kamen aber weniger Tagesgäste. Die Gründe dafür sind temporär.

© Dietmar Thomas

Von Tina Soltysiak

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Die sonnigen Mittagsstunden nutzen Gabriele und Peter Glacki am Dienstag für einen Ausflug auf den Campingplatz. In den vergangenen 16 Jahren haben sie es sich in Lauenhain auf dem Platz für die Dauercamper nett gemacht. Sie sind aus Mittweida gekommen, um nach dem Rechten zu sehen. „Und um die Vögel zu füttern“, sagen die Senioren. Es sei Glück gewesen, dass sie 2002 einen Platz für ihren Wohnwagen inklusive Vorzelt bekamen. „Wir haben angefragt, landeten zunächst auf der Warteliste. Dann kam das Hochwasser. In dessen Folge haben einige Dauercamper den Platz verlassen“, erzählt Peter Glacki. Der Zusammenhalt unter den Dauercampern sei früher etwas besser gewesen als er es heutzutage ist. Doch es sei ein friedliches Miteinander auf dem Platz.

Warteliste für Dauercamper

Nun, außerhalb der Saison, ist fast nichts los. Die Stellplätze für die sogenannten Durchgangscamper sind gänzlich verwaist. Dort werden sich erst ab April, wenn auch der Zweckverband Kriebsteintalsperre in die neue Saison startet, wieder verstärkt Besucher tummeln. Der Zweckverband unterhält rund um die Talsperre drei Campingplätze: In Lauenhain ist Platz für 85 Dauercamper und 30 Touristen, in Höfchen für 60 Dauer- und 50 Durchgangscamper und auf dem Platz „Mittweidaer Aue gibt“ es Kapazität für 70 Dauer- und 20 Tagesgäste mit ihren Wohnmobilen. „Die Plätze für die Dauercamper sind allesamt belegt. Es gibt Wartelisten und dauert mitunter Jahre, bis dort Plätze frei werden“, sagt Thomas Caro, Geschäftsführer des Zweckverbandes.

679 Stellflächen im Burgenland

Das Übernachten auf Zeltplätzen, egal ob in Zelten oder Wohnmobilen, erfreut sich bei den Sachsen zunehmender Beliebtheit. „0,2 Millionen Besucher buchten auf den sächsischen Campingplätzen 0,62 Millionen Übernachtungen“, so Diana Roth vom Statistischen Landesamt Sachsen in Kamenz. Damit sei der Zuwachs bei den Gästezahlen mit fast neun Prozent und bei den Übernachtungen mit knapp sieben Prozent überdurchschnittlich. Zahlen für Mittelsachsen sind in der Tourismuszahlen-Statistik für den Bereich Camping nicht ausgewiesen. Stattdessen liegen Daten für das Sächsische Burgen- und Heideland vor: Von 24 verfügbaren Campingplätzen waren im vergangenen Jahr 18 geöffnet. 679 Stellflächen standen auf den geöffneten Plätzen mit Urlaubscamping zur Verfügung. 1 474 Übernachtungen wurden, Stand Oktober, insgesamt gezählt, so die Statistiker.

Obwohl die Nachfrage steigt, kamen nicht ganz so viele „Durchgangscamper“ auf die freien Plätze rund um die Talsperre Kriebstein. „Die Berichte über die Straßensperrung und dass die Talsperre nur schwer zu erreichen ist, hat wohl einige abgehalten, zu uns zu kommen“, resümiert Thomas Caro. Und das, obwohl die Plätze in Lauenhain und „Mittweida Aue“ problemlos anzufahren waren. „Aber so weit informieren sich die Leute dann unter Umständen nicht“, so Caro.

Straßensperrung vermiest Geschäft

Zudem habe auch das „extrem wechselhafte Wetter“ die Nachfrage nach den Stellplätzen für Wohnmobile gedämpft. „Wir hatten gegenüber 2016 auf allen drei Plätzen einen Rückgang zu verzeichnen“, so Caro. Er hofft, dass sich dies 2018 ändert. „Mit den Jahren zuvor können wir zufrieden sein. In Lauenhain sorgen sehr viele Sportgruppen für verlässliche Buchungen und Auslastungen“, so der Geschäftsführer des Zweckverbandes.

Er räumt auch ein, dass die Plätze „nicht den oberen Kriterien entsprechen, was die Ausstattung betrifft. Da haben wir Modernisierungsebedarf“, sagt Thomas Caro. Geplant sei, kostenfreies Wlan in Lauenhain einzurichten. „Dort ist die Mobilfunkabdeckung generell schlechter. Eventuell müssen wir eine Antenne aufstellen. Wir sind dran, ich kann aber keinen konkreten Zeitplan nennen“, so Geschäftsführer Thomas Caro.

Dasselbe gelte für die Aufwertung des Platzes an sich: „Geplant ist, zehn Wohnmobilstellplätze mit festem Strom- und Wasseranschluss herzurichten. Das würde etwa 75 000 Euro kosten“, erläutert er. Geld, das der Zweckverband aber nicht auf der sprichwörtlichen hohen Kante hat. „Wir müssen warten, bis es ein geeignetes Förderprogramm gibt. Allein können wir das Vorhaben nicht finanzieren“, sagt er.

Trotz all der Unwägbarkeiten, an drei Terminen sei auch der Campingplatz für die Touristen bereits nahezu ausgebucht: Himmelfahrt, Pfingsten und das Talsperrenfest-Wochenende, so Thomas Caro. Ähnliches schildert Holger Nitzschke, Inhaber der Jugendherberge in Falkenhain. Auf dem Areal ist Platz für 25 Touristen- und 35 Dauercamper. „Durchgangscamper sind bei uns eher eine Randerscheinung. Gefragt sind die Plätze eher kurzfristig und wenn dann an den Wochenenden im Juli/August“, so Nitzschke.

Gäste aus ganz Europa in Baderitz

Im Altkreis Döbeln gibt es einen ausgewiesenen Campingplatz – am Stausee Baderitz. Den betreibt Hartmut Jeromin seit fast 30 Jahren. Voll belegt seien die 15 Wohnwagen-Stellplätze selten zur selben Zeit. „Das Problem ist, dass der Platz teilsweise durch Baustellen schwer zu erreichen war. Zudem hat die Gemeinde Zschaitz-Ottewig ein Schild mit der Begrenzung auf drei Tonnen aufgestellt. Das verunsichert einige meiner Gäste, sie bleiben fern“, so Jeromin. Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung kann er den Aufwärtstrend in Sachen Campingtourismus aber durchaus bestätigen. „Die Nachfrage steigt. Die Lage unseres Platzes ist eigentlich günstig, die Autobahn und damit die drei sächsischen Großstädte schnell zu erreichen. Das beschert uns Gäste aus ganz Europa“, sagt er.