merken
PLUS

Großenhain

Campingplatz-Ausbau verzögert sich

Ursprünglich sollte am Brettmühlenteich ganz schnell gebaut werden – nun wird im Sommer wohl nur ein provisorischer Badebetrieb möglich sein.

Am Brettmühlenteich in Zschorna kann gebadet werden – allerdings ohne Aufsicht und ohne Infrastruktur. Denn die offizielle Eröffnung steht noch aus.
Am Brettmühlenteich in Zschorna kann gebadet werden – allerdings ohne Aufsicht und ohne Infrastruktur. Denn die offizielle Eröffnung steht noch aus. © Anne Hübschmann

Zschorna. Das hatte sich Investor Michael Welde etwas anders vorgestellt. Nach dem Kauf des Campingplatzgeländes am Zschornaer Brettmühlenteich wollte er eigentlich sofort mit den Umbau- und Modernisierungsarbeiten loslegen. Die Gemeinde Thiendorf hatte umgehend einen Bebauungsplan aufgestellt, und bis zum Jahresende 2018 sah es eigentlich gut aus mit einem schnellen Baubeginn. Aber dann brauchten die Landkreis-Behörden doch länger mit ihrem Okay zu den Projekt-Details. Knackpunkt ist die Infrastruktur. Wasser-, Abwasser- und Stromleitungen müssen komplett neu verlegt werden, wobei die Kanalisation einen Anschluss ans zentrale Entsorgungssystem braucht. „Über den Sommer darf ich nicht in die Erde rein“, sagt Michael Welde. Dennoch wolle er in diesem Jahr zumindest die Wasser- und Abwasser-Infrastruktur schaffen.

Das Umbau- und Betreiberkonzept des Kleinnaundorfers sieht vor, die Zahl der Caravan-Langzeitstellplätze von ehemals 250 auf 50 zu verringern. Hinzu kommen noch einmal 50 Stellplätze für Touristencamper, in der Regel Tages- oder Wochenendgäste. Um die Auslastung außerhalb der Ferienzeiten zu verbessern, setzt Welde auf ein neues Nutzerpotenzial – Schulklassen und Firmenbelegschaften, für die 36 Wohnhütten errichtet werden.

Wer den Pfennig nicht ehrt

und sich nicht im Paragrafendschungel zurechtfindet, ist schnell arm dran. Tipps und Tricks rund um Geld, Sparen und juristische Fallstricke gibt es hier zu finden.

Außerdem plant der Investor sechs 50 Quadratmeter große Ferienhäuser mit gehobener Ausstattung. Hier könnten sich Unternehmen einmieten und Gemeinschaftsaktivitäten, zum Beispiel Wandern oder „Schatzsuchen“, pflegen. Insgesamt soll der Erholungswert des sieben Hektar großen Geländes erheblich steigen. Einerseits dadurch, dass die Privatsphäre der Gäste durch ausreichende Abstände zwischen Stellplätzen und Hütten gewahrt wird. Zum gleichen Zweck ist auch die Neuanpflanzung von Bäumen und Sträuchern geplant. Überdies sieht das Konzept vor, den Platz – bis auf die An- und Abfahrt der Campingfahrzeuge – komplett autofrei zu halten. Der Strand am Brettmühlenteich wird weiter für den öffentlichen Badebetrieb zugänglich sein.

In diesem und wahrscheinlich auch während der Bauarbeiten im nächsten Jahr wird die Bademöglichkeit am Teich provisorisch aufrechterhalten. Der Parkplatz auf der gegenüberliegenden Straßenseite wird wieder offen und gegen eine Gebühr von zwei Euro nutzbar sein. Den sanitären Erfordernissen soll mit Dixitoiletten Rechnung getragen werden. Das eigentliche Campingplatzgelände, das monatelang vermüllt war, ist inzwischen beräumt. Von den selbstgezimmerten Behausungen der früheren Dauercamper sieht man nichts mehr, auch die abenteuerlichen Stromzuführungen zu den Stellplätzen sind verschwunden. Welde hat den Bauschutt und die Betonreste entsorgen lassen, so dass der Campingplatz momentan recht manierlich aussieht. Auch einige morsche Bäume, die die Sicherheit auf dem Gelände beeinträchtigten, wurden gefällt.

Im Bebauungsplanverfahren hatte es vonseiten der Bewohner der benachbarten Bungalowsiedlung etliche Einwände gegen die geplante Bebauung gegeben. Besonders die in der Nähe des Strandes geplanten Ferienhäuser waren den Anrainern ein Dorn im Auge. Sie führten eine Reihe von naturschutzrechtlichen Bedenken ins Feld, die aber beim Umweltamt keinen Widerhall fanden.

Insgesamt wird die Zahl der Gebäude auf dem Gelände sogar abnehmen. Die früheren Nutzer hatten ihre Campinganhänger fast alle umbaut, so dass eigentlich 250 kleinere und größere Bungalows am Brettmühlenteich standen. Michael Welde veranschlagt die Bauzeit bis zur kompletten Inbetriebnahme des Campingplatzes auf etwa zwei Jahre – sofern nicht noch weitere unliebsame Überraschungen die Sache verzögern.

Hier hatte offenbar noch ein Campingfreund kurz vor Schluss Sträucher gepflanzt.
Hier hatte offenbar noch ein Campingfreund kurz vor Schluss Sträucher gepflanzt. © Anne Hübschmann