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An der Lagune wächst das Piratencamp

Der Campingplatz am Berzdorfer See bietet künftig nicht nur simple Stellplätze, sondern viel Abenteuer, extravagante Schlafgelegenheiten und sogar Luxus.

Sie haben den Plan: Katrin Stübner, verantwortlich fürs Kaufmännische des Unternehmens, und Frank Haubner, Geschäftsführer der Campingpark Berzdorfer See GmbH.
Sie haben den Plan: Katrin Stübner, verantwortlich fürs Kaufmännische des Unternehmens, und Frank Haubner, Geschäftsführer der Campingpark Berzdorfer See GmbH. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Wie macht man aus drei Hektar Tagebau-Niemandsland ein El-Dorado für Camper? Frank Haubner schmunzelt. Der 59-Jährige hat da jede Menge Ideen. Und die kann er am Berzdorfer See, oberhalb der Blauen Lagune, nun endlich umsetzen. Seit Frühjahr rollen hier Bagger und Baufahrzeuge stärker denn je. Und wer auf den Parkplatz für den Strand zusteuert, sieht auf der eingezäunten Fläche dahinter nicht nur die ersten großen Linien des Campingplatzes entstehen, sondern auch ein Piratenschiff hervorlugen. Frank Haubner hat sprichwörtlich die Segel gesetzt.

"Wir wollen hier ein Feriendorf entstehen lassen, ein Piratencamp - so ähnlich wie man es von Center-Parks kennt", umschreibt der Geschäftsführer der Campingpark Berzdorfer See GmbH seine Idee. Dazu gehören neben 130 Stellplätzen für Caravans und Wohnmobile, ein extra Zeltplatz, ein Piratendorf mit Blockhütten unterschiedlicher Komfort-Ausstattung, Häuser auf Stelzen sowie ein Spielplatz, ein kleiner Einkaufsladen für die Camper und ein Fahrradverleih. Wer will, kann es als Camper luxuriöser haben und sich mit seinem Nachbarn einen kleinen Extra-Sanitär-Bereich in einer kleinen Holzhütte am Stellplatz teilen. Aber auch für all jene, die mehr zum Ursprung des Campens zurückkehren wollen, gibt es jede Menge Platz und Möglichkeiten.

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Tourismus am See braucht mehr Elan

Diese Vielfalt hat Methode - und Haubner Erfahrung mit Campingplätzen. "Ich habe 2006 am Berzdorfer See das erste Mal mit meiner Idee angefragt", sagt der Mann aus Sohland am Rotstein. Damals habe man ihn ausgelacht, er solle später mal wiederkommen. "Und da bin ich an den Bautzener Stausee gegangen", sagt er. Der 2007 eröffnete Campingplatz dort wird zwar nicht mehr von ihm geführt, läuft aber inzwischen blendend, vor allem auch, weil er fünf Sterne zu bieten hat und von Anfang an sehr auf Hygiene Wert legte.

Nun wagt Haubner doch noch einmal einen Versuch am Berzdorfer See - auch deshalb, weil hier das Tourismus-Feld nach all den Jahren noch immer nahezu unbestellt ist. "Das ist schon erschreckend, wie lange das dauert", sagt er nachdenklich. Daran kann er nun etwas ändern: Stefan Gläsel, Mitgesellschafter der GmbH und über verschiedene Firmen und Engagements lange mit dem See verbunden, wollte den Campingplatz schon länger entwickeln und hat mit Haubner nun einen passenden Partner und Geschäftsführer für dieses Vorhaben gefunden.

Lange dauern bis der Campingplatz eröffnet, soll es aber nicht mehr: Haubner will im nächsten Jahr starten. "Wann genau, müssen wir sehen", sagt er, denn zu tun ist noch vieles. Das macht er zum einen mit eigenen Leuten, denn Haubner hat eine Bau- und eine Gartendesign-Firma. Zum anderen ist für die Errichtung der Gebäude auf dem Areal mit Biedermann-Bau auch die Firma von Stefan Gläsel mit im Boot. "Wir machen das gemeinsam", erklärt Haubner. Der erste Sanitärbau mitten auf der Campingplatz-Fläche ist bereits im Rohbau fertig.

Ein weiteres - das noch größere Haupthaus - wird am Zugang zum Campingplatz enstehen: "Es wird die Rezeptions- und Verwaltungsräume enthalten, die Sanitäreinrichtungen für Familien und Menschen mit Behinderung, die Küchen sowie eine kleine Werkstatt und den Fahrradverleih", zählt er auf. Gebaut werden müssen auch noch die Hütten des Feriendorfes und die Stelzenhäuser. "Da wird zur Eröffnung sicher noch nicht alles komplett fertig sein, das hat aber den Vorteil, dass wir auf Nachfrage noch reagieren können", skizziert Frank Haubner, der schätzt, dass künftig acht bis zehn Angestellte hier arbeiten werden.

Aus Tagebau-Kippe wird Gartenlandschaft

Weil die Landschaft rund um den Platz wenig natürliche Schönheit birgt - wie sollte das bei einem Kippengelände auch sein - muss Frank Haubner Atmosphäre bauen. Damit schlägt er zwei Fliegen mit einer Klappe: Elemente wie kleine Brücken, bewachsene Bögen und ein Pfad der Sinne schaffen nicht nur Flair und Fotomotive auf dem Platz, sondern leiten die Gäste auch auf bestem Wege durchs Gelände, egal, ob zum Grill- oder Kochplatz, zu den Sanitärstationen oder zum Strandzugang. Der Campingplatz-Chef hat schon alles vor Augen: "Wir legen verschiedene Gärten an: Säulengarten, Heidegarten, Gräsergarten, Indian Summer und einen Mystik-Garten", erklärt er. Jede Ecke des Terrains hat dann einen eigenen Charakter. Einige Elemente sind schon zu sehen - wie beispielsweise erste Rhododendronbüsche, ein Steintisch, ein romantischer Blockhütten-Rest.

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Generell geht Frank Haubner künftig von einer Saison zwischen April und Ende Oktober aus - und von Campern aller Altersstufen. "Ein Kinderanimationsprogramm wird es bei uns aber nicht geben", betont er. Angebote allerdings sehr wohl: von Musik am Abend über Vorträge zur Region bis zum Knüppelkuchenbacken oder Basteln - je nach Nachfrage.

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