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Meißen

Campingplatz offen, aber keiner darf rein

Der Besuch des Bungalows ist kein triftiger Grund, das Haus zu verlassen, sagt das Sozialministerium.

Kurios: Der Campingplatz im Waldbad Oberau ist ab Ostern geöffnet, aber keiner darf hin.
Kurios: Der Campingplatz im Waldbad Oberau ist ab Ostern geöffnet, aber keiner darf hin. © privat

Niederau. Die Campingplatzsaison im Waldbad Oberau beginnt wegen der Corona-Krise später. Für Gäste bleibt der Campingplatz, der sonst zu Ostern geöffnet wird, verschlossen. Bungalowbesitzer könnten aber kommen, versicherte vor wenigen Tagen noch Objektleiter Alexander Rajek. Allerdings dürften sie keine Gäste empfangen und auch nicht über Nacht bleiben. In den Sanitäreinrichtungen seien kein Wasser und kein Strom angestellt. 

Die Einschränkung gelte vorerst bis zum 1. Mai. "Natürlich können wir nicht verhindern, dass die Bungalowbesitzer nach Oberau kommen. Sie haben ja alle einen Schlüssel für das Eingangstor. Sie können sich tagsüber auf ihren Grundstücken aufhalten, ohne Wasser und Strom müssen sie aber abends zwangsläufig wieder abreisen", so Rajek. Er setze auf die Vernunft der Gäste, sagte der Objektleiter vorige Woche. 

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Annemarie und Klaus Donat aus Großenhain wollten daraufhin nun am Wochenende nach ihrem Bungalow sehen, den sie hier seit 27 Jahren haben. Und erlebten eine böse Überraschung. "Am Eingang stand ein Schild, dass das Betreten des Campingplatzes verboten ist, weil der Besuch eines Bungalows keinen triftigen Grund zum Verlassen des Hauses darstelle. Zuwiderhandlungen würden mit einem Bußgeld geahndet", so Annemarie Donat. Komplett wurde die Verwirrung, weil eine Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung auf dem Campingplatz war, die von dem Schild nichts wusste. Die Gemeinde habe es jedenfalls nicht aufgestellt, sagte sie den Donats.

Keine klare rechtliche Regelung

Das bestätigt auch der Niederauer Hauptamtsleiter Ronny Reichel. Das Schild sei von der Polizeibehörde in Zusammenarbeit mit dem Sozialministerium aufgestellt worden. "Uns wurde vom Ministerium mitgeteilt, dass  Dauercamping keinen triftigen Grund darstellt, die häusliche Unterkunft zu verlassen. Die Gemeindeverwaltung Niederau als Ortspolizeibehörde weist darauf hin, dass ein Verstoß gegen die Rechtsverordnung eine Ordnungswidrigkeit darstellt und mit einem Bußgeld geahndet werden kann", sagt er.

Der Hauptamtsleiter und gelernte Jurist bemängelt, dass es keine klare rechtliche Regelung gäbe.  So sei nach der Verordnung Dauercamping untersagt, weil  Gemeinschaftsanlagen wie Sanitäranlagen oder Küchen eine nicht hinnehmbare Erhöhung des Infektionsrisikos mit sich brächten. Diese Gemeinschaftsanlagen sind in Oberau aber ohnehin geschlossen.  

Andererseits ist es gestattet, einen Zweitwohnsitz oder Nebenwohnsitz außerhalb des Landkreises aufzusuchen,  und zwar unabhängig von der Entfernung.  Und auch  eigene Kleingärten oder Grundstücke dürfen alleine oder in Begleitung des Lebenspartners beziehungsweise  mit Angehörigen des eigenen Hausstandes oder im Ausnahmefall mit einer weiteren nicht im Hausstand lebenden Person besucht werden. 

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"Wir bitten daher alle Dauercamper und Bungalowbesitzer, der rechtlichen Regelung nachzukommen und zunächst bis einschließlich 19. April auf die Benutzung des Campingplatzes und der Bungalows zu verzichten und damit alle Eventualitäten auszuschließen", so der Hauptamtsleiter. Nach dem jetzigen Stand werde das Waldbad am 1. Mai für alle Besucher öffnen. 

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