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Canaletto sorgt für Trubel

Der Maler soll das Image des Pirnaer Weihnachtsmarktes aufpolieren. Den Besuchern gefällt das. Aber eben nicht allen.

© Daniel Förster

Von Katarina Lange

Es ist ein Lichtermeer, das den Pirnaer Marktplatz schmückt. Knapp 10 000 LEDs bringen die etwa 13 Meter hohe Fichte zum Strahlen. Auch das Rathaus ist in Licht getaucht. Eine Projektion wirft verschnörkelte Fresken auf die Fassade. Daneben ziert ein Canaletto-Gemälde die Rathauswand. Im Minutentakt wechselt das Motiv. Mal sind Schiffe auf der Elbe zu sehen, mal schroffe Sandsteinfelsen.

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Canaletto-Markt mit Canaletto-Bild: Ein Gemälde wird ans Rathaus projiziert.
Canaletto-Markt mit Canaletto-Bild: Ein Gemälde wird ans Rathaus projiziert. © Marko Förster
Endlich was für uns: Auf dem Karussell gefällt es Erik und Mia (r.) richtig gut.
Endlich was für uns: Auf dem Karussell gefällt es Erik und Mia (r.) richtig gut. © Marko Förster

Canaletto hat dem Pirnaer Weihnachtsmarkt einen neuen Stempel aufgedrückt. Mit diesem Konzept sollte das Image des eingestaubten Weihnachtsmarktes aufpoliert werden. Das ist den Machern auch geglückt. Die Besucher staunen über das ausgefallene Lichtkonzept. Ihre Hälse recken sich in Richtung der beleuchteten Rathausfassade. „Das macht was her“, sagt Besucher Peter Neumann und nickt anerkennend. Der Dresdner ist mit der ganzen Familie nach Pirna gekommen. Der Vergleich zum Vorjahr sei deutlich, findet er. Das sieht auch Monika Völkel so. Mit ihren Enkeln spaziert sie von Bude zu Bude. Den Kindern haben es vor allem die Karussells angetan. Sie müssen sich aber gedulden. Denn die Schlange vor dem Fahrgeschäft ist lang an diesem Sonnabend. „Wir vermissen dieses Jahr nur den Weihnachtskalender“, sagt Monika Völkel. Er wurde, genauso wie der Besuch vom Weihnachtsmann, aus dem Programm genommen. Bewusst, wie im Vorfeld betont wurde.

Buden am Stadthaus verwaisen

Das spiegelt sich auch an anderer Stelle wider. Die Bühne am Canaletto-Café ist nur spärlich geschmückt. Keine grünen Zweige, keine Lichterketten. Nur ein kleiner Tannenbaum verrät, dass es auf Weihnachten zugeht. Was fehlt, sind auch die Eingangstore zum Markttreiben. Sie reißen vor allem an der Schuhgasse eine Lücke.

Den Besuchern, die an den Glühwein- und Bratwurstbuden Schlange stehen, scheinen diese Details aber kaum aufzufallen. Bei den Händlern ist das anders. Die Veränderungen stoßen einigen von ihnen sauer auf. Kritik wird zum Beispiel an den einheitlichen Dachfolien geübt. Jeder Händler musste die rot-weiß gestreifte Folie aus der eigenen Tasche finanzieren. Dazu war er vertraglich verpflichtet. „Wenn es schneit, sieht die Folie aber sowieso keiner“, sagt Thomas Zeiler, der Pulsnitzer Pfefferkuchen verkauft. Und nicht nur dann. Abends gehen die einheitlichen Dächer generell unter.

Zeiler hätte mit seinem Stand gegenüber dem Rathaus noch Glück gehabt. Denn an den Buden hinter ihm herrscht an diesem Abend tote Hose. Eine Mitarbeiterin der Bäckerei Scholze wartet vergeblich auf Kunden. Am Stand mit erzgebirgischer Handwerkskunst daneben ist ebenfalls nichts los. „So eine blöde Bude, die ich habe“, ruft eine Verkäuferin einem Bekannten zu. „Diese Standbetreiber schauen nur auf das Stadthaus, in dem die Toiletten sind“, sagt Thomas Zeiler und bedauert seine Kollegen. Die Gasse sei unglücklich gewählt worden. Der Brunnen an der Ecke zur Marktgasse wirkt wie eine natürliche Barriere. Er schirmt die Buden zusätzlich ab. „Der offene Gedanke funktioniert an dieser Stelle nicht“, äußert Thomas Zeiler.