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Cannabis-Anbau in Lohmen vertagt

Das Baufeld im Gewerbegebiet bleibt leer. Die Investoren bauen ihr Gesundheits-Gras vorerst woanders an.

Gewerbegebiet in Lohmen: Löwenzahn wird zwar auch eine medizinische Wirkung zugeschrieben, eine eigene Halle lohnt dafür aber nicht.
Gewerbegebiet in Lohmen: Löwenzahn wird zwar auch eine medizinische Wirkung zugeschrieben, eine eigene Halle lohnt dafür aber nicht. © Steffen Unger

Mit der großangelegten Produktion von medizinischem Cannabis in Lohmen in der Sächsischen Schweiz wird es vorerst nichts werden. Das Berliner Pharma-Unternehmen Demecan, das in Lohmen eigens zu diesem Zweck eine neue Halle bauen wollte, konzentriert sich vorerst auf einen anderen Standort. 

Demecan hat kürzlich eine Produktionsanlage in Naunhof bei Radeburg übernommen, in der zuvor bereits der kanadische Konzern Wayland Hanfpflanzen verarbeitet hat. Dort soll laut dem  Unternehmen jetzt die größte Indoor-Produktion für medizinisches Cannabis in Europa entstehen. Das 30.000-Quadratmeter-Gelände war ursprünglich ein Schlachthof.   

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Für Lohmen heißt das: warten. "Die Pläne zu einer Betriebsstätte in Lohmen hat Demecan nicht weiter verfolgt", erklärt eine Sprecherin des Unternehmens. Im Gewerbegebiet an der Kohlbergstraße wollte die Firma eine 2.700 Quadratmeter große Halle zum Anbau von Cannabis-Pflanzen errichten. 

Baubeginn sollte im Frühjahr sein, noch vor Jahresende 2020 wollten die Betreiber die ersten Blüten ernten - das Ganze unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Demacan ist eines von wenigen Unternehmen, das in Deutschland Medizinalhanf anbauen darf.

Hoffen auf Hanf-Nachfrage

Für die Gemeinde Lohmen ist die Ansiedlung damit aber noch nicht gestorben. Die Fläche sei weiterhin für das Unternehmen reserviert, erklärt Bürgermeister Jörg Mildner (CDU). Im Dezember 2019 hatte der Gemeinderat dem Verkauf der Gewerbefläche an das Unternehmen Demecan zugestimmt. Ein Kaufvertrag wurde aber noch nicht unterzeichnet. Den letzten Kontakt gab es im Frühjahr.

Bürgermeister Mildner geht davon aus, dass Lohmen für eine eventuelle Erweiterung der Produktion von Demecan weiterhin im Rennen ist - je nachdem, wie sich die Nachfrage nach dem medizinischen Cannabis entwickelt. 

Die Produktion wird in Deutschland vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte geregelt. Dessen Cannabisagentur kontrolliert Anbau, Ernte, Verarbeitung, Qualitätsprüfung sowie die Abgabe an Großhändler und Apotheker. Im Frühjahr 2019 hatte die Behörde die Zuschläge für den Anbau von insgesamt 10,4 Tonnen Cannabis für medizinische Zwecke über einen Zeitraum von vier Jahren erteilt.

Das 2017 gegründete Berliner Start-up Demecan sicherte sich den Zuschlag über 2,4 Tonnen. Die Firma will laut eigener Aussage zum führenden Hersteller von medizinischen Cannabisprodukten in Deutschland und Europa werden. Bis ausreichend Medizinalcannabis aus deutschem Anbau verfügbar ist, wird der Bedarf über Importe gedeckt.

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