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Carina Dittrich gewinnt die Wahl

Es war knapp. Doch nun steht fest: Reichenbach hat eine Bürgermeisterin. Vierkirchen muss noch einmal wählen.

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Von Anja Gail

Reichenbach hat eine Bürgermeisterin. Carina Dittrich aus Sohland hat die Wahl gestern Abend mit 650 von 2 267 gültigen Stimmen gewonnen. Das sind 28,7 Prozent. Alle vier Kandidaten lagen wieder ganz dicht beieinander. Am Ende konnte sich die 49-Jährige aus Sohland mit einem Vorsprung von 73 Stimmen durchsetzen. Carina Dittrich ist über die „Freien Wähler“ in Sohland zur Bürgermeisterwahl angetreten. Sie arbeitet bisher mit ihrem Mann in einem eigenen Vermessungsbüro und engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich als Friedensrichterin.

Andreas Schneider (CDU) bekam 577 Stimmen (25,5 Prozent). Die beiden Einzelkandidaten Peter Schilling und Katja Slotta schafften es nach dem vorläufigen Stand von gestern Abend auf 552 (24,3 Prozent) beziehungsweise 488 Stimmen (21,5 Prozent). Von 4 189 Wahlberechtigten sind 2 282 Bürger zur Wahl gegangen. Das sind 54,42 Prozent. Am 7. Juni hatte die Beteiligung nur knapp darüber bei 55,24 Prozent gelegen.

Damit ist die Anspannung der vergangenen Wochen vorüber. Denn viele Reichenbacher waren sich unsicher, wer die Geschicke ihrer Stadt in den nächsten sieben Jahren weiterführen soll. Der Wahlkampf spitzte sich am Ende besonders zwischen Andreas Schneider und Peter Schilling zu.

Während in Reichenbach Klarheit herrscht, steht in Vierkirchen fest, dass in den nächsten vier Monaten eine Neuwahl organisiert werden muss. Denn 305 von 555 gültigen Stimmen fielen erneut auf den bisherigen Bürgermeister Horst Brückner. Das sind 54,95 Prozent der Stimmen. Er darf die Wahl aber nicht annehmen, weil er auch als Bürgermeister in Waldhufen gewählt worden ist. Dennoch bleibt der 63-Jährige für die nächsten Monate weiter Bürgermeister von Vierkirchen. Es ändert sich erst einmal nichts an der Situation, wie sie schon in den vergangenen sieben Jahren da war – Horst Brückner als ehrenamtlicher Bürgermeister von zwei benachbarten Gemeinden.

Dem hat der Freistaat jedoch einen Riegel vorgeschoben. Auch ehrenamtliche Bürgermeister in Sachsen dürfen nur noch eine Kommune führen. Diese Entscheidung empfinden viele Einwohner als einen Akt der Bürokratie, weil es in der Praxis kein Beispiel für einen Interessenkonflikt gegeben hat. Entsprechend ist die Wahl nun auch ausgefallen. Die meisten Bürger haben wieder Horst Brückner in das leere Feld auf dem Stimmzettel geschrieben.

Die restlichen Stimmen verteilen sich mit 115 auf Ingo Thiel (20,72 Prozent), 34 auf den ehemaligen Bürgermeister Andreas Nedo (6,13 Prozent) und 19 auf Andrea Weise (3,42 Prozent), die im Gemeindebüro arbeitet. Diesmal haben die Vierkirchener insgesamt 28 verschiedene Bürger auf den Stimmzetteln eingetragen. Die Wahlbeteiligung lag bei 40,7 Prozent, also nur knapp unter den 41,5 Prozent vom ersten Wahlgang bei 1 437 Wahlberechtigten.