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Caritas wehrt sich gegen Vorwürfe des CSD-Chefs

Ronald Zenker hat den  Träger der Flüchtlingssozialarbeit beschuldigt. Jetzt erklären die Verantwortlichen ihre Position.

CSD-Chef Ronald Zenker.
CSD-Chef Ronald Zenker. © Archiv/Sven Ellger

Eine neue Runde in der Auseinandersetzung um Ronald Zenker, den Chef des Christopher Street Days (CSD) in Dresden. Der 46-Jährige hatte die Caritas beschuldigt, ungerechtfertigt Geld zu kassieren. Konkret sagte Zenker, die Caritas kassiere vom Sozialamt für Flüchtlingswohnungen, die die Hilfsorganisation gar nicht mehr verwalte.“

Das entbehre jeder Grundlage, meldete sich jetzt die Caritas zu Wort. Die Organisation verwalte oder betreibe weder Flüchtlingswohnungen noch Übergangswohnheime. "Wir beraten im Auftrag der Stadt Dresden Flüchtlinge, die in entsprechenden Wohnungen oder Einrichtungen untergebracht sind. Dies geschieht aufsuchend im eigenen Wohnraum oder unsere Klienten kommen in unsere Büros in der Lohrmannstraße oder der Gamigstraße."

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Der entsprechende Vertrag mit der Stadt Dresden sehe vor, dass monatlich die im Bezirk Dresden-Süd vorliegenden Zahlen geflüchteter Menschen erfasst werden und dementsprechend Förderung an den Caritasverband gezahlt wird. Regelmäßig würden die Beratungskontakte und -inhalte ermittelt und mit dem Sozialamt ausgewertet. Das gleiche Prozedere gelte für die drei weiteren Träger der Flüchtlingssozialarbeit in der Stadt.

Der stellvertretende Geschäftsführer des Caritasverbandes Stephan Falley: „Im Bereich der aufsuchenden Kontakte weisen wir die Bewohner in die unterschiedlichen Systeme unserer Gesellschaft ein, wir übernehmen aber keine Ordnungs- oder Hoheitsaufgaben der Stadt Dresden".

Diesbezüglich sei die Caritas mit den Sachgebieten Unterbringung und Integration und Teilhabe des Sozialamtes in einem kritischen Dialog, um die Gratwanderung zwischen Beratung, Belehrung und Ordnungsaufgaben zu gestalten. "Für uns ist es nicht nachvollziehbar, wie Herr Zenker zu der Aussage kommt, wir würden Geld kassieren für Flüchtlingswohnungen, die wir nicht mehr verwalten. Wir weisen diese Behauptung entschieden zurück", sagt Falley.

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Zenker hat auch das Sozialamt der Stadt schwer belastet. Er vermutet, Hintergrund der Beschuldigungen gegen ihn sei "eine Neid-Intrige". Der Auslöser sei das Dresdner Sozialamt. Konkret nannte er eine Sachgebietsleiterin, die von der Amtsleiterin und einem Abteilungsleiter gedeckt werde. Sie "schießt alles zusammen", was die CSD-Arbeit betrifft, sagte der 46-Jährige. In diesem Zusammenhang erwähnte er auch die Caritas und behauptete, die Organisation kassiere vom Sozialamt Geld für Flüchtlingswohnungen, die sie gar nicht mehr verwalte.

Zenker wird vorgeworfen, Sex mit Schutzbefohlenen gehabt zu haben, die ihm als Landeskoordinator für homosexuelle Flüchtlinge anvertraut waren. (mit SZ/uwo, csp)

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