merken
PLUS Sachsen

Die Landeskirche muss mehr Vielfalt leben

In Sachsen hat sich die Kirche lange weitgehend unpolitisch gegeben. Mittlerweile ist das anders. Doch es fehlt an Vermittlern. Ein Kommentar.

© SZ/dpa

Die Positionen sind schwer miteinander vereinbar. Christen in der evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsens sammeln für Flüchtlingsschiffe. Andere Gläubige sind skeptisch und befürchten negative Folgen von Migration. Gegensätzliche Auffassungen auch zu anderen gesellschaftlichen Themen durchziehen nicht nur die Mitgliedschaft der evangelischen Kirche. Sie sind bei Pfarrern und der Leitung spürbar.

Vielfalt ist nichts Schlimmes, wenn man damit umgehen kann. Die Landeskirche hat sich allerdings lange nach außen hin weitgehend unpolitisch gegeben. Motto: Die Kirche kümmert sich um den Glauben, die Politik um den Staat. Und am besten ist es, wenn man sich freundlich weitgehend in Ruhe lässt.

StadtApotheken Dresden
Die StadtApotheken Dresden sind für Sie da
Die StadtApotheken Dresden sind für Sie da

Die StadtApotheken Dresden unterstützen Sie bei einer gesunden Lebensweise und stehen Ihnen sowohl mit präventiven als auch mit therapeutischen Maßnahmen, Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten zur Seite.

Gewinnen Themen wie Asyl und gesellschaftlicher Zusammenhalt jedoch an Dynamik, bleibt auch die Kirche nicht frei davon. Wahrgenommen werden, wie etwa bei der Flüchtlingsfrage, befürwortende oder ablehnende Stimmen, selten die vermittelnden.

Weiterführende Artikel

Die evangelische Landeskirche ringt um Einheit

Die evangelische Landeskirche ringt um Einheit

Nach dem Rücktritt von Bischof Rentzing setzen seine Kritiker auf Versöhnung. Seine Unterstützer hingegen drohen mit Austritt.

So erklärt Bischof Rentzing seinen Rücktritt

So erklärt Bischof Rentzing seinen Rücktritt

Seine Befürworter sprechen von einer "Schmutzkampagne". Nun hat der zurückgetretene sächsische Landesbischof selber einer Erklärung abgegeben.

Mich hat niemand unter Druck gesetzt

Mich hat niemand unter Druck gesetzt

Der sächsische Landesbischof hatte am 11. Oktober seinen Rücktritt erklärt. Versuche der politischen Instrumentalisierung weist er von sich.

Landesbischof Rentzing legt Amt nieder

Landesbischof Rentzing legt Amt nieder

Im September wurde bekannt, dass Carsten Rentzing früher Mitglied einer schlagenden Burschenschaft war. Nun reagiert er auf die innerkirchliche Kritik.

Das gilt auch für den Rückzug von Bischof Rentzing. Auslöser mögen dessen alte, neurechte Schriften sein, von denen er sich mittlerweile distanziert. Letztlich aber stehen sich Vertreter konservativer und linksliberaler Kirche gegenüber. Wie sollen sie zueinanderfinden, wenn es jenseits strikt theologischer Fragen kaum Verbindendes gibt? Ein Gerüst zu entwickeln, auch mit Blick auf aktuelle Politik, ist eine schwierige und notwendige Aufgabe für einen neuen Bischof. Vielleicht sogar eine dankbare.

E-Mail an Thilo Alexe

Mehr zum Thema Sachsen