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Freital

Stadtrat will Mehrzweckhalle für Freital

Der Sportsmann der CDU reicht einen Antrag ein, mehr Platz für Sport und Veranstaltungen zu schaffen. Die Zahlen sprechen dafür, die Kosten nicht.

So eine Halle wie hier in Görlitz wäre doch auch etwas für Freital, sagen viele Sportler.
So eine Halle wie hier in Görlitz wäre doch auch etwas für Freital, sagen viele Sportler. © André Schulze

Eigentlich ist Candida Mahoche ein Mann, der immer ein breites Lachen im Gesicht hat. Erst recht, wenn es um Sport, speziell um Fußball, geht. Doch spricht man ihn auf das Thema Sporthallen an, wird er ganz schnell ernst und das Lachen vergeht ihm. "Wir müssen es schaffen, in den nächsten Jahren in Freital eine große Halle zu bauen", hatte er wiederholt geäußert. Als Stadtrat der CDU reichte er nun einen Antrag ein und setzte das Thema auf die Tagesordnung. Die Verwaltung möge prüfen, ob, wo und in welcher Größe eine Multifunktionshalle mit Zuschauerrängen in der Stadt entstehen kann. 

Die Unterstützung ganz vieler Freitaler Sportler ist ihm gewiss. Denn die Hallenkapazitäten sind längst ausgeschöpft. Vor allem im Winter. Dann drängen neben den Volleyballer, Seniorensportgruppen, Tänzern oder Turnern auch die Fußballer und Leichtathleten in die Hallen. Gerade in der Kernzeit zwischen 16 und 20 Uhr sind in Freital deshalb keine Hallenzeiten mehr zu bekommen. 

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Mahoche kennt das aus eigener Erfahrung nur zu gut. Er ist Fußballtrainer beim Hainsberger Sportverein und leitet die Jugendabteilung. Allein acht Juniorenmannschaften hat der HSV im Wettbewerb, dazu kommen die Vorschüler. Zur Verfügung steht ihnen an mehreren Wochentagen aber nur die Halle der Hainsberger Grund- und Oberschule. "Wenn man richtig Technik und Taktik trainieren möchte, geht man da mit höchstens zehn Kindern rein", sagt Mahoche. Was aber rein organisatorisch bei so vielen Fußballern nicht machbar ist. Also quetschen sich mehr Nachwuchskicker als eigentlich sinnvoll in die Schulsporthalle.

Candido Mahoche ist Nachwuchstrainer beim Hainsberger Sportverein und will als CDU-Stadtrat den Bau einer Mehrzweckhalle vorantreiben.
Candido Mahoche ist Nachwuchstrainer beim Hainsberger Sportverein und will als CDU-Stadtrat den Bau einer Mehrzweckhalle vorantreiben. © Egbert Kamprath

Anderen Vereinen geht es ähnlich. Der SV Pesterwitz hat einen Aufnahmestopp für die Turner verfügt, die Halle fasst nicht so viele Sportler, wie gerne kommen würden. Beim Verein Muskelkater, inzwischen die Nummer zwei in der Stadt und speziell im Tanzen eine große Nummer, heißt es, man könnte locker weitere Sportgruppen aufmachen, die Nachfrage sei groß. Aber es fehle an Platz in den Sporthallen.

Dass die Hallen nicht reichen, weiß man in der Stadtverwaltung spätestens seit Frühjahr 2018. Damals wurde von einem Ingenieurbüro eine Studie zum Sportstättenbedarf vorgelegt. "Der Fehlbedarf beträgt derzeit gut drei Einfeldhallen und gut eine Mehrfeldhalle", heißt es darin. Einen Blick in die Zukunft haben die Experten auch gewagt und gehen von einer zunehmenden Nachfrage bis 2030 aus: "In der Prognose steigt das Defizit auf knapp sechs Einfeld-, eine Zweifeld- und eine große Dreifeldhalle beziehungsweise knapp zwei Zweifeldhallen", schreiben sie in der Studie. Um all das zu bauen, müssten etwa 37 Millionen Euro in die Hand genommen werden. Selbst der Bau nur der Mehrzweckhalle wird ein teurer Spaß. Um zu erahnen, um welche Dimension es gehen wird, reicht ein Blick nach Bannewitz. Dort entsteht gerade eine neue Dreifeldsporthalle für den Schul- und Vereinssport mit Sitzplätzen für knapp 200 Zuschauer. Das ganze kostet rund sechs Millionen Euro.

Gut investiert wäre das Geld auch an der Weißeritz. Denn die Freitaler sind sportlich. Rund 7.100 Einwohner sind in den 45 ortsansässigen Vereinen als Mitglieder registriert. Unter den zehn mitgliederstärksten Vereinen des gesamten Landkreises werden drei Freitaler Klubs aufgeführt. Der Hainsberger Sportverein ist mit 930 Kinder, Frauen und Männer die Nummer eins in der Stadt, gefolgt vom Muskelkater mit 702 Sportlern und dem SV Pesterwitz mit 662 Mitgliedern.

Mahoche geht es mit seinem Antrag aber nicht nur um die Sportler. Er hat weiter gedacht und fordert den Bau einer Halle, in der auch Konzerte, Messen, Ausstellungen oder feste veranstaltet werden könnten. Weil eine solche Halle zentral stehen sollte, kommt eigentlich nur ein Standort infrage: in Burgk nahe dem Stadion des Friedens. Mahoche liebäugelt mit der Fläche, die mal als Parkplatz und zum Windbergfest als Stellplatz für das Bierzelt genutzt wird.

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Das Vorbild für eine solche Halle steht in Wilsdruff. Die Saubachtalhalle dient dem Schul- und Vereinssport, an Wochenenden mieten sich oft auch auswärtige Vereine, Verbände oder Veranstalter ein. Die Wilsdruffer feiern in der Halle Neujahrsempfänge, Einschulung oder Blasmusikfeste, der sächsische Fußballverband seine Hallenmeister. Es gab sogar schon Zuchttaubenausstellungen. Candido Mahoche kann sich so etwas auch für Freital vorstellen. Er ist fest entschlossen, die Idee voranzutreiben. 

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