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CDU geht mit Bob-Pilot in die Landtagswahl

Nico Walther steht auf der Landesliste der sächsischen Union. Ein Spitzenplatz geht ebenfalls in den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Andrea Dombois hat gut lachen. Mit Bob-Pilot Nico Walther hat sie einen Prominenten für die CDU geworben. Beide kennen sich schon lange und wollen für die Partei in den Sächsischen Landtag. Im Sommer trafen sie sich beim 60. Geburtstag der Abgeordneten in
Andrea Dombois hat gut lachen. Mit Bob-Pilot Nico Walther hat sie einen Prominenten für die CDU geworben. Beide kennen sich schon lange und wollen für die Partei in den Sächsischen Landtag. Im Sommer trafen sie sich beim 60. Geburtstag der Abgeordneten in © Foto: Daniel Förster

Das war nicht unbedingt zu erwarten. Die CDU Sachsen hat auf ihrem Landesparteitag mit mehr als 85 Prozent der Stimmen Andrea Dombois auf Platz vier der Landesliste für die Landtagswahl in diesem Jahr gesetzt. „Das sehe ich als eine Anerkennung meiner jahrelangen Arbeit“, sagte die 60-jährige Dippoldiswalderin. Vor ihr rangieren lediglich Ministerpräsident Michael Kretschmer, Ministerin Barbara Klepsch und der Generalsekretär des Landesverbandes, Alexander Dierks.

Insgesamt ist der Kreisverband Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gut auf der 57 Personen umfassenden Liste vertreten. Platz 13 hat Sachsens Innenminister Roland Wöller inne, der von seiner Partei auch im Wahlkreis 48 (Freital/Wilsdruff) als Direktkandidat aufgestellt wurde. Andrea Dombois tritt für die CDU im Wahlkreis 49 (Dippoldiswalde/Altenberg) an.

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Mit Platz 20 hat auch Sandra Gockel, die Landesvorsitzende der Frauenunion, einen respektablen Listenplatz bekommen. Die Heidenauerin leitet ein Gymnasium in Dresden. „Meine Expertise in der Bildungs- und Familienpolitik möchte ich weiterhin für die CDU Sachsen einbringen“, sagte Gockel auf dem Landesparteitag. Die vierfache Mutter ist in der Partei im Fachausschuss Familie und im evangelischen Arbeitskreis aktiv. Mit 78 Prozent der Delegiertenstimmen holte sie im Vergleich zu den anderen Kandidaten zwar ein nicht ganz so glanzvolles Ergebnis. Aber immerhin ist sie die Erste in der Reihenfolge auf der Liste, die nicht auch noch in einem Wahlkreis aufgestellt wurde.

Der vierte Vertreter aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge auf der Landesliste der CDU ist ein prominenter Sportler. Bob-Pilot Nico Walther wurde auf Platz 48 gesetzt. Seine Vorstellung nahm Andrea Dombois vor. Persönlich konnte Walther nicht anwesend sein, weil er beim Weltcup in Innsbruck am Start war. Dombois’ Fürsorge kommt nicht von ungefähr. Seit etwa zwei Jahren ist sie Schirmherrin des Bobteams Walther, in dem sich viele Unterstützer der Sportler versammeln.

Ob es Nico Walther mit Listenplatz 48 tatsächlich in den Landtag schafft, ist unsicher. Zur Landtagswahl 2014 hat die CDU 59 Mandate in Sachsen errungen. Seitdem hat die Partei an Zustimmung verloren. Selbst wenn es diesmal 48 Mandate werden würden, ist es so gut wie unwahrscheinlich, dass sie alle komplett von der Landesliste kommen, ohne Direktkandidaten, die nicht auf der Landesliste stehen.

Bei der Nominierung habe nicht der Promi-Status von Walther den Ausschlag gegeben, so Dombois. Nico Walther stamme aus einer CDU-Familie und sei politisch sehr interessiert. „Es geht auch darum, junge Leute nachzuziehen, die mal politische Verantwortung übernehmen“, sagt Dombois. In Aussicht steht auch, dass Walther für den Kreistag kandidiert.

Das junge Gesicht der CDU im Landtag war bisher Oliver Wehner. Der 34-Jährige hat zweimal das Direktmandat im Wahlkreis 50 (Pirna) geholt und tritt wieder dort an. Auf einen Platz auf der Landesliste hat er – wie auch 2014 – verzichtet. „Das war eine bewusste Entscheidung. Ich bin zuversichtlich, das Direktmandat erneut zu verteidigen“, sagt Wehner. Der Landkreis sei auf den aussichtsreichen vorderen Listenplätzen gut vertreten. „Andrea Dombois ist als Vizepräsidentin des Landtags schließlich die erste Frau im Freistaate“, sagt Wehner. Da sei ihre Nominierung folgerichtig. Und Innenminister Roland Wöller gehöre ebenfalls an die Spitze.

Bisher waren CDU-Landtagsabgeordnete fast ausschließlich über Direktmandate in den Landtag eingezogen. Das könnte sich ändern, falls andere Kandidaten die Unionsbewerber in einzelnen Wahlkreisen überflügeln. Eine kürzlich veröffentlichte Analyse auf Wahlkreisprognose.de geht davon aus.

Trotzdem hat auch Jens Michel, CDU-Direktkandidat im Wahlkreis 51 (Neustadt/Sebnitz), auf eine Absicherung über die Landesliste verzichtet. „Das habe ich noch bei keiner Wahl gemacht und werde jetzt nicht damit anfangen“, sagt er. Die genannte Prognose sei aus seiner Sicht auch nicht seriös in der Methodik. „Das ist eine umgerechnete Bundestagswahl, bei der die Kandidaten gar keine Rolle spielen.“ Michel ist überzeugt, dass die Wähler sehr genau darauf achten, wer ihren Wahlkreis vertreten soll. „Um diese Erststimme bitte ich erneut“, sagt er und fügt selbstbewusst an: „Das Direktmandat will und werde ich gewinnen“.

Die Landtagswahl in Sachsen findet am Sonntag, dem 1. September, statt. Wählerinnen und Wähler haben zwei Stimmen. Ein Kreuz kann bei den Direktkandidaten gemacht werden, ein zweites bei den Parteien.

Wer die meisten Erststimmen in einem Wahlkreis erhält, zieht direkt in den Landtag ein.

Zuvor findet die Europawahl statt. Dazu werden Wählerinnen und Wähler am Sonntag, 26. Mai, an die Wahlurnen gerufen. Jeder hat eine Stimme.

Am selben Mai-Tag finden auch Kommunalwahlen statt, bei denen Kreistag, Stadt- und Gemeinderäte bestimmt werden. Hier können Wählerinnen und Wähler je drei Stimmen vergeben, die beliebig verteilt werden dürfen. (SZ)

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