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Dippoldiswalde

CDU will den Generationswechsel schaffen

Die CDU stellt die Dippser Oberbürgermeisterin, steht im Rat aber auf Platz zwei. Darüber sprach Sächsische.de mit Fraktionschef Torsten Teubner.

Torsten Teubner sitzt der CDU-Fraktion im Dippser Stadtrat vor. Beruflich leitet er die Grundschule in Seifersdorf, vor der er hier steht.
Torsten Teubner sitzt der CDU-Fraktion im Dippser Stadtrat vor. Beruflich leitet er die Grundschule in Seifersdorf, vor der er hier steht. © Egbert Kamprath

Torsten Teubner ist seit mehreren Wahlperioden Fraktionsvorsitzender der CDU im Stadtrat Dippoldiswalde. Die Christdemokraten waren lange Zeit die stärkste Gruppe im Rat, stehen aber seit 2014 in der zweiten Reihe hinter den Freien Wählern. Über ihre Situation sprach Sächsische.de mit Teubner.

Herr Teubner, Ihre Partei stellt wieder die Oberbürgermeisterin in Dippoldiswalde. Was hat sich dadurch für Ihre Fraktion in der Ratsarbeit geändert?

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Gemeinsam allem gewachsen

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Der Informationsfluss hat sich verbessert. Die Oberbürgermeisterin ist immer zu unseren Fraktionssitzungen eingeladen. Die Ratsarbeit läuft parteiunabhängig. Ich bin ja seit 1990 mit einer Unterbrechung im Stadtrat dabei. Da spielte die Parteizugehörigkeit nie die Hauptrolle. Die Ausbildung und die Vorkenntnisse von Frau Körner spiegeln sich aber in einer besser strukturierten Arbeit wider.

Was meinen Sie damit?

Es geht um die Exaktheit der Vorlagen oder die Einhaltung von Terminen. Da sind wir gemeinsam mit der Verwaltung vorangekommen gegenüber den Vorjahren. Man muss einfach eine Grundkompetenz für die Kommunalpolitik mitbringen.

Zwei Parteien sind vergangenes Jahr neu in den Rat eingezogen. Die Oberbürgermeisterin ist neu. Wie ist Ihr Eindruck von der Ratsarbeit nach den ersten Monaten?

Der Einzug der Grünen freut mich. Das ist ja eine Leistung, aus dem Stand die Stimmen zu holen. Ansonsten ist es dabei geblieben, dass wir uns um die Sache streiten. Es ist auch kein Platz für irgendwelche extremistischen Äußerungen im Dippser Stadtrat.

Wo wollen Sie persönlich politische Schwerpunkte setzen?

Erstes Ziel sind stabile Finanzen für die Stadt, dass wir eine langfristige kompetente Führung der Finanzabteilung haben, dass wir unsere Jahresabschlüsse aufarbeiten, damit wir wissen, was haben wir in der Kasse, und wie wir wieder zur Kreditwürdigkeit der Stadt kommen. Der zweite Bereich, der mich persönlich interessiert, sind die Kindereinrichtungen. Wir haben uns Zuwachs für die Stadt gewünscht, Familien mit Kindern. Das kostet aber auch Geld. In Schmiedeberg sind wir dabei, dass wir das aufholen, was die Gemeinde Schmiedeberg nicht geschafft hat. Wir dürfen aber nicht nur in die Gebäude investieren, sondern auch in die Ausstattung. Wichtig ist auch, gutes Personal zu finden, das auch gut bezahlt werden muss. Die Ausstattung ist jetzt so gestrickt, dass es reicht, wenn alle gesund und da sind. Sobald das nicht mehr der Fall ist, reicht es nicht mehr. Gut finde ich, dass wir selber ausbilden.

Wo liegen die Schwerpunkte Ihrer Fraktion?

Wir haben ja Fachleute für verschiedene Bereiche. Es ist für mich wichtig, auf die zu hören. Beispielsweise hat Rocco Krönert immer darauf hingewiesen, dass der Baugrund der Turnhalle Schmiedeberg problematisch sein kann. Nun hat der erste Aushub das bestätigt. Für die Stadt wird das erstmal wieder eine Belastung.

Und welches sind die allgemeinen Ziele Ihrer Fraktion?

Ein wichtiger Punkt ist die Erweiterung des Gewerbegebiets. Da ist in den letzten Jahren nicht viel passiert. Wir müssen aber dranbleiben, dass es sich entwickelt. Die Nachfrage ist da. Gewerbe will sich in Dippoldiswalde ansiedeln. Ob man die Erschließung eventuell einem Träger überlässt, müsste man prüfen. Die Anliegen der Ortsteile spielen eine große Rolle für uns. Beim Thema Malter-Radweg unterstützen wir auch die Oberbürgermeisterin mit. Den Brandschutzbedarfsplan schleifen zu lassen, das durfte nicht passieren. Das müssen wir schnell in Ordnung bringen.

Die CDU war einmal die stärkste Fraktion im Rat, ist vor zwei Wahlen auf Platz zwei gerutscht. Wie wollen Sie wieder auf Platz eins zurück?

Damit kann man nicht zufrieden sein. Die Freien Wähler spielen in der Kommunalpolitik eine große Rolle. Viele Bürger suchen so etwas, weil sie keine Partei wollen. Ich bin aber so aufgewachsen, dass man eine politische Heimat hat, die man dann auch vertritt. In Dipps ist es auch eine Personenfrage. Es ist für uns in der Stadt schwer, junge Leute zu gewinnen für die Parteiarbeit. Gut an der Partei ist, dass wir das Netzwerk nutzen können für Informationen und Fortbildungen. Dazu gehört auch die Landtagsabgeordnete.

Es hängt aber auch der CDU an, sie würde tun, was man aus Dresden vorgibt.

Aber nicht hier in Dippoldiswalde!

In Schmiedeberg gab es die Diskussion, die CDU hat uns nach Dipps verkauft.

Aber welche Alternative hätte Schmiedeberg denn gehabt? Was hätten die beiden Kommunen alleine noch gewollt? Ob die Machart des Zusammengehens richtig war, darüber kann man diskutieren. Man muss sehen, dass die Schmiedeberger zum einen nicht richtig informiert worden sind, zum anderen aber auch überhöhte Erwartungen gehabt haben an die Stadt Dipps.

Aus Schmiedeberg ist die CDU ja gar nicht mehr im Rat vertreten.

Es war eine sehr gute Zusammenarbeit mit den Räten aus Schmiedeberg nach dem Zusammengehen. Es ist schade, dass es das nicht mehr gibt. Auf Dauer können wir nicht auf die Ortsteile verzichten. Junge Leute finden und für die Kommunalpolitik zu motivieren ist schwer. Dafür habe ich auch keine Lösung. Aber es ist die Zukunft der jungen Generation. Uns hat es 1990 auch niemand gelehrt. Ich muss meine Heimat gestalten, das ist es auch wert, Freizeit zu opfern. Einen Teil der Aufbruchstimmung von 1990 würde ich mir manchmal wünschen, egal in welcher Partei.

Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit. Was tut die CDU dafür?

Es gibt eine Zusammenarbeit der Fraktion mit dem Parteivorstand. Wir hatten vor Jahren einmal Themenstammtische zu städtischen Themen. Dazu sind nicht viele Besucher gekommen. Aber es wäre vielleicht eine Idee, so etwas wieder anzuschieben, auch um den Generationswechsel zu schaffen.

Torsten Teubner ist seit 1990 im Stadtrat, anfangs als Mitglied der FDP. Er hat dann eine Pause gemacht. In dieser Zeit hat er als Gründungsvorsitzender die Kunst- und Musikschule als Verein aufgebaut, nachdem der Landkreis sie abgegeben hat. Die letzten 16 Jahre hat er für die CDU im Stadtrat mitgearbeitet und seit mehreren Jahren sitzt er der Fraktion vor. Hauptberuflich leitet der 53-Jährige seit 1992 die Grundschule Seifersdorf. 

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