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Chance für Dippser Brunnen-Stadtteil

Auch in Dippoldiswalde saßen Einwohner schon auf dem Trockenen. Sie haben sich an höchste Stellen um Hilfe gewandt, nicht ohne Erfolg.

Sabine Weidner (re.) und Jutta Voigt haben im Frühjahr mit diesem Transparent auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht.
Sabine Weidner (re.) und Jutta Voigt haben im Frühjahr mit diesem Transparent auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht. © Egbert Kamprath

Brunnendörfer gibt es nicht nur weitab auf dem Land, auch die Große Kreisstadt Dippoldiswalde kennt die Situation. In Schmiedeberg gibt es einen Brunnen-Stadtteil. Hier haben in Niederpöbel 13 Grundstücke keinen Anschluss an das öffentliche Wassernetz. Es gibt Privatbrunnen und eine kleine Wassergemeinschaft. Der Urgroßvater von Sabine Weidner hat einst in den 1890er-Jahren vom Königreich Sachsen eine Quelle im Wald gekauft, eine Leitung gebaut und versorgte damit insgesamt sechs Häuser. 

Bisher haben sich die Beteiligten an der kleinen Wassergemeinschaft untereinander verständigt, die Kosten gegenseitig verrechnet und gemeinsame Arbeitseinsätze organisiert. Selbst im Trockenjahr 2003 ist die Quelle nicht versiegt. Es musste sich aber jeder etwas einschränken. 2018 wurde das Problem dann akut. Über Monate hatten die Anlieger dieser privaten Leitung kein Wasser gehabt.

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Bürgerinitiative gegründet

Die Betroffenen sind dann aktiv geworden. Haben eine „Bürgerinitiative Wasser für das Pöbeltal“ gründet, sich an höchste Stellen bis hin zu Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) gewandt und jetzt Aussicht auf eine Lösung für ihr Problem. Die verbesserten Förderbedingungen für die Brunnendörfer kommen auch dem Brunnen-Stadtteil zugute, wie die Dippoldiswalder Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU) informierte.

Mehr Einfluss für die Oberbürgermeisterin

Die besseren Förderregeln helfen, die hohen Investitionskosten in Niederpöbel zu tragen. In einer ersten Schätzung ging die Wasserversorgung Weißeritzgruppe von rund 65.000 Euro pro Grundstück aus. Nun hat sie ebenso wie in anderen Dörfern alle betroffenen Eigentümer angeschrieben. Wenn mindestens neun sich an dem Vorhaben beteiligen, wird es weiter vorangetrieben. Wenn es dazu kommt, wäre ein Baubeginn im dritten Quartal 2021 möglich. Dafür will sich auch die Oberbürgermeisterin stark machen. Sie hat ja Einfluss bei der Wasserversorgung gewonnen. Bei der jüngsten Verbandsversammlung ist sie in den Aufsichtsrat gewählt worden. 

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