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Chef der Freien Bürger schmeißt hin

In der zweiten Freien Wählervereinigung Zittau rumort es. Und schwere Vorwürfe werden laut.

Hier war offenbar noch alles in Ordnung: Das Kandidatenfoto der Freien Bürger Zittaus vor der Wahl mit dem bisherigen Vorsitzenden Thorsten Walkstein.
Hier war offenbar noch alles in Ordnung: Das Kandidatenfoto der Freien Bürger Zittaus vor der Wahl mit dem bisherigen Vorsitzenden Thorsten Walkstein. © FBZ

Nach dem Ärger bei den Freien Unabhängigen Wählern gibt es nun Turbulenzen bei den Freien Bürgern Zittaus: Thorsten Walkstein hat den Vorsitz niedergelegt und seinen Austritt erklärt. Über die Gründe dafür schweigen sowohl die Wählervereinigung als auch Walkstein. 

Den Streit zum öffentlichen Eskalieren gebracht hat nun offenbar Walksteins Weigerung, als wiedergewählter Stadtrat gemeinsam mit dem FBZ-Stadtrat Thomas Kurze in einer Fraktion zusammenzuarbeiten. "Die Freien Bürger distanzieren sich nach der konstituierenden Stadtratssitzung in der großen Kreisstadt Zittau vom Verhalten ihres ehemaligen Vorsitzenden und ab 31. Dezember 2019 auch ehemaligen Mitglieds, dem neu gewählten Stadtrat Thorsten Walkstein", teilte der Vorstand mit. Die FBZ hätten Kurze und Walkstein per Beschluss aufgefordert, das Gespräch mit FDP und FUW über die Fortsetzung der Fraktionsarbeit zu suchen. "Diesen Beschluss ignorierte Herr Walkstein und schloss sich einer Fraktion an, die aus zwei anderen Parteien besteht", so der Vorstand. Walkstein hat sich mit den Christdemokraten, dem Grünen Matthias Böhm und dem parteilosen Andreas Mannschott zusammengetan. 

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Aus diesem Vorgang zieht der Vorstand mehrere Schlüsse: "Er hat die Mitglieder unseres Vereins hintergangen, denn diese haben ihn auf Platz 2 der Kandidatenliste gewählt." Damit wäre der Auftrag verbunden, sich für die Ziele der FBZ einzusetzen. Zudem habe er seine Wähler hintergangen, denn sie hätten ihn in dem Glauben gewählt, dass er sich nach der Wahl für die Ziele der FBZ einsetzt. Und der dritte Vorwurf: Walkstein habe die FBZ-Kandidaten hintergangen, die wegen ihm nicht den Sprung in den Stadtrat geschafft haben. Der Verein sei schwer enttäuscht von Walkstein.

Zum Eintritt in eine Fraktion können die FBZ Walkstein juristisch nicht zwingen. Bleiben die moralischen Vorwürfe. "Ich bin nur meinem Gewissen verpflichtet", sagte Walkstein dazu auf SZ-Anfrage. Darüber hinaus will er sich nicht äußern. "Für einen medialen Schlagabtausch bin ich nicht zu haben. Jeder, der meine Meinung dazu wissen möchte, kann mich gern danach fragen."  

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Die Wählervereinigung hat rund 15 Mitglieder, stellte den früheren Oberbürgermeister Arnd Voigt und hatte bei früheren Stadtratswahlen deutlich mehr Sitze. Zu ihren Mitgliedern gehörte auch Stadtrat Dietrich Thiele, der sich mit den FBZ überwarf und daraufhin die Freien Unabhängigen Wähler gründete. Auf deren Ticket kam Andreas Mannschott dieses Mal in den Stadtrat, nach dem er in der vergangenen Periode für die FBZ im Bürgersaal mitdiskutiert hatte. Sie ließen eine erneute Kandidatur auf ihrer Liste aber nicht zu.

Mannschott war nach der Wahl im Mai ebenfalls nicht in eine Fraktion mit der Wählervereinigung gegangen, für die er angetreten war. Dafür warfen ihn die FUW kürzlich aus ihrem Verein. 

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