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Chemie-Unfall auf B178n bleibt ungeahndet

Das Auslaufen eines Waschmittel-Konzentrats hatte noch ein gefährliches Nachspiel. Die Staatsanwaltschaft gab die Sache aber an eine Behörde ab. 

Bei dem Unfall auf der B178 war ein Chemikalien-Tank leck geschlagen.
Bei dem Unfall auf der B178 war ein Chemikalien-Tank leck geschlagen. ©  Rafael Sampedro

Wohlriechender waren Löbaus Feuerwehrkameraden wahrscheinlich nie von einem Einsatz zurück ins Depot gekehrt. Am 24. August 2018 war auf der B178n ein Sattelzug auf ein vor ihm fahrendes Gespann aufgefahren. Weil die Ladung des Sattelzugs nur unzureichend gesichert war, schlug dabei ein 1.000-Liter-Tank mit einer Chemikalie leck. Darin befand sich eine hochkonzentrierte Flüssigkeit zur Herstellung von Weichspüler.

Innerhalb kurzer Zeit breitete sich ein aprilfrischer Duft über der Schnellstraße aus. Doch die Chemikalie war keinesfalls ungefährlich. Weil sie Augen und Atemwege reizt und in hoher Konzentration sogar tödlich wirken kann, rückte außer der Löbauer Wehr auch der ABC-Schutzzug des Landkreises an. Nur unter schwerem Atemschutz konnte die Fracht des Havaristen geborgen werden. Und es kam noch schlimmer: Wenige Wochen später landete eine mit der Chemikalie kontaminierte Palette des Unglückslasters versehentlich bei einer Spedition in Bertsdorf. Dort klagten Mitarbeiter über Augen- und Atemwegsreizungen. Einige begaben sich in ärztliche Behandlung.

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Die Staatsanwaltschaft Görlitz nahm in beiden Fällen Ermittlungen auf. Bei dem Unfall auf der B178n wurden der Fahrer des Sattelzuges und der Fahrer des vorausfahrenden Gespanns verletzt. Strafrechtlich bleiben alle Vorgänge aber ungeahndet. "Bei dem Unfall unter Beteiligung eines Chemietransporters wurden strafrechtliche Ermittlungen nur im Hinblick auf die durch den Verkehrsunfall hervorgerufenen Verletzungen bei dem anderen unfallbeteiligten Verkehrsteilnehmer geführt", teilt die Staatsanwaltschaft nun auf SZ-Anfrage mit. 

Da dieser aber keinen Strafantrag gestellt habe und die Verletzungen laut Staatsanwaltschaft "nicht allzu dramatisch ausgefallen waren", stellte die Ermittlungsbehörde das Verfahren wegen "fehlenden besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein". Darüber hinaus kämen Gesetzesverstöße in Form von Ordnungswidrigkeiten in Betracht, so die Staatsanwaltschaft. Diese Sachverhalte habe man an die Landesdirektion Sachsen als zuständige Verwaltungsbehörde abgegeben.

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