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Döbeln

Chemieunfall kostet viel Geld

Vor einem Jahr war schädliches Styrol in den Teich in Großsteinbach geflossen. Aber wer bezahlt den Schaden?

Chemieunfall in Großsteinbach: Der Schlamm musste komplett entfernt werden. Auf den Kosten – rund 140.000 Euro – ist der AZV bisher sitzengeblieben.
Chemieunfall in Großsteinbach: Der Schlamm musste komplett entfernt werden. Auf den Kosten – rund 140.000 Euro – ist der AZV bisher sitzengeblieben. © Archiv/Dietmar Thomas

Döbeln. Die Chemikalie Styrol ist für die Firma Amiblu zur Herstellung ihrer Kunststoffrohre unverzichtbar. In die Umwelt sollte der schädliche Stoff aber nicht gelangen. Aber genau das ist vor einem reichlichen Jahr passiert. Der Fahrer eines niederländischen Tanklasters, der die Firma beliefert hatte, ließ auf der Straße im Gewerbegebiet Am Fuchsloch eine unbekannte Menge der Chemikalie in die Kanalisation laufen. Von dort gelangte sie in einen Teich am Gewerbegebiet, der als Regenauffangbecken dient.

Der Abwasserzweckverband (AZV) Döbeln-Jahnatal als Betreiber musste das Becken aufwendig sanieren lassen. Der Teich wurde abgefischt und abgepumpt, das Wasser entsorgt. Auch der Schlamm musste komplett entfernt werden. Auf den Kosten – rund 140.000 Euro – ist der AZV bisher sitzengeblieben.

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Vom Umfang der Sanierung war Geschäftsführer Stephan Baillieu überrascht. „Wir haben nicht erwartet, dass wir den Schlamm rausnehmen müssen“, sagte er. Die Entsorgung sei kostspielig gewesen. „Den Schlamm nimmt im Umkreis keiner ab. Die Transportkosten sind relativ hoch“, sagte er. 

Theoretisch müsste der Verursacher oder seine Versicherung die Kosten übernehmen. „Damit sind wir noch nicht weiter“, sagte Baillieu. „Wir haben noch keine Information von der Staatsanwaltschaft. Der Fall ist noch in Bearbeitung.“ 

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Der Geschäftsführer ist aber guter Hoffnung, dass dem Verband der Schaden ersetzt wird: „Wir hatten so einen Fall schon mal 2008. Da hat es zwei Jahre gedauert, bis die Versicherung gezahlt hat.“ Zudem habe der Zweckverband den Schaden beim Kommunalen Schadensausgleich, der „Versicherung“ der Kommunen, angemeldet.

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