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Chinesische Medizin als Alternative zur Operation

Das Akupunktur-Zentrum feiert seinen Gründungstag. Dr. Jürgen Straube und Ärztin Yaying Gao blicken zurück und nach vorn.

Seit zehn Jahren bieten Sie Traditionelle Chinesische Medizin in Meißen an. Eine Erfolgsgeschichte?

Dr. Straube: Aus der Sicht der Patienten betrachtet, ist es das sicherlich. Ein Beispiel sind Patienten mit starken Hüftschmerzen, die kurz vor einer OP standen. Mit Hilfe der Akupunktur konnten die Schmerzen gelindert und die Bewegungsfreiheit wieder hergestellt werden. Ähnliche Erfolge gibt es immer wieder bei Verdauungsbeschwerden, unklarem Schwindel oder Schlafstörungen. Die Liste ließe sich fortsetzen. TCM ist keine Placebo-Medizin. Sie basiert auf von der Weltgesundheitsorganisation anerkannten Prinzipien und Verfahren.

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Was unterscheidet Traditionelle Chinesische Medizin von der Schulmedizin?

Yaying Gao: Im Grundsatz geht TCM immer von gestörten Gleichgewichten aus. Etwas dringt von außen in den Patienten ein und bringt ihn durcheinander. Das kann ein Krankheitserreger sein, aber auch Lebensumstände, die krank machen. Aufgabe der TCM ist es, das Gleichgewicht des Patienten wieder herzustellen.

Wann und in welchen Fällen wird TCM bei Ihnen eingesetzt?

Dr. Straube: In den vergangenen zehn Jahren hat sich eine sehr enge Zusammenarbeit mit Frau Dr. Gao entwickelt. Sie kommt dienstags und donnerstags nach Meißen. TCM setzen wir vor allem dort ein, wo unsere westliche Schulmedizin vorschnell auf chirurgische Eingriffe setzt und Lücken in ihren Möglichkeiten aufweist.

Zum Beispiel?

Dr. Straube: Die Liste der Indikationen ist sehr lang und reicht von Lähmungen nach einem Schlaganfall über Depressionen bis hin zur Entwöhnung bei Rauchern. An Frau Gao schätze ich dabei besonders, dass sie den Patienten keine falschen Hoffnungen macht und nicht um jeden Preis behandelt. Sie wird nur dort aktiv, wo es gute Chancen gibt, mit ihren Mitteln etwas für den Patienten zu erreichen.

Akupunktur ist nur ein Baustein der TCM. Bieten Sie noch weitere Behandlungsarten an?

Yaying Gao: Unser Spektrum umfasst zusammen mit Akupunktur auch das in Deutschland oft als Schattenboxen bezeichnete Taichi, chinesische Heilkräuter und die Tuina-Massage. Im Wartezimmer sitzt gerade ein Junge, dessen Asthma-Beschwerden dank einer speziell auf Kinder ausgerichteten Tuina-Massage deutlich zurückgegangen sind.

Wie finanziert sich eine Behandlung mit TCM?

Dr. Straube: Leider ist es so, dass die gesetzlichen Kassen derzeit die Kosten nicht übernehmen. Für mich bleibt das unverständlich, weil Frau Gao als Ärztin ihren Abschluss an der von der Weltgesundheitsorganisation anerkannten TCM-Universität Nanjing erworben hat und später jahrelang an der City Universität Hongkong als Hochschuldozentin Akupunktur gelehrt hat. In diesem Zusammenhang muss auch daran erinnert werden, dass die Volksrepublik China Meißen ganz bewusst ausgewählt und hier die Ansiedlung von TCM unterstützt hat. Die Chinesen wollten damit die homöopathische Tradition der Stadt würdigen. Zur Eröffnung des Zentrums vor zehn Jahren durften wir den früheren sächsischen Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf begrüßen. Schade, dass sein Interesse für China nicht mehr Nachahmer findet.

Das Gespräch führte Peter Anderson.

Am Sonnabend, dem 6. September, öffnet das Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin ab 8 Uhr zu einem kostenlosen Beratungstag mit Pils- und Zungendiagnose sowie Informationen über TCM, Qigong und Chichi.