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Chöre jubeln fürs Augustum-Ensemble

Als der „letzte Vorhang“ fällt, ist vielen klar: Das Kinder- und Jugendensemble am Augustum-Annen-Gymnasium ist fast nicht zu toppen. Nach einem knapp zweistündigen spannungsgeladenen Jubiläumskonzert im Saal des Wichernhauses strahlten die jungen und jung gebliebenen Künstler.

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Von Thomas Backhaus

Als der „letzte Vorhang“ fällt, ist vielen klar: Das Kinder- und Jugendensemble am Augustum-Annen-Gymnasium ist fast nicht zu toppen. Nach einem knapp zweistündigen spannungsgeladenen Jubiläumskonzert im Saal des Wichernhauses strahlten die jungen und jung gebliebenen Künstler. Das Publikum machte aus der Freude über das gelungene, anspruchsvolle Konzert anlässlich 40 Jahre Kinder- und Jugendensemble am Klosterplatz keinen Hehl.

Finale mit Opitz-Lied

„Wir hätten am liebsten mitgesungen“ erzählte Manuela Jonscher, verheirate Händel, die aus dem 500 Kilometer entfernten Ingolstadt angereist war. Yvonne Piesker, verheiratete Deglan, jetzt in Klingenthal, hat es ebenfalls zum Fest an die Neiße gezogen. Es sei schon toll, dass Ensemble und Gymnasium ein solches Fest auf die Beine stellten, freute sich die frühere Chorsängerin. „Die Musik zieht sich durch das ganze Leben“, stellte dankbar Manuela Händel fest.

Unter der musikalischen Leitung von Anke-Elisabeth Bertram wurde ein vielseitiger musikalischer Reigen dem erwartungsvollen Publikum präsentiert: Chorsätze, vorgetragen von Jugendchor, Kammerchor, Ehemaligen und Orchester wechselten mit Solodarbietungen. Musikliteratur von Vivaldi bis Schumann, von Monteverdi bis Piazolla erfüllte den Wichernhaus-Saal.

Dass man das Singen sinnlicherweise über die Haut wahrnehmen könne, hob auch Ulf Großmann hervor. Der langjährige Kulturbürgermeister, der selbst von 1982 bis 1991 den Ensemblechor leitete, ging in seiner Festansprache auf die wissenschaftliche Seite des Singens ein: Die moderne Hirnforschung rede von einer Optimierung des Gehirns. „Singen macht stark gegen Angst, Sorgen und Hemmungen“, sagte Großmann.

Keine Hemmungen zeigten auch die ehemaligen Ensemble-Mitglieder. Zum Schluss des Konzertes kamen alle Ehemaligen auf die Bühne: „Oh Täler weit, o Höhen“ nach Felix Mendelssohn Bartholdy, „Singet froh, hoch lebe das Augustum!“ nach Jeremiah Clark und „Zu Görlitz an der Neiße“ von Paul-Herrmann Opitz, das traditionell gemeinsam mit dem Publikum gesungen wird, bildeten den krönenden Abschluss des festlichen Konzertes.

Tradition fortsetzen

Anschließend waren alle jetzigen und ehemaligen Ensemble-Mitglieder zu einem Begegnungsabend im Jugendhaus Wartburg eingeladen. Dort überraschte sie ein Showprogramm: Rock&Pop Chor, Nachwuchschor, Solosängerin, Tanzgruppen, Schauspieler unter der künstlerischen Leitung von Christoph Liebrenz zeigten ihr Können.

Insgesamt sollte das Jubiläum anlässlich 40 Jahre Kinder- und Jugendensemble am Klosterplatz auch Mut für die Zukunft geben. „Tradition heißt nicht die Asche von gestern zu wahren, sondern das Feuer in die Zukunft weiter zu tragen!“ – so war es denn auch ganz treffend auf den Chormappen der Sänger zu lesen.