merken
PLUS Bautzen

Rechter Treff: Bischofswerda wehrt sich

Rechtsrapper Chris Ares will im Landkreis Bautzen zwei Anlaufpunkte für die Szene etablieren. Dagegen regt sich Widerstand.

Der Oberbürgermeister von Bischofswerda will keinen rechten Szenetreff in seiner Stadt.
Der Oberbürgermeister von Bischofswerda will keinen rechten Szenetreff in seiner Stadt. © Regina Berger

Bautzen/Bischofswerda. Aus Bischofswerda kommt eine klare Ansage: Einen "patriotischen" Jugendtreff wolle man keinesfalls in der Stadt haben, stellt Bürgermeister Holm Große (parteilos) unmissverständlich klar.

Am Mittwoch hatte der Rechtsrapper Christoph Aljoscha Zloch auf seinem Telegram-Account Pläne zur Errichtung eines "patriotischen" Jugendtreffs in Bischofswerda und eines rechten Wohnprojektes im Westen des Landkreises bekanntgegeben. Zloch wird seit 2016 vom bayrischen Verfassungsschutz beobachtet, er steht der Identitären Bewegung nahe. Die gilt als gesichert rechtsextrem; Zloch als der Posterboy der Bewegung.

TOP Jobs
TOP Jobs
TOP Jobs

Finden Sie bei Top Jobs jetzt Ihren Traumjob in der Region!

So kündigte der rechtsextreme Rapper Chris Ares die Gründung eines Jugendzentrums in Bischofswerda an.
So kündigte der rechtsextreme Rapper Chris Ares die Gründung eines Jugendzentrums in Bischofswerda an. © Screenshot: SZ

In Bischofswerda muss er offenbar mit Gegenwind rechnen. Denn die Stadt mit ihren 42 unterschiedlichen Nationalitäten, so Holm Große, sei weltoffen und stehe zusammen: "Wir werden uns gemeinsam mit der Stadtgesellschaft friedlich gegen menschenverachtendes, rassistisches und diskriminierende Gedankengut zur Wehr setzen", sagt der Bürgermeister. Für die Stadtratssitzung am kommenden Dienstag kündigt er eine Diskussion über das Thema an. Danach solle sich die Stadtgesellschaft noch einmal gemeinsam öffentlich positionieren.

Linke: Keine rechte Event-Hochburg im Landkreis

Entschiedene Gegenwehr aus der Region fordert nach Bekanntwerden der Pläne auch der Vorsitzende des Linken-Kreisverbandes, Silvio Lang. "Es darf nicht dazu kommen, dass sich die bundesweite rechte Szene den Landkreis Bautzen als Event-Hochburg aufbauen kann", betont er in einer Pressemitteilung. Von den Behörden erwartet Lang demnach entschiedene Schritte zur Verhinderung beider Projekte. Auch die Zivilgesellschaft sieht er in der Pflicht und fordert "engagiertes Auftreten aller Demokratinnen und Demokraten gegen diesen rechten Ungeist".

Nach Bekanntwerden der Pläne sei man im Bautzener Landratsamt "entsprechend sensibilisiert", teilt Sprecherin Cynthia Thor mit. "Allerdings liegen dem Landratsamt bis heute keine konkreten Hinweise – etwa in Form von Bauanträgen – für ein solches Projekt vor, die über die Posts der in Frage stehenden Person hinausgehen." Die Ernsthaftigkeit des Vorhabens könne deshalb zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht bewertet werden.

Zloch selbst meldet sich am Donnerstag auffällig häufig auf seinem offiziellen Telegram-Account. In mehreren Posts rechtfertigt er sein Vorhaben, äußert sich aber nicht tiefergehend zu konkreten Plänen.

Weiterführende Artikel

Bischofswerda: Klares Nein zu rechtem Treff

Bischofswerda: Klares Nein zu rechtem Treff

Der extrem rechte Rapper Chris Ares ist in der Stadt nicht willkommen. Das wurde am Dienstag erneut deutlich - im Stadtrat und direkt vor der Tagungsstätte.

Bischofswerda: Musiker plant rechtes Dorf

Bischofswerda: Musiker plant rechtes Dorf

Ein "patriotischer" Treff mit Kampfsportschule und vier Häuser für Gleichgesinnte sollen entstehen. Der Verfassungsschutz warnt.

Mit dem kostenlosen Newsletter „Bautzen kompakt“ starten Sie immer gut informiert in den Tag. Hier können Sie sich anmelden.

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Bautzen