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Chronik: 14. August 2002

Am Vormittag wird zunächst Katastrophen-Voralarm im Landkreis Riesa-Großenhain ausgelöst. Das bedeutet unter anderem, dass Polizei, Bundeswehr, Technisches Hilfswerk und Landratsamt alle Hilfsaktionen gemiensam koordinieren.

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Am Vormittag wird zunächst Katastrophen-Voralarm im Landkreis Riesa-Großenhain ausgelöst. Das bedeutet unter anderem, dass Polizei, Bundeswehr, Technisches Hilfswerk und Landratsamt alle Hilfsaktionen gemiensam koordinieren. Chef des Krisenstabes ist Landrat Rainer Kutschke. 18 Uhr wird schließlich Katastrophenalarm ausgelöst.

In der Nacht zum 14. August rücken die Feuerwehrleute des Landkreises zu rund 150 Einsätzen aus. Vor allem Keller mussten vom Wasser geräumt werden. Personen kamen nicht zu Schaden.

Die Bundesstraße 169 soll vorläufig nicht geschlossen werden. Der Krisenstab verständigte sich darauf, so schnell wie möglich einen oberflächlichen Abfluss durch Sandsäcke so anzulegen, dass das Wasser auf ein angrenzendes Feld nahe der Kreuzung Röderau/Moritz ablaufen kann.

Die Zeithainer Bundeswehr rückt mit rund 30 Soldaten zu Hilfsaktionen nach Freital und Dippoldiswalde. Ein in der Zeithainer Kaserne angesetzter Aktionstag „Junge Fahrer“ wird abgesagt.

Die Bauern zwischen Elbe und Röder rechnen mit hohen Verlusten. Die Erde ist so feucht, dass die Mähdrescher nicht einmal die Felder befahren können. „Das, was noch draußen steht, hat nur noch Futterqualität. Zum Brotbacken ist es ungeeignet“, sagt Wolfgang Grübler vom Agrarunternehmen Lommatzscher Pflege.

Ganze 140 Gäste kommen zur Großenhainer Landesgartenschau. Tags zuvor waren es gar nur 46. Trotz der Schäden bleibt ein Teil der Ausstellung weiter geöffnet – zum halben Preis.

Nur noch per Lkw-Fähre ist der Zeithainer Ortsteil Gohlis erreichbar. Bundeswehrsoldaten helfen den Bewohnern, Notstromaggregate und Lebensmittel ins Dorf zu bringen. Der gesamte Ort ist seit drei Tagen ohne Strom, auch die Telefonleitungen sind gekappt.

Pendelverkehr mit dem Schlauchboot gibt es in Riesa-Gröba auf der Kirchstraße. Hier ist die Elbe aus dem Hafenbecken übergeschwappt und hat den Straßenzug etwa 60 Zentimeter überflutet. Rund 50 Menschen sind eingeschlossen und werden von der Feuerwehr versorgt.