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Goldene Zwanziger am Goldenen Reiter

Am Donnerstagabend knallen rund um Königs- und Hauptstraße die Korken. Zur 11. Cocktailnacht gibt es Grund anzustoßen und die Mode ganz neu zu betrachten.

Die Modedesignerin Dorothea Michalk (r.) und die Goldschmiedin Barbara Oehlke
sind mit ihren Kreationen Teil der 1920er-Jahre-Mode-Ausstellung im Barockviertel.
Die Modedesignerin Dorothea Michalk (r.) und die Goldschmiedin Barbara Oehlke sind mit ihren Kreationen Teil der 1920er-Jahre-Mode-Ausstellung im Barockviertel. © Sven Ellger

Dresden. Gedanken an die Goldenen Zwanziger führen auf geradem Wege zu Bildern im Kopf: Absinth, Zigarettenspitzen und ausschweifende Ballhausnächte, Zügellosigkeit, Schönheit - und natürlich Mode. Einerseits ist das schwierige Jahr 2020 wenig geeignet, um es mit dem Hoch von einst zu vergleichen. Von goldenen Zeiten ist gerade wirklich nicht die Rede. Trotzdem will ein ambitioniertes Quartett des Barockviertels gerade jetzt an die Sonnenseiten von vor 100 Jahren erinnern.

Wenn am Donnerstag zur Dresdner Cocktailnight rund um die Königsstraße und die Hauptstraße zum 11. Mal die Korken knallen, rund 50 Gewerbetreibende des Viertels ihre Mini-Bars vor den Türen ihrer Geschäfte eröffnen, dort passende Cocktails ausschenken und nächtliches Leben auch in die kleinen Gassen bringen, werden die Vier auf besondere Weise das Event feiern - mit der Vernissage einer Ausstellung "zwischen Couture, Modegeschichte, Avantgardekunst und Interior Design", wie sie ankündigen.

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 "Typisch für die Zwanziger waren Mottopartys", sagt Modedesignerin Dorothea Michalk. Zusammen mit der Goldschmiedin Barbara Oehlke, dem Herrenausstatter Prüssig & Köll und Galerist José Manuel Ladrón de Guevara gestaltet sie eine Schau, die sich das Thema Mode der 1920er Jahre zum Motto gemacht hat.

Zeichnungen vom Erfinder des Laufstegs

Unter dem Titel "Fashion meets Art" - Mode trifft Kunst - zeigt die Galerie auf dem Obergraben 10 Gemälde, Zeichnungen Drucke, Fotos rund um das Thema Mode. All die Arbeiten stammen aus der Sammlung des französischen Modeschöpfers Paul Poiret, der von 1879 bis 1944 in Paris gearbeitet und gelebt und die Modewelt auf den Kopf gestellt hat. "Paul Poiret schaffte mit seinen Kreationen das Korsett ab, er erfand den Laufsteg und führte als Erster ein professionelles Management für Mode ein", sagt Regina Gerisch, die die Ausstellung als Kunsthistorikerin mitgestaltet.

Eigene Zeichnungen von Poiret sind darin zu finden, genau so wie die von vielen anderen Modemacherinnen und Modemachern der 1920er-Jahre. "Zum ersten Mal ein Original von ihm zu sehen, das hat mich wirklich sehr beeindruckt", sagt Dorothea Michalk. Anlässlich der Schau, in der neben Bildern auch historische Kleinmöbel aus der Modewelt, wie ein Schminktisch zum Beispiel, zu sehen sind, hat die Designerin ein Abendkleid kreiert. Denn auch das liegt Galerist Ladrón de Guevara am Herzen: Historische Exponate sollen mit zeitgenössischen Arbeiten zusammenwirken.

Nachtblau oder Royal? Darüber hat Dorothea Michalk noch gar nicht wirklich nachgedacht. Viel wichtiger als die Bezeichnung des Farbtons, in dem der Nylonstoff voller winzig kleiner Pailletten schimmert, ist ihr die Analogie zur Damenmode der viel gelobten Zeit. "Ariella" hat sie das Modell genannt, das ab Donnerstag in der Galerie Ladrón de Guevara zu sehen sein wird. Den runden Halsausschnitt schmückt ein Kollier der Schmuckdesignerin Barbara Oehlke. Perlen-Boa nennt sie es in Anlehnung an die beliebten Federboas. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums ihres Ateliers auf der Hauptstraße hat sie eine ganze Perlen-Kollektion kreiert. Sie gehören zu den Zwanziger - im vergangenen wie in diesem Jahrhundert. 

11. Dresdner Cocktailnacht, Donnerstag, 3. September, 18 bis 22 Uhr, rund um die Königstraße und die Hauptstraße der Inneren Neustadt. www.cocktailnight.net

Die Ausstellung "Fashion meets Art" feiert vom 3. bis zum 5. September, jeweils ab 16 Uhr, in der Galerie Ladrón de Guevara, Obergraben 10, Vernissage und ist ab dann bis zum 28. November, Dienstag bis Freitag, 12 bis 18 Uhr, und Sonnabend, 11 bis 16 Uhr, zu sehen.

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