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Colmnitz-Taler, Honigbier und Brot aus dem Holzbackofen

Buntes Treiben herrschte am Wochenende nicht nur in Dipps, auch die Colmnitzer und ihre Gäste feierten den Abschluss ihres zehntägigen Heimatfestes. Dabei konnten die Besucher zum ersten Mal auch über...

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Von Nadine Bormann


Buntes Treiben herrschte am Wochenende nicht nur in Dipps, auch die Colmnitzer und ihre Gäste feierten den Abschluss ihres zehntägigen Heimatfestes. Dabei konnten die Besucher zum ersten Mal auch über einen Natur- und Handwerkermarkt schlendern, Mitbringsel erstehen und sich von der Geschicklichkeit der dreizehn Aussteller beeindrucken lassen. Scheren schleifen und Münzen prägen, Klöppeln, Spinnen, Weben und Korbmachen - eine Vielzahl alter Handwerkskünste gab es auf dem Festgelände zu erleben.
Und auch der Gaumen kam nicht zu kurz, Schafskäse, Likör, Honigwein und frisches Brot aus Natursauerteig warteten auf ihre Käufer.
Neugierige Blicke zogen die großen Töpfe vor dem Stand von Juliane Männel auf sich, aus denen es unentwegt gen Himmel dampfte. Die Dresdnerin demonstrierte vor den Augen der Besucher, wie sie allein mit Hilfe von Pflanzen aus vorher weißen Textilien farbige zaubert. "Zunächst koche ich die Stoffe in einer natürlichen Beize", erklärt die junge Frau fachmännisch und zeigt auf den ersten Topf mit brodelndem Inhalt. Danach wandern die Stücke aus Baumwolle in den nächsten Kübel, in dem sich die Brühe zuvor ausgekochter Pflanzen befindet. Je nach der gewünschten Farbe verwendet Juliane Männel zum Färben Himbeerblätter oder Sauerampfer, aber auch exotische Gewächse wie Blauholz. Die Spülung mit anschließender Nachbehandlung sorgt dafür, dass die Farben nicht verblassen. In Colmnitz zeigt sie ihr Handwerk zum ersten Mal und ist daher angenehm überrascht vom Interesse der Besucher. "Für ein Heimatfest ist hier viel los, ich habe auch schon etwas verkauft", erzählt sie stolz.
Imker Volker Schmidt aus Schmiedeberg bietet an seinem Stand unter anderem Honigbier an. "Das haben viele Leute hier noch nie gesehen", berichtet er. Auch Martina Stenzel aus Colmnitz ist neugierig und nimmt gleich eine Flasche zum Probieren mit. Kurz zuvor hat sie am Stand des einheimischen Händlers "Essig-Schneider" ein Mitbringsel für die nächste Reise erstanden: Den Colmnitzer Kräuterlikör. "Ich gehe sonst eigentlich nicht auf Naturmärkte, umso besser, dass ich jetzt gleich ein passendes Geschenk gefunden habe", freut sie sich.
Selbst Klaus Geißler, Ortsvorsteher von Colmnitz, hat sich unter die Handwerker gemischt. An der Spindelpresse der Firma Zimmerhäckel aus Liebenau prägt er den Original-Colmnitz-Taler mit Wappen und Jahreszahl - ein Andenken an das diesjährige Heimatfest. "Wir haben im April 1998 mit den ersten Überlegungen begonnen. Da es für unseren Ort drei verschiedene Chroniken gibt, und damit auch drei unterschiedliche Jahreszahlen für die erste urkundliche Erwähnung, haben wir uns schließlich einfach auf ein Heimatfest im Jahr 2000 geeinigt. Ob Colmnitz nun tatsächlich 650 Jahre alt ist oder gar schon älter, kann niemand genau sagen", erzählt er etwas amüsiert. Ihr Ziel, die Einwohner noch stärker an ihren Ort zu binden, haben die Veranstalter auf jeden Fall erreicht, die mit Puppen und Wimpeln geschmückten Grundstücke der Colmnitzer sowie die proppenvolle Festhalle sprechen für sich.