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PLUS Meißen

Abfall kann wieder auf Wertstoffhöfe

Die Ausgangssperre bot viel Zeit zum Entrümpeln. Jetzt lässt der ZAOE seine Kunden im Kreis Meißen erneut an die Container ran.

Ute Brunisch auf dem Wertstoffhof in Meißen: Die Mitarbeiterin sorgt am Eingang dafür, dass die Kunden über die Hygienebedingungen informiert werden.
Ute Brunisch auf dem Wertstoffhof in Meißen: Die Mitarbeiterin sorgt am Eingang dafür, dass die Kunden über die Hygienebedingungen informiert werden. © Claudia Hübschmann

Meißen. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, in diesem Fall auch des Abfallcontainers. Der Zweckverband Abfallwirtschaft Oberes Elbtal hat in den vergangenen Tagen darauf verzichtet, laut die  Werbetrommel zu rühren. "Wir haben uns schon eine geraume Weile darauf vorbereitet, neun Wertstoffhöfe in den Kreisen Meißen und Sächsische Schweiz - Osterzgebirge wieder zu öffnen", sagt ZAOE-Geschäftsführer Raimund Otteni. Mitarbeiter hätten von deutlich wachsenden Zwischenlagern mit Grünschnitt und Sperrmüll in der Region berichtet.

Diese Entwicklung kommt nicht von ungefähr. Das durchgängig warme und trockene Wetter der vergangenen Wochen forderte geradezu zur Gartenarbeit heraus. Das Frühjahr wird zudem traditionell in vielen Haushalten zum Putzen und Entrümpeln genutzt. Ein übriges taten Ausgangssperre und Kurzarbeit. Viele Menschen nutzten die freie Zeit und räumliche Begrenztheit, um Vorhaben anzugehen, die sie schon längere Zeit auf dem Plan stehen hatten.

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An diesem Donnerstagnachmittag sind Raimund Otteni und Olaf Müller von der ZAOE-Stabsstelle Grundsatzfragen nach Meißen gekommen, um sich selbst ein Bild vom Neustart der Wertstoffhöfe zu machen. Seit gestern können die Kunden auf dem großräumigen Platz Am Wall 1 im Gewerbegebiet Ost wieder Schrott, Sperrmüll, Gartenreste sowie viele andere Abfälle loswerden. "Wir haben den Start eher zaghaft kommuniziert", sagt Olaf Müller. Dies hat einen guten Grund: In Leipzig hatte das Öffnen der dortigen Anlagen zu teils chaotischen Verhältnissen geführt. Die Medien berichteten wahlweise von "stundenlangem Warten" oder "langen Schlangen" vor den Toren. Ähnliche Schlagzeilen wollte der Abfallzweckverband vermeiden. 

Die Rechnung scheint aufzugehen - zumindest an diesem zeitigen Donnerstagnachmittag. Der Verkehr fließt. Ein älterer Herr möchte abgeschnittene Zweige loswerden, die er auf den Hänger seines Pkw geschichtet hat. Freundlich weist ihn die Dame am Einlass auf die Maskenpflicht auf dem Gelände hin. Grummelnd spannt sich der Senior den Schutz vor Nase und Mund. Anschließend wird er kurz eingewiesen und schichtet seine Zweige in den dafür bestimmten Container. Hinter ihm folgt ein großer SUV, dessen hinterer Bereich komplett mit Pappen befüllt ist. Auch dieser Kunde kommt schnell zum Zuge. "Vielleicht haben sich ja angesichts der Negativberichte aus Leipzig einige Verbraucher dafür entschieden, zunächst zu Hause zu bleiben", spekuliert Olaf Müller. Möglicherweise spielt auch das warme Wetter eine Rolle. Da mag sich der eine oder andere lieber in den Liegestuhl setzen.

Einheitliche Öffnungszeiten bis 2. Mai

Zeit, den Abfall wegzubringen, bleibt genug. Zunächst sollen die Wertstoffhöfe bis 2. Mai werktags von 12 Uhr bis 18 Uhr sowie sonnabends von acht Uhr bis 12 Uhr öffnen. Das Personal wurde auf jedem der Plätze verdreifacht. Jeweils zwei Mitarbeiter des Entsorgers Neru sowie ein Angestellter des ZAOE schieben gemeinsam Dienst. Einmal mehr sollen auf diese Weise Engpässe vermieden werden. Ebenso wie andernorts gilt auf den Anlagen Maskenpflicht, zudem muss der vorgeschriebene Abstand gewahrt bleiben. Nach dem 2. Mai will der Verband entscheiden, wie es weitergeht. Länder und Bund beraten dann erneut über den weiteren Umgang mit der Pandemie. Aktuelle Informationen zum Stand der Dinge finden sich unter den Punkten Aktuelles und News auf der Internetseite des ZAOE.

Geschlossen bleiben allerdings zunächst die drei großen Wertstoffhöfe Gröbern, Saugrund und Kleincotta, die  aufgrund ihrer großen Fläche bislang die Anlaufstationen für gewerbliche Ablieferer waren. Gleichzeitig dienen sie dem Verband als Umladestationen, von denen aus die eingesammelten Müllmengen in Verbrennungsanlagen abtransportiert werden. Geschäftsführer Raimund Otteni begründet diesen Schritt mit dem Verweis auf die Betriebssicherheit. Sollte es in diesem sensiblen Bereich durch erhöhten Publikumsverkehr in der Belegschaft zu Corona-Fällen oder Quarantäne-Auflagen kommen, gerate das gesamte System der Müllabfuhr in Gefahr, argumentiert der Fachmann. 

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Neben Rückkehr der Wertstoffhöfe können Otteni und sein Kollege Müller an diesem Donnerstag eine zweite gute Nachricht verkünden. Die Sammeltouren von Problemstoffen sollen ab 27. April erneut aufgenommen werden. An den Spezialmobilen können die Verbraucher zum Beispiel Medikamente, Altöl und Spraydosen abgeben. Wann genau sie wo zu finden sind, zählt der Abfallkalender detailliert auf, welcher online auch auf der Internetseite des ZAOE zu finden ist. Zusätzlich arbeiten die Entsorger Neru und Veolia daran, die ausgefallenen Touren mithilfe eines Sonderfahrplans nachzuholen. "Wir wollen damit sichergehen, dass alle Regionen gleich behandelt werden", so Olaf Müller. Er bittet allerdings darum, die Problemstoffe zum Termin am Spezialmobil persönlich abzugeben und nicht einfach vorher zu deponieren. Ein solches Verhalten bilde eine erhebliche Gefahr für Umwelt und Gesundheit.

  • Eine Liste der geöffneten Wertstoffhöfe findet sich hier.

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