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Musiker testen neue Corona-Filter

Damit kann bei Proben und in Konzerten die Virus-Ausbreitung ohne Klangverlust eingedämmt werden. Im Landkreis Meißen gab es keinen weiteren Corona-Fall.

So sehen die neuen Filter für Blasmusiker aus, die die Ausbreitung des Virus verhindern sollen, ohne dabei die Klangqualität der Instrumente einzuschränken.
So sehen die neuen Filter für Blasmusiker aus, die die Ausbreitung des Virus verhindern sollen, ohne dabei die Klangqualität der Instrumente einzuschränken. © Uni Weimar

Meißen. Das Virus macht wieder mal Pause im Landkreis Meißen. Es werden nach wie vor 263 Corona-Fälle gemeldet. Das bedeutet keinen Anstieg zum Vortag, teilte das Landratsamt am Mittwoch mit. Fünf Personen befinden sich in behördlich angeordneter Quarantäne. Zudem sind 37 Kontaktfälle identifiziert worden. Keine Person befindet sich in stationärer Behandlung. Nach wie vor gab es 20 Todesfälle.

Das Singen sowie das Spielen von Blasinstrumenten stellt Musiker in Anbetracht der Covid-19-Pandemie vor große Herausforderungen. So waren Gesangsdarbietungen beispielsweise bei der Verabschiedung des Landrates im Meißner Dom nicht möglich.  Die Elblandphilharmonie und die anderen Musiker mussten ohne Unterstützung von Sängern spielen. Ist Singen mit Maske eine Alternative?

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"Mund-Nasen-Bedeckungen helfen die Ausbreitung von infektiöser Atemluft zu mindern, beim Singen leidet jedoch die Klangqualität und für das Spielen von Blasinstrumenten sind sie gänzlich ungeeignet", so Prof. Andreas Mühlenberend von der  Bauhaus-Universität Weimar. Um dennoch sicher zu musizieren, könnten spezielle Filter für Blechblasinstrumente und ein Visier eingesetzt werden.

Flache Kurven mit leichter Tendenz nach oben.
Flache Kurven mit leichter Tendenz nach oben. © Gesundheitsamt Meißen
Keine Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag.
Keine Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag. © Gesundheitsamt Meißen
Radebeul vorn.
Radebeul vorn. © Gesundheitsamt Meißen
Die mittlere Altersgruppe ist am häufigsten betroffen.
Die mittlere Altersgruppe ist am häufigsten betroffen. © Gesundheitsamt Meißen

Die Filter bestehen aus herkömmlichem Zellstoff, welcher in eine wabenartige Form geschnitten und mit Hilfe von Klebeband vor dem Schallbecher des jeweiligen Blasinstrumentes bzw. vor dem Mundstück der Querflöte locker angebracht wird. Informationen und Schnittmuster stehen kostenfrei als Download zur Verfügung.

Durch den Einsatz wird die Reichweite der Atemluft, die beim Spielen der Instrumente weit in den Raum geführt wird, stark reduziert. Besonders deutlich war der Effekt beim Querflötenspiel zu beobachten: Mithilfe des Zellstofffilters konnte die über das Mundstück geblasene Luft von 100 auf weniger als 15 cm Reichweite reduziert werden, ohne akustische Einbußen zu verzeichnen. "Auch beim Spielen der Blechblasinstrumente war durch den Gebrauch der Filter nahezu kein Unterschied in der Klangausformung zu hören, weshalb diese mindestens während der Proben zum Einsatz kommen könnten", so Lia Becher, welche die Experimente an der Bauhaus-Universität Weimar leitete.

Die neuen Filter für Blasmusiker im Test-Einsatz.
Die neuen Filter für Blasmusiker im Test-Einsatz. © Uni Weimar

Die Filter seien jedoch nur bei Blechblasinstrumenten sinnvoll, da hier die gesamte Atemluft aus dem Schallbecher entweicht, so die Forscherin weiter. Beim Spielen von Holzblasinstrumenten tritt die Atemluft auch aus den Tonlöchern und teilweise am Mundstück aus. 

Mund-Nasen-Bedeckungen sowie Visiere hatten beim Singen nachweislich einen eindämmenden Effekt auf die ausgestoßene Atemluft. Allerdings wurde der Ton hierbei gedämpft, weshalb sie ausschließlich für Proben geeignet seien, lautet das Fazit des Experiments.

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