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Corona macht Schulessen teurer

Der größte Anbieter für Schul- und Kita-Essen in und um Zittau hat seine Preise angepasst. Und so reagieren die anderen Küchen in der südlichen Oberlausitz.

In der Küche des Zittauer Sport- und Freizeitzentrums werden nur noch wenige Mitarbeiter gebraucht. Elke Helbig und Anett Paul (re.) werden sich mit ihren Kollegen in der Kurzarbeit abwechseln.
In der Küche des Zittauer Sport- und Freizeitzentrums werden nur noch wenige Mitarbeiter gebraucht. Elke Helbig und Anett Paul (re.) werden sich mit ihren Kollegen in der Kurzarbeit abwechseln. © Matthias Weber

Zittaus Eltern müssen für das Schulessen ihrer Kinder tiefer in die Tasche greifen. Das Sport- und Freizeitzentrum Zittau (SFZ) hat die Preise angepasst. Das Schulessen kostet im Schnitt zehn Prozent mehr, teilt SFZ-Vereinschef Törk-Mario Sräga auf SZ-Anfrage mit. Das SFZ ist der größte Anbieter für Schul- und Kita-Essen in und um Zittau, beliefert sechs Einrichtungen.

Die Preiserhöhung ist eine Folge der Corona-Pandemie. Während der wochenlangen Schulschließungen hatten Essensversorger wie das SFZ keine Abnehmer mehr. Selbst nach der Öffnung der Schulen war der Bedarf an Schulessen deutlich geringer als vor der Corona-Krise. Harte Zeiten also für die Essensversorger. Gleichzeitig stiegen aufgrund zusätzlicher Hygiene- und Schutzmaßnahmen die Kosten für die Schulspeisung. Da aber die Essenspreise für das gesamte Schuljahr festgelegt und zudem knapp kalkuliert sind, kam es zwangsläufig zu Verlusten. Diese will das SFZ mit der Preiserhöhung nun ausgleichen. Die Preise für die verschiedenen Gerichte liegen aktuell zwischen 3,50 Euro (zum Beispiel für Milchreis) und 4,50 Euro (unter anderem für Kasslerbraten).

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Die Kosten beim Wareneinkauf sind ein weiterer Grund. Sie sind ebenfalls gestiegen. Ob das ebenfalls an der Corona-Krise liegt, kann Sräga aber schwer sagen. Eines sei aber sicher: Corona ist nicht der alleinige Grund für die Preiserhöhung. Auch der höhere Mindestlohn spielt dabei eine Rolle. Er bedeutet für den Verein höhere Personalkosten - und das für alle Mitarbeiter. Denn wenn die Mindestlöhner mehr bekommen, müssten auch - unter Beachtung des Lohnabstandes - alle anderen Mitarbeiter eine Lohnerhöhung bekommen.

Sodexo hat Preise nicht erhöht

Andere Essensanbieter im Zittauer und Löbauer Raum sind den Schritt, die Preise zu erhöhen, noch nicht gegangen. "Der Preis pro Essen ist unverändert geblieben. Eltern bezahlen heute das gleiche wie am Ende des letzten Schuljahres", erklärt Alexander Weiß, Pressesprecher der Sodexo Services GmbH aus Rüsselsheim am Main. Sodexo betreibt eine Küche in Löbau und beliefert von dort 13 Schulen mit zurzeit 1.010 Portionen.

Auch Andreas Wagner von der Naturparkfleischerei Wagner aus Mittelherwigsdorf hat nach eigener Aussage keine Kostenanpassungen vorgenommen. Das Schulessen wird zu den bisherigen Konditionen beliefert. Zu den Abnehmern gehören unter anderem die Grundschule Mittelherwigsdorf sowie mehrere Kitas im Ort und in der Umgebung. Wie viele Einrichtungen insgesamt er mit Mittagessen versorgt, will Wagner nicht sagen. An der Anzahl habe sich aber nichts verändert, so viel ist zumindest von ihm zu erfahren.

Das Sport- und Freizeitzentrum Zittau beliefert auch im neuen Schuljahr weiterhin sechs Einrichtungen, erklärt Vereinschef Sräga. Die Preiserhöhung habe daran nichts geändert.

Preis und Qualität des Schulessens werden gern kritisiert

Dabei werden Preis und Qualität des Schulessens gern von Eltern kritisiert. So hatten auch die Eltern der Mittelherwigsdorfer Grundschüler dafür gesorgt, dass die Gemeinde vor einigen Jahren den Essensanbieter gewechselt hat und die Einrichtung nun vom örtlichen Fleischer beliefern lässt.

Dass bisher keine Einrichtung dem SFZ aufgrund der Preiserhöhung gekündigt hat, liegt auch daran, weil der Markt überschaubar ist. Denn bei der Schulspeisung konnten laut Törk-Mario Sräga schon bisher kaum angemessene Kosten erwirtschaftet werden. Und bei einem Wechsel des Anbieters können sich die Schulen auch nicht sicher sein, dass es nicht doch noch zu einer Preiserhöhung kommt. Denn bei manchem Essensanbieter laufen die Verträge nicht vom Schuljahresanfang bis zum -ende, sondern von Januar bis Dezember.

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Letztlich bleibt den Eltern auch die Möglichkeit, ihre Schulkinder von der Essensversorgung abzumelden. Die Zahl der Essensteilnehmer kann daher schwanken. Bei Sodexo lag am Montag die Zahl der Portionen noch unter dem Niveau, das das Unternehmen vor Beginn der Corona-Krise hatte. Dabei ist Sachsen mit dem neuen Schuljahr zum Regelbetrieb zurückgekehrt - alle Schüler gehen nun wieder zur Schule. Die geringe Zahl der Portionen bei Sodexo könne daran liegen, dass Eltern eventuell noch nicht bestellt haben, sucht Unternehmenssprecher Alexander Weiß nach möglichen Gründen. "Am Dienstag hatten wir bereits mehr Portionen als am Montag, aber noch unter Vor-Corona-Zeiten", fügt er hinzu.

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