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Corona-Auswirkung im Neumarkt-Quartier

Der Bau von Wohnungen und Gewerbeflächen hinter dem Dresdner Kulturpalast geht zügig voran. Doch künftige Mieter sind verunsichert.

An der Schloßstraße errichtet die Baywobau das Schlosseck, eines der letzten Bauprojekte am Platz.
An der Schloßstraße errichtet die Baywobau das Schlosseck, eines der letzten Bauprojekte am Platz. © Sven Ellger

Dresden. Während sich derzeit kaum Passanten auf dem Neumarkt aufhalten, schallt lautes Klopfen von der Schloßstraße herüber. Dort entsteht eines der letzten großen Bauprojekte am Platz, das Schlosseck. Es ist eine Kombination aus fünf Gebäuden mit modernen und historisch rekonstruierten Fassaden. Die Baywobau Dresden errichtet hier das Caesarsche und das Fürstliche Haus als Leitbauten.   

"Wir kommen sehr gut voran", sagt Berndt Dietze, der Chef der Dresdner Baywobau-Niederlassung. "Außerdem haben wir Glück, dass unsere Baufirmen weitgehend inländische Mitarbeiter beschäftigen und so keinen Ausfall hatten", sagt er. Lediglich beim Beton habe es kurzzeitig Lieferschwierigkeiten gegeben, weil es dafür Zulieferer aus Tschechien und der Slowakei gibt. "Erstaunlicherweise standen aber auch die bald wieder mit einer Ausnahmegenehmigung ihrer Regierung vor der Tür, als die Baufirmen  gesagt hatten, dass sie sich jetzt anderweitig kümmern."

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Derzeit sind schon Teile des ersten Obergeschosses im Rohbau fertig. Insgesamt sollen im Schlosseck bis Ende 2021 49 Wohnungen mit zwei bis fünf Zimmern entstehen. Die Größen variieren zwischen 55 und 150 Quadratmeter Wohnfläche. Außerdem baut die Baywobau Büro- und Praxisflächen zwischen 110 und 170 Quadratmetern Größe. Im Erdgeschoss sind Läden und Restaurants geplant. "Wir haben bereits einen stadtbekannten Gastronomen als Mieter, der sein Lokal zu uns verlegen wird", sagt Dietze.

Die Vermietung sei gut angelaufen, vor allem die Wohnungen seien nachgefragt. Sie bleiben im Besitz der Baywobau und werden ab 11,50 Euro pro Quadratmeter vermietet. Anders sieht es jedoch mit den Gewerbeflächen aus. "Da spüren wir schon deutlich die Auswirkungen der Corona-Krise", sagt Dietze. Einer der Mietinteressenten habe geschrieben, dass er sein ursprüngliches Angebot um ein Drittel reduzieren muss. "Die Leute sind völlig verunsichert, was die Zukunft des Handels anbelangt", sagt der  Immobilienfachmann.   

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Dietze ist überzeugt, dass die Krise eine neue Struktur des Handels hervorbringt. "Unsere Innenstädte werden danach nicht mehr schön aussehen, weil kleine Läden nicht überleben." Deshalb ist er gespannt, wer sich für die Ladenflächen im Schlosseck noch bewerben wird. Die Nachfrage sei verhalten. Und auch bei den Büros sei noch viel im Angebot. "Vielleicht kommt jetzt gar keiner mehr, wenn alle Firmen merken, dass sie ihre Mitarbeiter auch im Home Office beschäftigen können", sagt Dietze lachend.

Er hofft, dass der Bau der Umhausung für die Anlieferzone des Kulturpalastes im Sommer termingerecht vor der neuen Spielzeit fertig wird. Denn nur dadurch dürfen die Fenster in den Gebäudes des Schlossecks geöffnet werden. Ohne die Umhausung wäre die Lärmbelästigung bei Technikanlieferungen im Kulturpalast, die auch spätabends noch möglich sind, für die Anwohner zu hoch gewesen. Die Klärung dieses Problems hatte viele Monate Verzögerung für das Schlosseck bedeutet. 

Auch beim Bau der zweigeschossigen Tiefgarage hatte es im Vorjahr ein Problem gegeben. Eine Mauer der im Untergrund erhaltenen Kellergewölbe war eingefallen, konnte aber wieder aufgerichtet werden. Sie sollen in der Tiefgarage sichtbar sein.  

Dietze ist derzeit vor allem mit einem anderen Wohnprojekt beschäftigt. Gemeinsam mit der tschechischen CTR-Gruppe errichtet die Baywobau dort schon den dritten Wohnkomplex, der Wall II heißt.  Am 16. Juni will Edeka darin einen Lebensmittelmarkt eröffnen. "Da hatten wir einige Probleme, weil die Elektriker aus Polen kamen und von einem Tag auf den anderen nicht mehr verfügbar waren. Aber jetzt läuft wieder alles perfekt." Der Termin steht. Der Baywobau-Chef hofft nur, dass mit ihm auch seine tschechischen Partner dabei sind. Denen ist eigentlich jegliches Arbeiten im Ausland untersagt. "Ich werde alles versuchen, damit sie dabei sein können." 

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