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Niesky

Verhaltener Start in die Pflanzzeit

Baumschulen und Gärtnereien sind offen. Die Kunden halten sich mit Käufen aber zurück. Das ist nicht das einzige Problem in Corona-Zeiten.

Gundula Czyron betreibt die Gärtnerei Kunnersdorf an der B115.
Die Gewächshäuser sind voll mit Frühjahrsblühern und weiteren Pflanzen. Aber der Verkauf ist derzeit sehr zögerlich. Nicht nur in ihrer Gärtnerei.
Gundula Czyron betreibt die Gärtnerei Kunnersdorf an der B115. Die Gewächshäuser sind voll mit Frühjahrsblühern und weiteren Pflanzen. Aber der Verkauf ist derzeit sehr zögerlich. Nicht nur in ihrer Gärtnerei. © André Schulze

Um Kurzarbeit kommen wir nicht umhin. Das sagt Gundula Czyron, Inhaberin der Gärtnerei in Kunnersdorf an der B 115. "Uns fehlen die Kunden, deshalb haben wir auch unsere Öffnungszeiten verkürzt." Statt von 8 bis 18 Uhr ist jetzt in der Woche von 9 bis 17 Uhr die Gärtnerei offen. "Dennoch sind wir froh, weiter arbeiten zu können. Andere trifft es mit Schließungen noch härter", berichtet die Geschäftsfrau. 

Wichtig ist ihr, dass ihre Mitarbeiter und die Kunden gesund bleiben. Entsprechende Vorsichtsmaßnahmen wurden getroffen.  Eine Glasscheibe trennt Kunden und Kassiererin. Abstandsmarkierungen wurden auf dem Boden angebracht und das Personal in die jetzt notwendigen Hygienemaßnahmen unterwiesen.  "Wir stellen fest, dass sich auch unsere Kunden daran halten", ergänzt die Chefin.

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Autobahnstau ist geschäftsschädigend

Dennoch wünscht sie sich mehr Umsatz. "In der vergangenen Woche haben wir nur ein Fünftel vom dem verkauft, was wir in normalen Zeiten umsetzen." Wahrscheinlich hat es sich noch nicht überall herumgesprochen, dass Gärtnereien und Baumschulen weiter geöffnet sind, mutmaßt sie. Gundula Czyron sieht aber noch einen weiteren Grund, dass Kunden bei ihr ausbleiben:  "Der Megastau auf der Autobahn sorgte dafür, dass die Leute uns nicht mehr erreichen konnten." Denn nicht nur auf der A 4 Richtung Polen stand durch die verschärften Sicherheitskontrollen im Nachbarland alles, sondern auch auf der B 115 zwischen Kodersdorf und Görlitz.   

Nicht nur in der Kunnersdorfer Gärtnerei sind die Gewächshäuser voll mit frischer Ware, die in die Erde will. Schließlich ist Pflanzzeit, auch wenn der Frost manchen Hobbygärtner daheim noch ausbremst. Nicht anders sieht es bei Sabine Reuter aus. Vor zehn Jahren hat sie die Gärtnerei Wagner in der Paul-Keller-Straße in Görlitz übernommen. Ihre Produkte sind biozertrifiziert und was zum Verkauf kommt, stammt alles aus eigener Produktion, erklärt sie. "Unser Renner sind Kräuterpflanzen und Stauden." 

Baumarkt-Kundschaft kommt in die Gärtnereien

Für Sabine Reuter ist momentan "alles im grünen Bereich". Vorausgesetzt, sie und ihre Angestellte bleiben gesund und vom Virus verschont. Dennoch ist ihr eine wichtige  Einnahmequelle weggebrochen:  "Am Sonnabend standen wir immer auf dem Görlitzer Wochenmarkt, aber dieser ist nun geschlossen." Dennoch verspürt sie einen Zugewinn an Kundschaft. Der Grund dafür ist, dass in und um Görlitz die Baumärkte geschlossen sind, die eine Gartenabteilung haben. "Nun kaufen die Leute ihre Pflanzen auch bei uns", freut sich die Gärtnerin.   

Dass hat sich inzwischen bis nach Steinbach herumgesprochen. In den kleinen Ort nördlich von Rothenburg. Dort betreibt die Familie Pietasch ihre Gärtnereien. "Ja, wir merken das auch, dass Leute, die bisher vorwiegend in den Baumärkten ihre Pflanzen kauften, nun zu uns kommen", sagt Klaus Dieter Pietasch. Dennoch spürt auch er einen merklichen Rückgang des Umsatzes. "Wir können nur darauf hoffen, dass die Menschen wieder mehr Lust aufs Gärtnern bekommen, ganz gleich ob im eigenen Garten oder auf dem Balkon. Am Pflanzgut liegt es nicht, dass ist ausreichend vorhanden", so Herr Pietasch.

Dass Pflanzen zum Ladenhüter werden, ist auch die Sorge von Lothar Halke in Niesky. Schließlich steckt in jeder einzelnen Pflanze viel Arbeit drin. Von der Aufzucht über das Bewässern und Düngen im beheizten Gewächshaus bis hin zum Verkauf.  Denn, dass keine großen Familienfeiern, Hochzeiten und Geburtstage mehr stattfinden, macht sich auch bei Halkes bemerkbar. "Die Nachfrage und der Absatz von Blumen und Gestecken ist merklich zurückgegangen. Deshalb mussten wir unsere Floristen auf Kurzarbeit setzen", erklärt der Gärtnermeister. 

Lieferservice bis vor die Haustür

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Sein Betrieb hat sich ebenfalls an die geänderte Situation in Corona-Zeiten angepasst. "Wir haben eine Betriebsanleitung erarbeitet für alle Mitarbeiter. Wir achten darauf, dass die Abstände untereinander und zu den Kunden eingehalten werden und dass in den Arbeitsgruppen nur noch zwei Personen miteinander tätig sind", erklärt Halke. Verstärkt setzt er auf den eigenen Lieferservice. Die Kunden können in der Gärtnerei anrufen, was sie brauchen oder kaufen möchten, und das wird ihnen bis vor die Haustür geliefert. "Wir setzen verstärkt auf das Telefon. Nicht nur im Verkauf, sondern auch in der Beratung", betont Lothar Halke.  Denn kommt der Kunde nicht in die Gärtnerei, muss der Gärtner sich selbst auf den Weg zu ihm machen. 

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