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Bautzen

Corona: Kaum Kinder in Not-Betreuung

Erste Kommunen im Landkreis Bautzen prüfen, ob sie die Notfall-Plätze reduzieren. Andere halten das Angebot aufrecht - selbst, wenn keine Kinder kommen.

Auch im evangelischen Kindergarten Bautzen gibt es eine Notbetreuung.
Auch im evangelischen Kindergarten Bautzen gibt es eine Notbetreuung. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Kindertagesstätten müssen derzeit geschlossen bleiben, dürfen aber eine Not-Betreuung anbieten. Von dieser Möglichkeit wird unterschiedlich Gebrauch gemacht, ergab eine Umfrage von sächsische.de im Landkreis Bautzen.  Erste Kommunen prüfen deshalb jetzt, ob sie die Zahl der Notfall-Plätze verringern. Andere halten das Angebot aufrecht - auch dann, wenn keine Kinder kommen. 

Die Bautzener Stadtverwaltung berichtete noch Ende der Woche, dass alle Kitas für eine Not-Betreuung geöffnet bleiben.  Allerdings hält sich die Nachfrage in überschaubaren Grenzen, resümierte am Montagnachmittag Stadtsprecher Andre Wucht. So seien – über alle Kitas verteilt – nur 20 bis 27 Kinder zur Betreuung gebracht worden. Trotzdem hält das Rathaus eine Konzentration der Betreuungen auf wenige Einrichtungen aus heutiger Sicht für „wenig sinnvoll“, so Wucht.

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Zum Beispiel bietet der Evangelische Kindergarten an der Seminarstraße normalerweise Platz für 88 Kinder. Davon seien im Moment aber weniger als zehn anwesend. „Das ändert sich von Tag zu Tag“, berichten die anwesenden Mitarbeiterinnen. „Die allermeisten Eltern versuchen, ihre Kinder selbst zu betreuen.“

Situation ändert sich täglich

In Bischofswerda können Eltern ihre Kinder normalerweise in neun Einrichtungen bringen. Davon sind derzeit fünf im Notbetrieb geöffnet – mit schwankender Nachfrage. Auch hier tagte am Montag der Krisenstab, um das weitere Vorgehen zu beraten.

Drei Kindertagesstätten gibt es in Sohland, die insgesamt mehr als 300 Mädchen und Jungen betreuen können. Alle drei sind auch jetzt in Bereitschaft – und bleiben es, wenngleich nur wenige Eltern darauf zurückgreifen müssen. Bürgermeister Hagen Israel berichtete aktuell von fünf Kindern, verteilt auf zwei Einrichtungen. „Das kann sich aber täglich ändern“, sagt der Rathauschef. „Das Ganze ist ein fließender Prozess, wir können schon morgen mehr Anmeldungen haben oder auch gar keine mehr.“ In allen drei Einrichtungen seien nur Mini-Besatzungen vor Ort, nicht die volle Kapelle.

So ist es auch in Königswartha, wo sich eine Kita für normalerweise etwa 280 Kinder befindet. In Schmölln-Putzkau ist es wie vielerorts – die einzige Kita im Ort ist eigentlich geschlossen, doch eine Mini-Besetzung ist für Notfälle anwesend, versichert Bürgermeister Achim Wünsche.

Offen, selbst wenn keine Kinder kommen

In der Kleinstadt Elstra besteht die Kindertagesstätte aus zwei Gebäuden, in denen sich fast 250 Mädchen und Jungen tummeln können. Eines der Gebäude ist jetzt zu, eines offen, berichtet Bürgermeister Frank Wachholz. Am Freitag waren auch noch Kinder da, aber am Montag blieb die Notbesetzung allein. Trotzdem bleibt das Angebot bestehen – schließlich kann es jederzeit passieren, dass Eltern darauf zurückgreifen müssen.

Mehr als 200 Kinder können üblicherweise in Doberschau-Gaußig in die beiden Kitas gehen. Alle zwei bleiben auch für Notfälle geöffnet, sagt Bürgermeister Alexander Fischer. Elf Eltern machten bisher auch davon Gebrauch.

Überall im Landkreis versuchen die Eltern aber meist, ihre Kinder selbst zu betreuen oder die Familie einzubeziehen. In den allermeisten Fällen klappt das auch, wie die geringe Zahl der Kinder in der Not-Betreuung beweist. Und wo noch Mädchen und Jungen in eine Kita gehen, lassen die Verantwortlichen niemanden in die Nähe. Wie in Pulsnitz, wo Bürgermeisterin Barbara Lüke ausdrücklich das Betreten der fünf Kita-Gelände untersagt. „Keine Fremden, auch nicht bis vor die Tür“, betont die Rathauschefin.

In der evangelischen Kindertagesstätte "Agnesheim" in Großröhrsdorf betreut Eva Schwarzenberg die Kinder.
In der evangelischen Kindertagesstätte "Agnesheim" in Großröhrsdorf betreut Eva Schwarzenberg die Kinder. © Matthias Schumann

Der Text wurde am 23. März 2020 um 16.30 Uhr aktualisiert.

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