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Wie der Bestatter die Corona-Zeit erlebt

Für Sebastian Hinz aus Niesky hat sich einiges verändert, nicht nur die Trauerfeiern.

Sebastian Hinz ist in das Familienunternehmen vor zehn Jahren gekommen und führt das Bestattungsunternehmen seiner Mutter an den Standorten Weißenberg und Niesky fort.
Sebastian Hinz ist in das Familienunternehmen vor zehn Jahren gekommen und führt das Bestattungsunternehmen seiner Mutter an den Standorten Weißenberg und Niesky fort. © André Schulze

Sebastian Hinz führt das Bestattungsunternehmen Eva-Maria Hinz in zweiter Generation. In Weißenberg ist der Hauptsitz des Familienunternehmens, seit 22 Jahren ist es auch in der Stadt Niesky präsent. Die Corona-Krise hat nicht nur die Arbeit des Bestatters verändert, sondern auch das Familienleben, erzählt der 45-Jährige.

"Corona ist uns am eigenen Leib so richtig bewusst geworden, als wir einen Todesfall im Nieskyer Altenheim ,Abendfrieden' bestattet haben. In voller Schutzausrüstung, also eingehüllt in einen Schutzanzug mit Atemschutzmaske und Handschuhen, haben wir die Verstorbene abgeholt und die Beerdigung vorbereitet. In diesen Zeiten achten wir mehr auf unseren Schutz, denn niemand kann sicher sein, ob der oder die Verstorbene nicht doch das Virus in sich trägt. Da ist es von Vorteil, dass ich schon zu Jahresbeginn  genügend Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel für uns geordert habe. Zu einer Zeit, als Covid-19 ein Fremdwort für uns war. Aber diese Anschaffung zahlt sich aus, denn wir wollen alle gesund bleiben. 

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Trauerfeier im kleinen Kreis

Wir mussten uns der neuen Situation anpassen, aber auch die Trauernden. Es ist für sie nicht immer einfach, wenn wir sagen müssen, dass zur Trauerfeier nur 15 Personen zugelassen sind. Diese dürfen nicht mehr wie sonst üblich in einer Trauerhalle von dem Verstorbenen Abschied nehmen, schon gar nicht am offenen Sarg, sondern nur am Grab.  Das betrifft auch die Vorabsprachen zur Beisetzung. Zwei Familienmitglieder dürfen in unseren beiden Büros in Niesky und Weißenberg nur Platz nehmen. Auch Hausbesuche durch uns sind erst einmal tabu.  

Trotz ihrer Trauer haben die Angehörigen Verständnis für diese Maßnahmen, die auch zu ihrem Schutz dienen. Wir haben aber auch Fälle, wo die Beerdigung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wird, damit alle Angehörigen und Freunde dabei sein können. Das ist aber nur bei Urnenbeisetzung bis zu sechs Monaten möglich.  

Vier Kinder zu betreuen

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Zudem stellt Corona mich sowiemeine Lebenspartnerin und Mitarbeiterin Susan Tempel vor neue Herausforderungen. Zu Hause haben wir vier Kinder nicht nur zu betreuen, sondern mit ihnen auch Schule zu machen. Das funktioniert nur, wenn wir zeitlich versetzt arbeiten. Aber als Bestatter bist du rund um die Uhr erreichbar, denn die Menschen sterben nicht nur werktags zwischen 8 und 17 Uhr."

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